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no 3 juli 1833

No 3                                       Anschlisfarm bei Little Rock   Juli 1833

Theuerst Eltern und Geschwister.

Meinen Brief vom letzten März werdet Ihr ohne Zweifel empfangen u, meine glückliche Ankunft in N.Orl. vernommen haben. Da die Cholera an diesem Ort sehr überhand nahm, u. der Aufenthalt daselbstohnehin kostspielig u. langweilig ist, war ich froh, den 16. März 1833 auf dem Dampfschiff Little Rock denselben verlassen zu können. Noch ehe wir ganz aus der Stadt waren brach die Nacht herein, so dass ..N. Orl. bei meiner Abfahrt so wenig als bei meiner Ankunft aus einiger Entfernung von der Wasserseite betrachten konnte. Die Ufer des Mississipi sind obehalb N.O. von dem selben Charakter und Aussehen wie unterhalb der Stadt u. je weiter man sich von denselben entfernt, desto seltener werden die Pflanzungen längs dem Strome. Die Wälder treten wider an die Ufer hervor u. bald sieht man nur hin u. wieer eine vereinzelte Plantage oder die Abfälle eines holzhackker, welcher Brennmaterial für die Dampfbahn bereitet. An besonders günstigen Lagen sieht man bisweilen kl. Städten, d. h. Häusergruppen von mehr ode. weniger grossen Hütten mit einigen bessern Wohnhäusern vermengt, ohne Ordnung, ohne Symetrie. Die Strunke des Urwaldes noch in den Strassen hervorragend u. keine Spur eines den Gemeingeistgeist der Communität beurkundenden Werkes. So sind alle neuern Städte,welche wir sahen, so werden sie auch durch ganz Amerika sein.

Batschatz (Natchetz) war die erste Stadt nach N.Orl., .......so konnten daher nur einige schlechten Hütten am Ufer sehen; die Stadt selbstliegt etwas auf der Höhe; allrein der schlechte Ruf dieses Ortes war nicht einladend zu einem nächtlichen Spaziergang, obschon ein verlängereter Aufenthalt des Dampfschiffes dazu Zeit gegeben hätte.Am 19. zeigten sich die ersten Hügelartigen Ufer –Erhöhungen , die, wenn auch von dürrem u. mageren Ansehen, doch einige Abwechelung in die Landschaft brachten. Am gleichenTag, Abends erreichten wir Vicksburg u. ebenfalls eine kleine , ziemlich anmutig gelegene , aber sonst unbedeutende Stadt. Die Cholera, welche sich später über die ganzen Ufer des Mississipi ausdehnten u. besonders auf den Dampfschiffenu. unter der schwarzen Bevölkerung von luisiana viele Todesfälle verursachte war bereits in diesem Städtchen, so wie auf einem Dampfschiff das wir etwas oberhalb auf dem grund sitzen fanden u. ans Land (bugsieren) mussten. Jetzt ist diese Krankheit an den meisten Orten wieder verschwunden u. selbst im Nihl soll sie aufhören. Am 20. ... wir auf ein (Log).., doch ohne Schaden zu machen u. am 21. gingen wir bei der obern Mündung des Arkansas in diesen Fluss. Es hat ein ziemlich wildes Aussehen, mehr Sandbänke als der Mississipi und scheint auch öfter Eingriffe in die Ufer zu machen, obschon auch ... nicht selten ist, dass bei Wassergrössen grosse Landstrecken in kurzer Zeit in das Wasser versinken. Bei Einbruch der Nacht könnenkamen wir zur Vereinigung der klaren Whi...mit dem schmutzigen ...Arkansas. Beide fliessen in gerader LInie gegen einander und im rechten Winkel dann weiters in den .. Dieser eigentümliche Ort des Zusammenfliessens der verschiedenen Gewässer macht ein lustiges Spiel welches in der Dämmerung wich zwar angenehm ansieht, qaberdem Piloten sehr unwillkommen ist. Hier sah ich auch zum ersten Mal die Leuchtkäfer in grosser Anzahl. Am Arkansas-Pass kamen wir in der Nacht vorbei u. langten am 23. Nachmittags in Little Rock an.

Diese Fahrt nach Little Rock zähle ich zu den grössten Unannehmlichkeiten der Reise, denn abgesehen dass die Reise auf den Dampfschiffen überhaupt gefährlicher ist, als auf der grossen See, fand ich auch die letztern angenehmeru. belebter, der Himmel, das Wasser, die Fische u. Insekten boten jeden Augenblick etwas daaar, was die Aufmerksamkeit fesseln konnte. Hier nichts als trübes Wasser u. Wald, der war in seinen einzelnen Gruppen immer schön im allgemeinen aber doch langwweilig ist. Wir hatten aber dies den w. Platz auf dem Dampfschiff gewählt, der zwar gedeckt m. somit gegen Regen geschützt ist, allein bei warmem Wetter wird er von der Maschine u. dem (Hochofen) so erhitzt, das man nicht weiss, wohin fliehen, da aussenher die Sonne , die nämliche Wirkung hervorbringt. Die Gesellschaft war ebenfalls unangenehm, besonders noch dadurch, dass jeden Augenblick Passagiere ankamen u. verreisten, u. man nichts ausser Verschluss halten konnte, ohne es den neugierigen Fingern der amerikaner preiszugeben od. ohne es gar zu verlieren. Der Unterschied zwischen Cabinen Deck ist aber auch sehr gross, der erstere kostet 25 Dollars der zweite 6 dollars, wobei man sich selbst verköstigt. Wir kauften zu diesem Zweck etwas Biscuit, gedörrtes Rohfleisch u. Whisky , ein Mahl das Anfangs gut schmeckt, aberr durch tägliche wiederholung bald lästig wurde. Unser Lager war der harte Boden, weil wir umsere Strohsäcke nicht hatten füllen lassen; unsere Decken leicht, so dasswir in der kühlen Nacht leicht etwas kalt hatten. Diese Lebensart u. etwas Unvorsichtigkeit zogen dem Herrn Chifeli eine starke Dissenterie zu, so dass er in Verdacht eines Cholera Kranken kam. Dies und etwas unbeständiges Wetter hielt uns dann auch etwas länger in Little Rock auf als wir beabsichtigten; ich benutzte die Zeit zu Ausflügen in die Umgegend u. zu Besuchen bei den neuangekommenen Deutschen. Von den Deutschen sind welche kurze Zeit vor uns in N.Orleans angekommen waren gingen etwa 150 Perssonen den Arkansas hinauf, eine Partie endlich haben ... auf eine Farm als Gesellen , andere haben sich die Farmen gepachtet oder gekauft, eine andere Partie hat jenseits des Fllusses neue Ansiedlungen angelegt, trennten sich dann wider u. ein Theil von ihnen ging nach Fort Smith hinauf , eine Partie befindet sich auf einer einer Farm von Herrn Aeschli aus Little Rock, der sie genwärtig nicht bebaut u. sie für dieses Jahr gratis überlassen hat. Bei diesen fand ich einen Universitätsfreund .. aus Weinheim im Badischen, bei welchem ich mich jetzt aufhalte. Nachdem ich L.R. ein Pferd gekauft u. H. Tschif sich etwa hergestellt hatte traten wir am 1. Juni unsere erste Excursion an, das uns ungewohnte Packen des Pferdes versäumte uns lange u. wir konnten erst gegen Mittag über den Fluss gehen, u. es war bereits Nacht als wir nach einigem herumirren im Walde eine an der Strasse liegende Farm erreichten. Unsere Absicht war dem linken dem linken Ufer des Arkansas hinauf bis Fort schmidt, dann über das alcaw gebirg nach Washington county zu dem einen Arm des White River diesem Fluss nach hinunter bis Butesville u. von da nach Little Rock zurück. Ich erachtete dieses Gebiet als dasjenige welches nach seinen geografischen Breiten am besten sämtlichen Wünschen entsprechen könnte, denn nördlich vom weissen Fluss macht es schon zu kalt um mit Vortheil Weinbau zu pflanzen, östlich v, der Strasse zwischen Batesville u. Little Rock ist das Land zu eben, den Ueberschwemungen ausgesetzt, mit Sümpfen u. S…amps durchzogen, der Sitz von bösartigen Fiebern, Mustiken u. zahllosem andern Ungeziefer. Südlich vom Arkansas ist die Hitze im Sommer zu gross, die Communikation mit dem Meere muss durch den Red River bewerkstelligt werden, u. dort isr sie schwierig u. das Land ungesund, u. westlich kommt man in das Gebiet der Indianer.

Arkansas, Little Red u. White River bilden dagegen gut Communikation mit N. Orl. Das Land ist Hüglicht u. könnte daher gesund sein. Ich will Ihnen nur in kurzem die Direktion andeuten die wir einschlugen, dann meine Ansichten über Land u. Leute mittheilen u. am Ende einige Bemerkungen über meine Reise beifügen.

Von little Rock gingen wir also am ersten Tag nur 10 Meilen am linken Ufer des Arkansas aufwärts. In der Nacht fiel heftiger Regen, die Bäche schwollen an u. sperrten den Weg, auch fühlte sich H. Tsch. Nicht wohl genug, um mit Strapatzen zu beginnen, u. so blieben 5 Tage in unserm ersten Nachtquartier, am 6. Juli konnten wir nur 8 Meilen vorwärts kommen u. hatten dann für den 7 ten einen Weg von 7 meilen vor uns. Inzwischen hatten verschiedene Regengüsse die Zuflüsse des Arkansa angeschwellt u. in den Rocky Mountains schmolz der Schnee, so dass der Fluss zu einer ungewöhnlichen Grösse anwuchs, über die Ufer trat, u. in den niedrigen Thälern der Nebenflüsschen u. Bäche oft weit in das Land hinein ging.Am 7. hatten wir mehrmals über solches Wasser zu passieren, doch trat es gewöhnlich nur in schmalen Riemen über die Strasse, so dass ein umgeworfener Baumstamm als Brücke dienen konnte, oder dasselbe auf einem kurzen Umweg ganz zu umgehen war. Indessen wurden wir dadurch sehr aufgehalten, u. wir mochten kaum die Hälfte unseres Weges zurückgelegt haben, als wir an ein etwa 1000 fuss breites Wasser kamen Ich sah eine Stute mit ihrem Fohlen duchwaten, u. da ich nicht den ganzen Durchgang sah, aber bemerkte, dass ihr das Wasser nur an den Bauch ging, glaubte ich auch hier gut durchkommen zu können. Wir rüsteten uns zum Uebergang, ich hinter den Effekten auf dem Pferde, Hr Tschifels wattend betraten wir den ersten Pfad, das Wasser wurde immer tiefer, bis das Pferd schwimmen musste u. wegen der Last, die es trug, so tief sank dass alle unsere Effekten unter Wasser kamen. H Tsch. Musste ebenfalls schwimmen, wobei er natürlich bis an die Ohren nass wurde. Indessen langten wir glücklich am andern Ufer an, trockneten uns etwas u. setzten denWeg fort, der aber nach wenigen Schritten an ein ähnliches Gewässer führte.Zum Schwimmen hatten wir alle Lust verloren, suchten daher das Wasser zu umgehen, u. konnten dies mit einem grossen Umweg auch wirklich erreichen. Als wir aber auf die Landstrasse zurückkamen, war die Nacht nahe, u. wir versuchten daher in einem etwas von der Strasse abgelegenen Hause Herberge zu finden. Man machte zwar Anfangs Schwierigkeiten indessen überwog unsere Lage jede andere Rücksicht u. wir waren nachher freundlich und gut gehalten.

Das immerwährende Steigen des Arkansas hinderte jedes weitere Vordringen, denn der Cadron Creek, andessen Ufer wir nun waren, konnte nicht mehr passiert werden, u. erst nach mehreren Tagen entdeckten wir eine Strasse, die oben durch das Gebirge nach Memphis führt, u. etwa 30 Meilen vor Little Rock die Batesville-Strasse kreuzt. Sogleich waren wir entschlossen unsern Plan umzuwenden u. erst nach Batesvillle zu gehen, was sehr wohlgetan war, da der Arkansas noch mehr wie 14 Tage hoch blieb u. um 6-8 Fuss den bisherig bekannten Wasserstand überstieg. Am 11. Waren wieder auf der Strasse, kamen am 12. Auf dem Weg von Little Rock nach Batesville, erreichten am 14. Mittags die Umgegend von Little Red, die wir etwas näher betrachteten, am 16. Gingen wir etwa 4 Meilen oberhalb der Fähre bei einer Furth durch diesen Fluss und gelangten am 18. Auf d. linken Ufer des White River u. nach Batesville. Von da kamen wir am 20. Wieder auf die strasse am linken Ufer des White River führt oft durch das Gebirge, oft längs des Fluss-Ufer, so dass wir den Charakter des Landes ziemlich genau sehen konnten, daher ohne weitere Nebenausflüge vorwärts gingen, aam 25 ten 20 Meilen oberhalb Big Nordfar.. wieder an das rechte Ufer setzten u. nun über eine Menge Creeks und Bäche nach Feyetteville vorrückten, etwa 4 Meilen führte der Weg durch das Thal, einem kl. Schönen Creek, Crooky Creek, der sich durch sein schönes Aussehen auszeichnet, u. in kurzer Zeit stark angesiedelt sein wird,, obschon wir jetzt noch genöthigt waren, einmal von der Strasse abzugehen um ein Nachtquartier zu suchen.H. Tsch. Und ich verloren uns dabei u. jeder auch den rechten Weg. Ein Fusspfad, den ich einschlug führte mich in eine kürzlich verlassene Niederlassung der Indianer, die nach ihren Hütten zu urtheilen nicht schlechter zu leben scheinen als die meisten Amerikaner bei denen wirwaren. Da ich bei Sonnenuntergang kein Haus erreichte u. auf keinem Weg mich befand, machte ich Anstalt zu einem Nachtlager im Freien, als ich einen Hahn krähen hörte u. dieser sicheren Verkündiger menschlicher Wohnung wirklich am Ziele unserer heutigen Tagesreise eintraf. H. Tsch war nicht da u. als ich ihn folgenden Tags etwa 1 Meilen weiter wiederfand, vernahm ich, dass er im Freien übernachtet hatte. Am 2t Juli kamen wir nach Fayetteville, sahen am 4. Daselbst die Feier der Unabhängigkeitserklärung, die übrigens nur durch eine Musterung begangen wurde, welche so lächerlich aussah, wie wenn unsere 10järigen Knaben spielen. Disziplin, Costüme der Soldaten, Decoration, Alles erinnert an Kinderpossen. Drei Tagereisen brachten uns wieder in das Flussthal des Arkansas, aus welchem das Wasser zwar wieder zurückgetreten, aber oft Meilen weit war die Strasse noch mit Schlamm bedeckt. Welches sehr unangenehme Dünste verbreitete. Wir eilten, so schnell wie möglich aus diesem Qua.. zu kommen, u. erreichten am 16 Juli Little Rock.

Wenn Ihr meine Theuersten die von N Orl. Gesandte Karte zur Hand nehmt, könnt Ihr daraus wohl im Allgemeinen eine Ideevon unserm Kurs erhalten, allein ich muss bemerken, dass die Karte sonst gar nichts taugt, denn wir fanden sie nicht nur im detail sondern auch im Ab.. der Grafschaften u. in den Allgemeinen Zügen der Flüsse und Gebirgr höchst unrichtig, so das sie uns auf der Reise mehr verwirrend, als nützlich war. Ich habe die Karte nicht zur Hand, sonst würde ich Euch einige Unrichtigkeiten andeuten.

Von den Annehmlichkeiten unserer Reise darf ich nicht sprechen, den obschon wider mein Erwarten die Gegend so bevölkert war, dass ich jeden Abend ein Nachtquartier fand, so muss ten wir dort meistens in der grossen Hitze des Tages unsern Weg zurücklegen, weil wir am Morgen vor dem Frühstück nicht aufbrechen konnten, u.die Abendkühle zu benützen wegen dem Irregehen nicht anzurathen ist, da man oft am Tag Mühe hat auf der rechten Strasse zu bleiben. An schöne Gegenden u. Aussichten ist hier nicht zu denken, höchstens einen malerischen Punkt trifft man hier und da, sonst geht alles durch Wälder , welche ihrer verschiedenaritigen Holzarten ungeachtet unsern Eichenwäldern aufs Haar gleichen, so dass ein aufgescheuchtes Wild, eine neue Pflanze od. sonstige Curiosität die einzige Unterhaltung bildet. Einzig am White River fand ich einige anziehende Punkte, doch wenn einst die Wälder etwas gelichtet sind wir manches anders aussehen.

Wenn ich nun zur Beurtheilung von Land u. Leuten in Arkansas übergehe, so müsst Ihr nicht aus den Augen verlieren, dass ich nur die Eindrücke wiederschreibe, welche ein flüchtiger Zug durch das Land in mir hervorbrachte u. dass ich überdies wenig od. nichts von der Sprache der Einwohner verstand, dessen ungeachtet hoffe ich dass mein Urtheil die Wirklichkeit nicht verfehle, besonders wo dasselbe durch äussere Anschauung bedingt ist. Der Charakter des ganzen Landes, soweit wir dasselbe bereisten, u. auch hier herum, wo ich jetzt wohne, ist hüglicht d. h. einzelne, mehr oder weniger in die Länge gezogene Hügel umschliessen die Bäche, Flüsse, Gewässer; die Hügel selbst sind mehr oder weniger hoch, haben oft sehr ausgedehnte Flächen mit gutem Boden auf ihrem Rücken, die Abhänge sind steinig; wenn sie etwas steil sind, mit fruchtbarer Dammerde bedeckt, wo sie sanft ansteigen, was ich den starken Regengüssen zuschreibe, welche den stärker geneigten Bergseite die fruchtbare Dammerde wegschwemmen u. die Steine oder Felsen blos stellen. In den Ebenen ist das Land ebenfalls gut, besonders längs den Bächen und Flüssen, u. dort befinden sich auch die fruchtbaren (Cottems), welche in drei Klassen getheilt werden können: Solche die bei jeder gewöhnlichen Wassergrösse, solche die nur in ausserordentliche hohem Wasserstand u. solche die nie überschwemmt werden. Die Bäche nämlich u. die kleinen Flüsse, so gut wie die grössern wachsen im Frühjahr u. sonst bei Regenzeiten ausserordentlich an und überschwemmen dann Alles Umliegende niedrige Land, in der Sommerzeit trocknen die meisten kleinen Wasser aus u. selbst der grösste Theil der Quellen vertrocknen, so dass im herbst ausserordentlicher Wassermangel eintrifft. Am meisten Mangel an Wasser fand ich längs dem Arkansas, dessen ganzes Flussthal übrigens gar kein gutes Trinkwasser enthält. Alles hat eine milchige Farbe u. einen Beigeschmack was einige einem feinen Lette andere einem Mineralstoffe zuschreiben, das aber jedenfalls ungesund ist u. einem höchst unangenehmen peinigenden Hautausschlag verursacht. Da das Arkansasthal auch überdies mehr als andere Gegenden ungesund ist, so glaube ich, könne man bei Aussuchung eines Platzes auf das selbe völligverzichten. - Die Washington County wurde uns von allen Seiten als ein vorzüglich gesundes Land mit gutem Wasser gerühmt und ich war desshalb sehr gespannt dieselbe zu sehen. Sie liegt in den höchsten Theilen des Yorkgebirges und Fayetteville, der ...hauptort steht auf der Hank od. dem erhabensten Orte des ganzen Gebirges, dass vor dem auf der Karte gezeichneten weiter westlich gelegenen gebirgszugs findet sich nichts vor, in schneller Ab... geht das Gebirge gegen Westen zu Ende u. stösst dort an unermesslich u. völlig meist unbekannte Gewässer. Wegen seiner hohen Lage ist in Washington County der Ursprung einer Menge kleiner Flüsschen, das Trinkwasser ist gut , die Luft rein u. gesund u. weil die Thäler zwischen den Hügeln meist Prärien sind so hat diese Grafschaft auch mehr das Aussehen eines cultivierten Landes. Neben dem aber finde ich wenig daran zu loben, den ihre wenn auch nicht bedeutende Erhebung über dem Arkansas u. White River macht eine so bedeutende erschiedenheit im Klima, dass die Dfferenz 2-3 Breitegrade betragen u. dieses besonders im Frühjahr durch häufigere Spätfröste bemerkbar werden soll. Sogar im Juli, als wir daselbst waren, wehte Abends u. Morgens ein unangenehm kühler Wind u. der starke fortwährende Luftzug de ot beschwerlich fiel , besonders in den Amerikanischen Häusern, welche keinen Schutz gegen Wind und Wellen gewähren können, weil sie nirgends verschlossen sind. Die Prärien sind Moorartig, werden bei etwas starkem Regen so nass u. bodenlos, dass Communikation durch diselben fast unmöglich gemacht wird. Ueberwiegendes Gewicht eine Ansiedlung in dieser Gegend hat aber deren weite Entfernung von einem Schiffbaren Fluss, wovon der nächste, der Arkansas etwa 60 Meilen entfernt ist. Der weisse Fluss beginnt viel weiter unten Schiffbar zu werden, u. an diesem Fluss od. an dem kl. rothen Fluss, der etwa 30 südlicher fliesst, halte ich eine Ansiedlung für unsern Zweck am meisten entsprechend. Diese beiden Flüsse sind nicht wie der Arkansas das ganze Jahr, sondern nur zur Zeit der Wassergrössen trüb, sonst aber ist das Wasser schön klar, das Flussbett meist felsig u. hoch genug um vor Wegfressen u. Ueberschwemmung gesichert zu sein, u. wenn man vielleicht auch höher Flussaufwärts geht, als die Dampfschiffe jetzt kommen, so kann man doch zur Zeit der Wassergrösse seine Produkte mit Kielboten zu Markt führen, u. wie hohen Wert die Nähe zu einer Wasserstrasse hat, lernt man erst recht schätzen, wenn man einige Zeit die hiesigen Landstrassen bereist hat. Ich fand auch das Trinkwasser gut u. glaubte sonst keine besonderen Ursachen zu Entwicklung von Krankheitsstoffen zu bemerken. Wenn dessen ungeachtet hier u. da Fieberkranke sich vorfinden, so mag diese von der Lebensart der Amerikaner u. andern Zufälligkeiten herrühren, vielleicht auch das frühe Aufbrechen des Bodens Einfluss auf die Gesundheit haben. In diesen Gegenden befinden sich neben demn fruchtbaren Landstrichen auch ziemlich ausgedehnte Hügel, die wegen der Beschaffenheit des Bodens auf sehr lange Zeit hinaus niemals in Cultur genommen werden u. daher den angrenzenden Farmern zur Weide, Jagd u. Beholzung offen stehen; Rohrbrüche in denen das Vieh im Winter seine Nahrung finden muss, befinden sich in der Nähe, so dass man ohne Zweifel eine schönen Viehstand haben kännte, was sehr Berücksichtigung verdient, da auf diese Art ein bedeutender Ertrag in den Wäldern aufwächst ohne dass man mehr als etwas Salz darauf zu verwenden hat. Gutes Erdreich findet sich überall in den Bottoms, welche meist eine ganz schwarze Dammerde enthalten; an den Hügeln u. dem höher gelegenen Land herrscht grosse Verschiedenheit, der Boden gewinnt am Arkansas mehr ein übliches, am weissen Fluss ein weissliches Ansehen ... fast überall, wo nicht Sand od. Felsen vorherschend werden, sehr fruchtbar, was nach dem Ansehen u. besonders nach dem Wachstum der daraufstehenden Bäume u. Pflanzen am leichtesten zu beurtheilen ist. Das Erdreich ist überall eine Mischung von Lehm u. Sand, bald das eine, bald das andere vorherrschend, häufiger jedoch mehr Lehm enthaltend. Dieser Boden produziert Alles was ihm anvertraut wird: Baumwolle, Tabak, Mais, alle unsere Kornarten, Gartengewächse, Kartoffeln, kurz Alles was bisher versucht wurde ist gelungen. Mais u. Vieh ist jdoch das einzige was der Amerikaner zu Markte bringt, Baumwolle u. Tabak wird nur in den Bottoms aus Stappelware gezogen, sonst blos für den Hausgebrauch, beide Pflanzungen erfordern auch so viel Mühe, dass sie nur mit vielen Sklaven vortheilhaft gebaut werden können. Ein Aker Mais trägt sich weniger ab, als ein Aker Baumwolle, erfortert aber auch viel weniger Mühe, so dass ein Mann eine grössere Anzahl Aker bestellen u. so den nämlichen Ertrag hervorbringen kann. Mais ist überdies wenigern Zufällen unterworfen als Baumwolle. Von Obstbäumen wird wenig mehr als etwa Pfirsich, weniges Apfel gebaut, beides gedeiht gut, nur dauern die Bäume gewöhnlich nicht so lange wie bei uns, erwachsen aber auch schneller. Birnbäume. Aprikosen fand ich nirgends, ebensowenig Kirschen, Quetschen, Pflaumen, Quitten, Nussbäume u.s.w. - Die hiesigen Bäume dieser Art sind ganz anders, meist schlechter als die unsrigen, obschon sie in verschiedenen Varietäten vorkommen; überhaupt muss man sich auf das Sammeln wilder Früchte zu irgend einem andern Gebrauch als zur Erfrischung wenig verlassen, denn es gibt mehr Mühe als das Pflanzen zahmer Früchte. Auch der Wein wird gedeihen, denn dass ihm Erdreich u. Klima zuträglich sei, beweisen die ausserordentluch vielen Traubenstöcke , die man überall in den Wäldern vorfindet u. die oft in unglaublich dicken Stämmen zu den höchsten Baumkronen emporsteigen um dort für ihre Frucht eine Stütze zu suchen. - Wenn man dieser Menge Weinstöcke ungeachtet nicht häufig Trauben im Wald findet, so ist dies den jährlich wiederholten Waldbränden zuzuschreiben, denn zur Verbesserung der Weiden zündet der Amerikaner alle Jahre das Laub und dürre Gras am Boden der Wälder an, verbrennt dadurch Schlingpflanzen u. das Unterholz, u. hat so den Boden für den Graswuchs frei; das Holz der Reben wird mit zerstört, u wenn die Wurzeln auch wieder ausschlagen, so treiben sie dort keine Früchte; wird das Feuer irgenwo einige Jahre abgehalten, so gibt es Trauben die Menge. Nach den Blättern zu urtheilen glaube ich wenigstens 6-8 Traubensorten bemerkt zu haben, wovon eine einzige Bergtraube weiss, alle übrigen dunkelroth od. schwarz sein sollen. Die Amerikaner unterscheiden Sommer- u. Wintertrauben auch süsse u. saure, welche die nämlichen Arten bezeichnen soll, denn die Wintertrauben bleiben stets sauer, auch wenn sie vollkommen reif sind. Die Zeit der Reife ist verschieden, eine Art süsser Traube soll schon im Juni (fertig) sein, doch konnte ich nichts davon zu sehen bekommen.Eine andere Art reift Anfangs August; Ende August kommen die sogenannten Muskateller zur Reife, eine Frankensorte deren Beeren kugelrund u. sehr gross werden, aber nicht traubenförmig ansetzen, sondern meist nur 1,2,4, Beeren auf einem Stiel sitzen, das Blatt ist sehr klein, rund, glatt u. fein gezahnt, es soll die beste amerikanische Traube sein, ob sie aber den Beigeschmack unserer Muskateller hat, weiss ich nicht. Alle hiesigen Trauben sind sehr fleischig mit weniger Saft, daher sie zum Weinbau nicht vortheilhaft sein werden. Versuche, welche ganz im Kleinen nur mit Captrauben gemacht wurde, misslangen, mach meiner Ansicht weil der Boden zu fett u. eben war, auf dem die Versuche gemacht wurden. Die Weinstöcke setzen schöne u. ziemlich viele Trauben an, bald aber werden die Beeren schwarz, u. fallen ab, welche Krankheit mir viel Aehnlichkeit mit einer harten Fäule, z. Theil auch Brennen zu haben scheint. Dieselbe Krankheit soll die ersten Weinerndten am Ohio zerstört haben, später aber von selbst vergangen sen, vermuthlich als der Weinstock den Boden bereits etwas ausgesogen hatte. Vorsicht bei der Auswahl des Bodens u. Versuche mit verschiedenen Traubensorten werden gewiss zu einem günstigen Resultat führen u. sehr lukrativ sein, da Wein (1 1/2 - 2 Maas) zu 1 .. 1 1/2 Dollar bezahlt wird.

Ueber das hiesige Klima kann ich mich nur vortheihaft äussern, der Winter soll nicht kalt sein u. nach den Wohnungen zu urtheilen, in denen die meisten Amerikaner den Winter zubringen , kann die Kälte nicht streng sein, weil sie e sonst nicht aushalten würden. Schnee fällt zwar regelmässig, doch selten über einige Zoll tief , u. selten liegt er länger als 14 Tag. Ausserdem soll fast das ganze Jahr schön Wetter sein, u die erste Zeit welche ich in dem Lande war, u. welche zu einer ungewöhnlich nassen Witterung gezählt wurde, bemerkte ich nur häufige Gewitter mit starkem Regen, der aber nie einen ganzen Tag anhielt, u. sobald er augehört, hatten Wind u. Sonne den Boden bald wieder getrocknet, dass man ohne Unannehmlichkeiten umhergehen konnte. Später war Regenschauer, wie ohne Gewitter, u. immer nur auf wenige Stunden. Die Hitze des Sommers ist nicht viel stärker als bei uns, 28-29 Reaumurs sollen ungewöhnlich sein, die Wärme ist aber anhaltend, doch nie fühlte ich sie drückender wie oftmal bei uns. Nur wenn man über freie trockene Plätze geht, so prallt zuweilen die Reverberation glühen heiss ins Gesicht, sonst bewirkt der hiesige Sommer blos ein ausserordentlich starkes Schwitzen, der Schweiss dringt aber so gelinde aus den Poren der Haut hervor, dass man oft ganz nass ist bevor man nur merkt, dass man schwitzt. Ein fortwährender leiser Luftzug wird gestatten in den Häusern auch bei wärmster Witterung angehme Kühle zu erhalten, besonders da die Nächte meist sehr erfrischend sind, den Schlaf nicht hindern, welch letzeres sonst in heissen Ländern häufig der Fall ist , u. die Ursache warum sie für manchen neuen Ankömmling zum Grabe werden. Auf die Pflanzenwelt äussert sich das Klima so, dass man es für das beste Mittel zwischen kalter u. warmer Zone halten muss, denn nordische Gewächse gedeihen neben Tropenpflanzen im Walde so wie in den Gärten.

Unter den hiesigen Landplagen redet man von Schlangen,Skorpionen, Tausendfuss, Mustiken u.s.w. letztere sind nur längs den Flüssen u. in den Bottens wirklich belästigend, u. das übrige giftige Getier ist so selten,dass man nicht die geringste Furcht davor zu haben braucht, auch Fälle von ereignetem Unglück fast gänzlich unbekannt sind.Die grässte Plage sind die Zecken, welche sich zu hunderten an die Kleider setzen, wenn man zu Fuss in den Wald geht, und nachher durch ihr Saugen am Körper lästig fallen. Doch ist auch diess nicht von grosser Bedeutung, denn die grossen sind nicht so häufig, u. die kleinen zahllosen fallen beim Räuchern mit Tabak ab, od. lassen sich leicht abbürsten, auch wird man dieses Gekrabbel gewohnt.

So wie ich nun seit meinem hiesigen Aufenthalt nichts bemerkt, was mich bestimmen könnte Euch zu Abänderung Eures früheren Beschlusseszu rathen, so kann ich auch mit Wahrheit bestätigen, dass die Grundzüge von (Dudens) Schilderung des Missuri auch auf dieses Gebiet passen, aber wie sehr Duden mit Vorliebe für das Land geschrieben u. sich zu schönem Ausschmücken verleiten hat, habe ich ebenfalls gesehen. Ohne ihn der Lügen zu bezichtigen darf man ihm doch vorwerfen dass er manche aus unbekannter Quelle gefangene Nachricht als Wahrheit niederschreibt, bei ihm unbekannten Saiten, z.B. der Jagd liess ersich etwas aufbinden, u. er selbst fasst das schöne u. Angenehme welches die Natur an Verschiedenen Orten u. zu verschiedenen Zeiten bietet in ein Bild zusammen, welches die Wirklichkeit nur durch Nachhilfe von Kunst u. Arbeit erreichen kann. Dem aufmerksamen Lehrer entgeht das wesentlichste dieser Ausschmückungen nicht, wie nachtheilig aber solche Schilderungen auf untere Klassen wirkt, hab ich bei einigen der neuangekommenen Deutschen gesehen, statt der wirklichen u. nicht blos eingebildeten Beschwerden, welche den Ansiedler hier in der ersten Zeit erwarten, u. über die Duden so leichtfüssig weggeht, hofften sie schon die ganze Welt voll Herrlichkeiten zu finden. Getäuschte Hoffnungen entmutigen manchen so, dass sie aus Unentschlossenheit viel Geld u. Zeit verloren, u. am Ende gar noch zu ungeschikter Auswahl der Ansiedlungsplätze kamen. Mangel einer bequemen Wohnung ist das fühlbarste, Mangel an der gewohnten Nahrung, wenig Abwechslung in derselben, Entbehrung des Weins drückt den welcher glaubt ein Loghaus sei in 2 Tagen errichtet, das Wildbrett könne man nach Auswahl schiessen u. die Wälder hangen voller Trauben; das Schlimmste aber vorallem ist, dass Duden nur sagt, wie die Amerikaner thun, u. nicht wie die Deutschen Thun können u. thun sollen (nicht noch einiges über die Alles) was mit der Sprache, Klima u. Lebensart vertraute Amerikaner im Stande ist, vermag auch der Deutsche. Ich werde hernach darüber reden wie ich glaube dass wir beginnen sollen u. hier noch einiges über die Amerikaner einschalten, obschon ich mich kurz fassen kann, weil Mangel an Sprachkenntniss u. kurzer Aufenhalt mir nur ein unsichers Urtheil gestatten, u. dessen Endresultat auch überflüssig macht viel Mühe mit schreiben zu verlieren.

Der Theil des ArkansasTerritoirs welchen ich bereiste ist grösstentheils erst vor wenigen Jahren, einige Plätze sogar erst vor wenigen Monaten von den Indianern verassen u. zur Ansiedlung geöffnet worden. Von den eigentlichen Ansiedlern her ziehen gewöhnlich die sogenannten Bakwoods-Männer, welche die Grenzlinie zwischen dem Indianischen Gebiet u. den Amerikanischen Farmern bewohnen. Es sind diess Leute die lieber alle Entbehrungen erdulden als arbeiten u. denen grösste, u. alles verschlingende Leidenschaft die Jagd ist. In einem neueröffneten Gebiet strömen sie aus allen Theilen des Landes zusammen, je weiter u. je öfter sie zu wandern haben, desto angenehmer ists ihnen. Dies sind die Bewohner welche wir auf unserer Reise tafen, ungebildete, ungesellige mit einer tapsischen Neugierde belästigende Leute, träg u. fahrlässig über alle Begriffe, arbeiten sie nur soviel um sich vor Hunger zu schützen. Sobald die anwachsende Bevölkerung das Wildbrett verd..st od. verscheucht (oder sie hindert) allein von dem ohne ihr Zuthun im Wald aufwachsenden Viehstande zu leben ziehen sie weiter u. verkaufen ihre Ansiedlungen.So ist es erklärbar, dass die meisten Ansiedlungen, welche wir sahen, käuflich sind, u. da nun die festen Ansiedler beginnen sich nieder zu lassenm wird sich in wenigen Jahren die Bevölkerung ganz verändert haben. So treiben es die Bakwoods-Männer bis in ihr hohes Alter, gehen dann in einen alten Staat nach ihrer ursprünglichen Heimat zurück, od. bleiben an Ende irgendwo des Wanderns müde fest sitzen. Dass mit solchen Männern kein geselliger Verkehr eingeleitet werden kann, der uns convenierte, ist natürlich aber auch von ihren Nachfolgern erwarte ich wenig, denn was ich davon sah, muss ich glauben, dass auch diese ungesellig, ... und unzuverlässig sind; oft kommen sie hier zum Besuch, sitzen Stunden lang auf der Bank ohne etwas zu schwatzen u. gehen wieder od bielten kurz vor dem weggehen irgend einen schlechten Gaul od. so etwas zum Kauf an. Diejenigen aus der Nachbarschaft welche sich höflich u. gesprächig zeigen, scheinen auch die verschlagensten u. schlimmsten zu sein

Wenn ich mich also in dieser Bezieung mein Erwartung nicht täuscht, so wird es doppelt angenehm sein, wenn sich auch noch Familien anschliessen mit denen man in Frieden u. Freude leben kann. Sollte sich noch Jemand Euch anschliessen wollen, so lasst Euch nur dann ein, wenn Ihr die Leute gut kennt denn sonst hat man oft mehr Verdruss als Annehmlichkeit von der Gesellschagft. Familien von Landleuten mitzunehmen ist ebenfalls abzurathen, denn höchst selten ist ..dafür Dank geerntet worden. Angenehm hingegen wäre es wenn Ihr eine Magd zur Verrichtung häuslicher Geschäfte, Kuhmelken, Garten u.s.w. mitnehmen könnt. Wollet Ihr dennoch Jemand mitnehmen, etwa wegen dem Rebland, so müsst Ihr einen schriftlichen Vertrag mit ihnen abschliessen, denselben durch einen amerikanischen Consul od. Gesandten legalisieren lassen, wenn er je sollte geltend gemacht werden. Die Kosten der Ueberfahrt u. des ersten Unterhalts hier dürft Ihr immer auf 200 bis 260 frs berechnen u, danach abschliessen. Da ich nach einer allgemeinen Ansicht des Landes der Gegend am oberen Theil des weissen Flussen von etwa 40 - 100 oberhalb von Batesville in den kl.rothen Fluss etwa 20 Meilen westlich bon der Batesville Strasse den Vorzug gebe, aus Gründen die, wie ich erwarte auch Euren Entschluss bestimmen werden, so bin ich nun gesonnen Anfang Septrmber, wenn die Hitze etwas nachgelassen hat, noch einmal dorthin zu gehen, daselbst mich näher umzusehen u. wo möglichden Winter dort zuzubringen. Die Auswahl eines schicklichen Platzes muss ich dann Eurer eigenen Auswahl überlassen, u. glaube den Zweck meiner Reise möglichst erfüllt zu haben, wenn ich bei dieser Auswahl in so weit als Führer dienen kann, Euch den Besuch an u. für sich umpassender Orte zu ersparen. Nach meiner Meinung kannu. soll die Auswahl des Platzes nicht nach einer flüchtigen Besichtigung des Landes , sondern erst nach längerer Ueberlegung geschehen, weil sonst eine schlechte Wahl das gewöhnliche Resultat ist, indem mur eine Jahreszeit berücksichtigt wird. Erfahrungen der Art wurden lrtzhin von mehreren Deutschen gemacht. Um nun zu diesem Zweck die nöthige Zeit zu gewinnen, u. um nicht eine lange Zeit nutzlose u. Geldfressende Art zu verlieren, rathe ich für das erste Jahr irgendeine Farm in Pacht zu nehmen, auf der man sich sogleich beschäftigen, produzieren kannu. mit der hiesigen Landkultur bekannt macht. Ob man später ein bereits begonnenes Settlement kaufen, od. ein ganz neues einrichten will, müssen Umstände u. Lokalität bestimmen. Ich werde zwar hierüber Eure Antwort erwarten, sollte sich jedoch eine günstige Gelegenheit zu Hoffnung einer passenden Farm darbieten, so werde ich sie nicht vorübergehen lassen; ich werde dann die erst Frühlingszeit benützen um die Wohnung für Euch vorzubreiten, etwas Vieh für den Hausbedarf u. Lebensmittel anzuschaffen, u. sonstige nothwendige Anordnungen treffen, damit Ihr bei Eurer Ankunft in N. Orleans sogleich wisst wohin Ihr Euch zu wenden habt.Ankäufe machen sich im winter u. Frühjahr auch besser als später, wo die Preise der Lebensmittel steigen, ja sogar oft nicht mehr zu haben sind.

Dies wäre der Plan meines Beginnens, was Eure Reise u. Gepäck betrifft, so kann ich fürs Erste über das was mitzunehmen ist nur im Allgemeinen sagen dass Alles, mit äusserst seltenen Ausnahme, sogar Möbeln wohlfeiler zu stehen kommen, wenn Ihr sie mitbringt, als wenn Ihr sie hier kauft oder machen lässt, u dass viele Gegenstände gar nicht zu haben sind. Ihr könnt also mitnehmen was Ihr hier zu gebrauchen gedenkt, wobei Ihr auch den Besitz von Vieh zu berücksichtigen habt, wegen Anschaffung von einigen Glocken u.s.w. Ihr müsst aber hierbei besonders bei der Anschaffung v. Möbeln nicht aus den Augen verlieren, dass man hier zu Lande viel einfacher lebt, als bei uns, und manches Stück durch eigenes Fabrikat ersetzt werden kann, wenn die ersten Arbeiten vorbei sind u. die Zeit gestattet an Bequemlichkeiten zu denken.

Pulver und Zündhölzer mitzunehmen ist rathsam, weil hier Alles theuer u. schlechter ist, u.erstens in einem wohlverschlossenen hölzernen Kästchen ohne Gefahr tranportiert werden kann. Blei kostet im détail 1/8 Dollar das Pfund, wenn es nicht zu viel Geschlepp macht, wäre also auch hier mehr als der Transport herauszuschlagen. Wie Ihr Euch wegen dem Verpacken der Kisten, u. wegen d. Transit durch Frankreich zu benehmen habt, werdet Ihr wissen; über jede Kiste wird nämlich ein vollständiges Verzeichniss des Inhalts verfertigt, u. dieses rathe ich in Copie sorgfältig aufzubewahren, dass man hier bei der Ankunft weiss wo man die Sachen zu nehmen habe, die man braucht. Die Flinten müssen, um sich gut zu konservieren, mit Unschlitt ausgegossen, das Zündloch u. der Mund mit Propfen versehen, aussen ebenfalls tüchtig eingeschmiert u. wo möglich in trockenes Werch od. Guder gewickelt werden Sämereien bleiben nur in dichtverschlossenen od. verpichtem Glase gut, sonst laufen sie auf dem Wasser u. verderben. Dürres Obst von dem ich rathe ziemliche Vorräthe mitzunehmen, wird in gut verschlossenenFässern conserviert, wo möglich sollte aber von Zeit zu Zeit darnach gesehen werden. Wir hatten unsere Quetschen in einem blossen sackleinen in der Kajüte hangen, u. dort wurden sie gegen das Ende der Fahrt so feucht u. nass, dass wir sie schnell essen mussten, um sie nicht verderben zu lassen.In einem Fass verschlossen wird dies vermuthlich nicht geschehen. Eure eigene Reise nach Havre könnt Ihr nach eigener Ansicht ausführen, von dort rathe ich nach New Orleans einzuschiffen u. auf Dampfbooten den Mississipi u. White River hinaufzufahren. Auf dieser Strasse werdet Ihr etwa 2-3 Wochen länger auf der See, aber um soviel weniger auf dem Dampfschiff zubringen müssen, u. sowohl wegen den Gefahren als der Unannehmlichkeiten wollte ich lieber auf der offenen See als auf dem Dampfschiff sein. Diese Reise ist auch viel kürzer, ungleich viel wohlfeiler, besonders wegen dem Gepäck, das nicht gering ausfallen wird. Dieses müsste auch, wenn Ihr einen andern Landungsplatz als N. Orleans wählt, höchst beschwerlich fallen u. viele Kosten verursachen, u. eine Reise durchs Land auf Dampfschiffen hat nichts interessantes, u. mit dem Wagen ist sie fast unmöglich u. zu langsam. Dieser Weg erfordert aber ein frühzeitiges Verreisen, damit Ohr vor der krankhaften Zeit, welche im Juni anfängt, durch N.Orleans passieren könnt. Auf Schiff u. Dampfschiff rathe ich in die Kajüte zu gehen, denn es wäre der Mutter u. meiner Schwester nicht zuzumuthen sich in den andern Schiffsräumen aufzuhalten. Im Havre könnt Ihr Euch durch Empfehlungen einen Vermittler schaffen, wenn allenfalls der Kapitän nicht französisch spicht, u. mit ihm schliesst Ihr einen schriftlichen Vertrag über den Ueberfahrtspreis ab. Gepäck wird frei sein, doch muss es ausdrücklich bemerkt werden. In N.Orl. werdet Ihr entweder H. .schifeli vorfinden od. H. Nicolet wird sich Eurer annehmen, übrigens wird dort viel Deutsch gesprochen. Mit den Kapitän des Dampfschiffes könnet Ihr ebenfalls akkordieren u. wen die Zahl der Passagiere gross ist, wird er den Preis um 1/4 od 1/5 herabsetzen u. nebendem das Gepäck frei nehmen. In N.Orl. werdet Ihr dann auch einen Brief v. mir vorfinden, der über meine Dispositionen u. Anordnungen Auskunft gibt, Euren Landeplatz bezeichnet, an dem ich Euch erwarte, u.s.w.

In dem Vohergehenden habe ich, meine Theuersten, in möglichster Kürze das Resultat meiner Reise niedergelegt, es ist freilich nicht so reichhaltig als Ihr erwarten werdet, allein ich muss gestehen dass ich jeden Tag fühlte, ich sei nicht mit den nöthigen Kenntnissen für den vorgesetzten Zweck ausgerüstet; indessen habe ich doch die Gewissheit erlangt, das schöne Vaterland nicht nur einer trugvollen u. unsichern Zukunft willen verlassen zu haben; die Freiheit, welche unsere Berge so schön macht, finden wir hier wieder, u. unverkümmerter, als wir sie bisher genossen , u. die Stimmung der Gemüther in Europa lässt mich vermuthen, dass sie noch länger hiesigen Wäldern verweilen werde als in den Schweizer Alpen. Im Kreis der Familie u. Freunde werden wir hier ungestört leben können, u. diess ist besser als mit mehr Bequemlichkeit u. grösseren Sorgen sich durch die Welt zu schlagen. Wie Einem der lange nach dem Hute sucht, der auf dem Kopf sitzt, so geht mirs jetzt mit Jagd u. Fischerei. was meine Vorzüglichste Beschäftigung ist, darüber vergesse ich zu schreiben. Die Amerikaner gehen nur mit ihren langen Kugelbüchsen... auf die Jagd u. damit jagen sie Alles, Schrotflinten besitzen sie höchst selten. Da sie demnach weder im Lauf noch im Flug schiessen können, gehen sie meist ohne Hunde aus, schleichen in den Wäldern umher, u. was ihr scharfes Auge erblickt, entgeht selten ihrer Kugel. Tier die nur des Nachts umhergehen,hetzen sie mit Hunden auf die Bäume u. schiessen sie dann todt. Hirsche werden am Tage auf der Weide u. Nachts am Lockplatz bei dem ... erlegt. Alles dieses braucht viel Uebung u. Anleitung dazu u. doch wird unser Auge nie dem des Amerikaners gleich kommen, unsere Art zu jagen wird aber auch angehen, die Hirsche haben ihre bestimmten Gänge u. Wechsel, eben so die Füchse, zu Hetzen sind die hiesigen Hunde gut u jagen auf jedes Wildbrett anhaltend. Das meiste Vergnügen wird aber der Hühnerhund bringen, weil im Herbst u. Winter sehr viele Zugvögel sich hier aufhalten u. die Feldhühner u. Truthühner von demsemselben am leichtesten zu bekommen sind. Ich wünsche daher sehr, dass Ihr Hühnerhunde mitbrächtet, u. zwar mehrere, dass man züchten kann, denn hier findet man keine guten Racen. Der Transport hat weder auf dem Meer, noch auf den DampfschiffenSchwierigkeit, denn bei der letzten Gesellschaft Deutscher war eine ganze Menge Hunde. Man braucht auch mehrere, weil man zu gewissen Zeiten alle Tage in den Wald geht, was ein Hund in dem warmen Klima nicht aushalten kann. Von Fischerei verstehen die Amerikaner nichts als Angeln u. Harpaunen, mit welch letzeren man grössere Fische fangen kann. Für Netze sind die Flüsse zu voll Stauden u. Baumstämme.

Nun theuerste Eltern u. Geschwister, schliesse ich mit herzlichem Gruss an Euch u. allen meinen Bekannten, u. mit dem Wunsche Euch binnen möglichst kurzer Frist gesund hier ankommen zu sehen. Euer Sohn, Gottlieb Jäger.

dieser Brief ist vom 22. 7ten 1833 in New Orl. durch Herrn Nicolet Consul Suisse spediert - angekommen d. 7 November 1833 u. mit folgendem Vers v. Schiller geflickt worden.

Die angebornen Bande knüpfe fest,

Ans Vaterland, ans Theure schliess dich an,

Das halte fest mit deinem ganzen Herzen!

Hier sind die Starken Wurzeln deiner Kraft!

Dort in der fremden Welt stehst du allein,

Ein schwankes Rohr das jeder Sturm zerknickt.

(beantwortet bald darauf)

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no. 2

no. 2                                       New Orleans  1.Mai 1833

Wertest Eltern .........

Endlich ---   meinen Lieben .. Nachricht .. Ankunft ... mitteilen.   ...dem wir vom 4. März in Havre abgereist sind, fuhren wir mit günstigem Wind bis zur Insel Madeira

Cap St. Antonio bis zum Ausfluss des Mississipi in dessen Nähe wir.den 24. April anlaufen. Osrtwind, starke ...liche Strömung und ungeschickte m... unseres Kapitäns trieben uns in die westliche Bay Ba... in der wir lange herum irrten bevor wir in der Nacht vom 5. – 6. Mai vor dem südwestlichen Arme des Mississipi vor Anker gehen konnten Wir hatten im Ganzen sehr günstiges Wetter, im Anfang zwar etwas kalt, späterzuweilen warm, doch niemals drückende Hitze, auch niemals stürmisch, ... dass wir ins ... über die lange Dauer der Fahrt nicht aber über die Witterungzu klagen haben. das Seeleben im ganzen ist nicht angenehm, aber doch sehr erträglich und manchen Unannehmlichkeiten kan man durch Vorsicht vorbeugen. Wenn man nicht mit einem Paketboot reist und irgend eine Wahl offen steht, so hat man sich vor Allem eins nach den Eigenschaften des Kapitäns umzusehen, den von dessen Charakter hängt Vires ab, das zu Bequemlichkeit oder zum Aerger der Passagiere Anlass gibt. Das ist wichtig zu kennen, ob der kapitän ein wirklicher Seemann ist oder nicht. Da wie es scheint, sehr oft Personen mit diesem Amte bekleidet werden, die durchaus nichts von dessen Pflichten verstehen, eine Art. Ersparnisse zu Erzielen auf Kosten der Assekuranzen. Besser ist es auch dem Wein u. geistiger Getränke sich nicht vom Kapitän liefern zu lassen, u. wenn dies nicht Misslich wäre, doch wenigsten etwas zur Erfrischung in den Zwischenstunden mit sich zu nehmen, ebenso etwas dürres Obst, Zucker etc., was so zur Erfrischung dienen mag, dann wenn man als Pssagier schon hierauf Ansprüche machen kann, so sins die kapitäns doch sehr intrssiert und oft schlecht versehen. Viele Unannehmlichlleiten fallen auf den paketbooten weg, weil dort besser für Passagiere eingerichtet und seinen geregelten Gang hat wie in einem Wirtshause. Da das Seewasser nicht gut ist zum reinigen des Körpers, der Kleider, weil es dieSeife nicht auflöst zu diesem Zwecke aber nur gesalzenes Wasser gelierfert wird, so würdeein eigenes Fass süsses Wasser eine grosse Annehmlichkeit sein, auch für solche die in der Kajute reisen. Die grösste Unannehmlichkeit ist die Seekrankheit von der ich zwar nur wenige Stunden litt, die aber bei einigen Personen mehrere Tage anhält und bei jedem heftigen Wind weiderkehrt was übrigens nicht gewöhnlich ist. Neben diesem Uebel findet man man .einen Mangel   einer grossen Zahl gewohnter Bequemlichkeiten an deren Entbehrung man sich aber wohl früh gewöhnen muss, da die meisten dem Ansiedler in den ersten Jahren ebenfalls fehlen werden. Die Annehmlichkeiten beschränken sich auf ... Farbenspiel am Himmel und im Wasser, Einige Naturerscheinungen, Fische, Vögel u. Insekten, doch lernt man hier die Schönheiten der Natur im Einzelnen bewundern , u. Manches erfreut, das im gewöhnlichen Leben unbeachtet geblieben wäre. Die Zeit scheint auch nicht sop lang aös ,am sich vorstellt, gute Gesellschaft u. gute Bücher können jede Stunde angenehm ausfüllen. Die Einförmigkeit des Seelebens wird ... durch irgend ein Ereigniss oder einer Erscheinung unterbrochen. Was den Aufenthalt im Zwischendeck betrift so hat diese Reise meine Abneigung dagegen noch verstärkt, u. nur wer die Kosten der Reise in der Kajüte sich zu bestreiten vermag, soll sich dort engagieren. Es ist das Leben einer Kaserne u. noch ärger, Der ewige Lärm , Geschrei so vieler Personen in einem einzigen Raum, die Unannehmlichkeit dieses Reiselebens in Beziehung auf Entkleien u. Schlafengehen, die Rohheit u. Unsittlichkeit welche nur zu oft in diesen Zwischenräumen herrscht , kurz eine Menge Dinge sind der Art, dass ich für meine Person während dieser Reise jeden Tag mehr erfreut war, durch die Wohlfeilheit nicht verleitet worden zu sein, diesen Zwischenraum zu meinem Aufenthalt gewähl zu haben. Auf unserer Reise hatten die Entre.. -Passagiere überdieses mehr als die Hälfte des Weges faules stinkendes Wasser u. gegen das Ende Mängeln an Lebensmitteln, so dass sie nur Wassersuppen kochen konnten. Es ist gewöhnlich dass sich die Leute ihre Lebensmittel von einem Makler im Havre zu einem bestimmten Preis liefern lassen, u. wenn sie den glatten Worten dieser gewissenloser Menschen Glauben schenken, u. die Lieferungen nicht genau nach Qualität und Gewicht inspizieren, so werden sie in Beiden Betrogen. Die Mäkler liefern dem Kapitän ebenfalls das Wasser Salz , welche dieser nach dem Akord zu geben hat, u. da ist ihnen die geringe Müher zu viel, die Wasserfässer vor dem Füllen etwas auszuspühlen, was dann Folgen hat , wie die unsere Mitpassagiere dulden müssen. Für Landleute u. dergl. sind freilich diese Unannehmlichkeiten im ganzen nicht so fählbar, u. wenn Wasser . Lebensmittel gut sind, leben viele auf demSchiff gewiss besser, als sie zu Hause nie konnten.

Den 8. Mai holte uns ein Dampfboot auf der Rhede ab u. brachte uns den Fluss hinauf bis New Orleans, wo wir den folgenden Tag anlangten. Diese Dampfbote Remorqueurs fahren auf flachen schiffen sehr grosse Maschinen , über denen noch ein Verdeck ist mit Zimmer für Passagiere. Rings um dad Boot herum ist eine ArtBarriere, an welche die zu remorquirenden Schiffe angebunden werden, u. so marschiert die Maschine den Fluss hinauf, auf jeder Seite mit einem grossen Dreimaster zuweilen diesem her oft noch 2od. 4 kleinere Briggs u. Schoner schleppend. Der Preis hiefür ist ein Thaler von der Tonne Gehalt, doch kann zuweilen etwas abgemarktet werden. Der erste Anblick des Landes am Ausfluss des MIssissipi ist nicht sehr schön, zuerst sieht man nur Sandbänke, später etwas grünes Schilf, das aber auch den Seereisenden nicht schön dünkt. Das ganze Landzwischen den Ausflüssen ist nämlich lauter Sumpf , welcher ein grosser Theil des Jahres unter Wasser ist u. wo nur Binse u. Röhricht gedeihen. Einige .iloten und Hütten sind die einzigen Wohnungen die man hier erblickt. Bld zeiogen sich einige Weidenbüsche, die aus hergeschwemmten Baumstämmen hervorzuschiessen scheinen, dann eine Wasserlilie, u. nach u. nach andere Gesträucher oder verkrüppelte Bäume, welche mit dem verschiedenartigsten u. schänstem Grün prangen. Nach dem zusammenfluss ... der Stromein Majestätisches Ansehen, die Breite ist zwar nicht so beträchtlich als man erwarten sollte, allein die Strömung ist stark u. die Tiefe gross. Ueber beide Ufer hinweg sieht man noch eine weite Strecke zu

beiden Seiten des offenen Meeres, u. die einbrechende Nacht hinderte uns zu bemerken wo dieser Anblick aufhört Als wir am andern Morgen erwachten war unser Horizont durch einen Baumkranz beschränkt, u. die Windungen des Flusses gaben demselben fast das Ansehen eines kleinen Landsees. Das Dampfschiff führte uns so nahe am Ufer vorbei, dass wir den Karakter des Landes einigermassen bemerken konnten. Dasselbe ist dem Europäer doch auffallend. Hinter einem Wall von Flozhölzern, die der Fluss an seinen Ufern aufgehäuft, dehnte sich das Wasser in die Wälder hinein, weil der wasserstand gerade hoch war. Das wilde verworren der Bäume mit stehenden u. umgefallenen Bäumen vermischt , die dürrenden (so) grünen mit schwazem herabhangenden Moose bedeckt, unten aus dem Wasser hervor erhebt sich die Wasserpalme auf niedrigem Struk, u.. allerlei Gebüsch u. Pflanzen u. Blumen . Bald nachher zeigen sich einige zersteute Pflanzzungen, die aber ein äusserst armes Dastehen haben und noch ganz neu scheinen. je mehr man sich Neu-Orleans, desto mehr nimmt die Kultur zu, bald folg Pflanzung an Pflanzung, schöne Gebäude mit kleinen Dörfchen u.Negerhütten, aber hier wird auch die Gegend einförmig, die schönen Bäume und Gebüsche verschwinden, u. nur im Hintergrund der Pflanzungen bemerkt man die sogenannten Cyprieres, .......die aus den ... od. Morästen aufsteigenden Urwälder. Es war Abends ½ 8 Uhr als wir in Neu-Orleans ankamen, die Luft war schwül obschon es unmittelbar vorher geregnet hatte; der Hafen war voll Schiffe.

die nahe an dem Ufer und der Stadt liegen, u. doch war Alles still wie auf einem KIrchhofe - der vorangegangene Regen u. die Unsicherheit der Strassen sollen daran Schuld sein.

Do 10 h früh war unser erster Gang zu Hern Nicolet, der mich schon lange erwartet hat denn ein späterer Brief von Rosette war vor mir angekommen u. hatte ihn von meiner Reise benachrichtigt.

Wir wurden äusserst freundlich u. zuvorkommend von ihm aufgenommen, u. er spendete beinahe den ganzen Tag für uns verschiedenes Interessantes der Stadt zu zeigen

Zuerst sahen wir zwei Kattunpressen in denen die Baumwoll-Ballen zur Ladung der Schiffe vermittelst einer Dampfmaschine nochmals gepresst u. auf die Hälfte ihres früheren Volumens reduziert werden. Die Schiffskapitäne be...n die Ladung hierfür um mehr Ladung einnehmen zu können. Von dem Dach dierser Gebäudehallen hatten wir eine sehr schöne Aussicht auf die ganze Stadt, die Umgebung, fluss u. Hafen. Der Lac Pontchartrain, etwa ./4 Stunden von N.O. entfernt, ist der allgemeinen Belustigungsort der Bewohner dieser Stadt, mit welchem die Communikation durch eine Eisenbahn ausserordentlich erleichtert ist. Dorthin führte uns H. nicolet zum Mittagessen, u. so kamen wir unerwarteter Weise zu dem Vergnügen, die schnellste Reise zu machen die man sich denken kann. In 14 Minuten führte uns der Dampfwagen an den Ort unserer Bestimmung. Der fährt in schnurgerader Linie topfeben zum Ziele und geht mitten durch einen ..., so dass er durchwegs auf Pfeilern über dem Wasser ruht. Die Unkosten , erst auf 50’00 Dollar berechnet , beliefen sich nachhaer auf 300.000, und doch soll das Unternehmen sehr erträglich sein, weil sich seit Errichtung dieser Eisenbahn ein grosser Verkehr zwischen Mobich und der dortigen Gegend ... etabliert hat. Es ist eine eigene Sache aus einer Stadt von 70 bis 80 000 Einwohner durch Urwälder u. ewige Sümpfe nach einem Vegnügungsort zu fahren, dervor letzeen nur das zum Voraus har, das er stattt über ausgrotteten Wäldern über den Gewässern eines Salzsees erbaurt wurde.

N.O. im Allgemeinen ist eine unanagenehme stadt. Die Strassen gehen in gerader éienie fort, u. durch diejenigen, welche sich Andeinwärts wenden , sieht man noch in die Urwälder, weenig scöne Häuser u. alles leicht und liederlich gebaut. Obschon man kaum einen Fuss graben kann ohne wasser zu finden, so werden die Backsteinmauern doch keineswegs duch Pfeiler u.Rraste unterstützt, so dass das Spalten u. Zusammenfallen der Gebäude keine Seltenheit ist. Zu beiden Seiten der Strassen gehn trttoirs, aber dazwischen ist Kkoth, dass oft èferd und Wagen stecken bleiben. Wenige Tage Sonnenschein sollen diesen Koth in Staub verwandeln u. dieser muss gewiss noch viel Lästiger sein. Dass diese Ausdünstungen, der unausstehliche Gestank inden Strassen u. die nahe liegenden Sümpfe in der heissen Jahreszeit

Krankheiten erzeugen, ist so natürlich, dass man sich wundern müsste, wenn es anders wäre. Das englische Quaartier, das von dem französischen ganz geschieden ist, sieht zwar etwas reinlicher aus, allein doch noch so, dass zur Belebung des Verkehrs auf öffentliche Kosten fiacres unterhalten werden, welche den Wanderer unentgeldlichh von einem ort zum andern führen.

Alles ist hier ungemein theuer, sowohls Waaren als Lebensmittel, Land, Häuser und Hauszinse. Eine Gesellschaft hat sich ein Lokal zu einer Art Gesellschafthaus gemietet, welches keine übermässige ausdehnung hat u. wofür 16 000 Dollars järlich Mietzins bezahlt wird; gwöhnliche Hausplätze von 10 u. 20 000 Dollaar s sind nicht selten, u. die Kottonpress zahlte 250,000 Dollars für dem Platzk auf dem sie ihr Etablissement errichtete. In diesem Styl geht es bis auf die Wäscherin herab, der man 1 Doll. für das Dutzend Stück bezahlt, sei es, eas es will, u. die Flickerlöhne sind so stark dass man hier zerbrockene Kleidungs..mit mehr Vorteil wegwirft als reparieren lässt. H. Nicolet drückte den Wunsch aus, dass sich Schweizer od. Deutsche auf einer Benachbarten Plantage ansiedeln u. mit Gartenbau beschäftigen möchten. Die Gemüse sind so theuer, dass diess gewiss sehr erträglich sein müsste u. der Eigenthümer des Landes würde vorteilhafte Bedingungen machen; das Klima auf dem Lande soll auch nicht ungesund sein. Im wiefern ein solcher Zweck erreicht werden kann, u. ob es rathsam ist, demselben Aufmerksamkeit zu schenken, vermag ich nicht zu beurtheilen, doch scheint es mir dass das Klima mitten in den hiesigen Sümpfen immer gefährlich bleiben muss und mit grossem Verdienst ist auch wenig gewonnen, wenn das Ausgeben in gleichen Verhältnisse ist.

In unserem Wirtshause haben wir zwei Deutsche gefunden, die vor kurzem einen Ausflug nach Florida gemacht haben um zu erforschen wie sich das Land zur Niederlassung eignet; allein sie fanden meistens Sümpfe u. Sandboden, wenig gutes Land, u. im Süden, wo Letzteres häufiger sein soll, befinde sich Alles noch in einem ungeheuer wildem Zustand. Von Arkansas dagegen haben wir sehr gute Nachrichten. Die Auswanderung nach dieser Gegend ist jetzt in starkem Aufschwung, die Bewohner haben bereits die Zahl ereicht, dass sie das Verlangen beim Kongress stellen konnten, als Staaat in die Union aufgenommen zu werden. Man hegt hier die Ansicht, dass Arkansas binnen kurzem einer der blühendsten Staaten des Innern werden möchte; in wie weit er unsern Absichten entspricht, werden wir sehen.Wir hoffen künftigen Donnerstag abreisen zu können, vorher jedenfalls nicht, weil unsere Wäsche erst bis Mittwoch Abend ferig wird. In der Hoffnung, Euch bald gute Nachrichten senden zu können, ... ich diesen Brief, welcher mörgen früh von hier abgehen wird. Inzwischen viele, viele Grüsse an Euch u. slle Bekannten mit dem Wunsche fortwährendens Wohlergehens.

Euer .. Sohn u. Bruder G. Jaeger

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no 1

                                                                                    Havre, den 13. Hornung 1833

Theuerst Eltern.

Meinem letzten brief zu folge sind wir also Sonntag den 17. des Morgens 9 Uhr v. Aarau abgereist u. kamen Abends zur guten Zeit in Listal an. Des anderen Morgens früh 5 Uhr bestiegen wir den Postwgen nach Belfort; das Wetter welches Tags vorher milde und schön gewesen, hatte sich gewendet u. ein starkes Schneegestöber begleitete uns den ganzen Vormittag. Nachmittags floss der Regen in Strömen, als wir in Belfort anlangten, sodass unser Austritt aus der Schweiz unfreundlich u. die ersten Schritte über Frankreichs Boden unangenehm waren.Die schlechte Witterung und die obwaltenden Fassnachtsbelustigungen retteten uns vor den Untersuchungen der Douane in St. Louis, unser Gepäck wurde nicht geöffnet und dadurch eine wesentliche Besorgnis(s) behoben, weil bei dem Drängen des Postens gewöhnlich nicht wieder ordentlich gepackt weden kann. Kaum hatten wir in Belfort etwas genossen, so musssten wir uns schon wieder in den Wagen setzen und fuhren Tag und Nacht in einem fort bis Paris; das Wetter war anhaltend schlecht u. stürmisch, des Nachts bisweilen etwas kalt,u. die Wege so schlecht, dass wir Donnerstag Vormittag erst ½ 8 Uhr in Paris anlangten. Neben der üblen Beschaffenheit der fast bodenlosen Strassen, lag die Ursache dieser Verspätungauch in der schlechten Organisation der Courses der Diligenses auf dieser Route, die im Winter wegen mangelnden Concurrance nur nachlässig besorgt werden; oft werden die Postpferde 6-8 Stunden wegs nicht gewechselt, ja einmal mussten die nämlichen schlechten Gäule den schwer belasteten Wagen 11 Stunden lang mitschleifen. Von Troyes weg hatten wir gute Pferde u. weil die Strassen von da bis Paris gepflastert sind, so ging es auf dieser Strecke rasch vorwärts. allein dabei nicht ganznicht ganz ohne Gefahr des Umwerfens, indem beim gegenseitigen Ausweichen der Wagen leicht das eine Rad in den bodenlosen Grund sinkt, während die ander Seite auf dem hocherhobenen Pflaster bleibt u. dadurch die Diligencen, welche ihre Lasten grossentheils oben auf dem Verdeck tragen, bald das Gleichgewicht verlieren. Indessen kamen wir ohne Unfall, von der ganzen Reise aber wüsste ich nichts (Angenehmes zu erzählen, weil eine erste Durchfahrt durch ein flaches u. ödes Land wenig interesse bietet, auch machen die zahlreichen Ruinen , die in den Dörfern seit denFeldzügen von 1813 u. 1815 fast überall noch sichtbar sind, einen unangenehmen Eindruck, besonders wenn man ohnehin nicht gut gestimmt ist. - Als wir in Paris ankamen, war die Post nach Havre schon verreist, wir mussten also bis folgenden Abend 6 Uhr daselbst verweilen u. benutzten diese kurze Frist, um die öffentlichen Plätze u. Gebäude zu besichtigen, die schönen Boutiques in Augenschein zu nehmenu. uns an dem Gewühl in den Strassen zu belustigen. Diese Promenade durch die Stadt ist unterhaltend u. in kurzer Zeit habe ich viel Schönes gesehen, allein ausser dem Louvre u. den Geräten der Tuillerien hat bei mir nichts einen wesentlichen Eindruck hinterlassen, weil die bevorstehende Reise mich zu sehr beschäftigte, als das die Schönheiten u. die Manigfaltigkeit der Hauptstadt Frankreichs etwas anderes als vorübergehendes Wohlgefallen erwecken konnte.

Freitag Abend 6 Uhr sassen wir schon wieder im Postwagen u. da mehrere derselben zuglich abfuhren u. bis Rouen ein fortwährendes Wttrennen hielten, so kamen wir schon bei Tagesanbruch in dieser Stadt an. Das Wetter war sehr milde, obschon noch nicht ganz heiteru. mit Freuden konnten wir des Anblicks der schönen Normandie geniessen. Liebliche Thäler u. Hügel wechseln beständigab u. die vielenObstbäume auf den Feldern, Häuser und Hütten in kl. Wäldchen gaben der Landschaft einen malerischen Anstrich. Havre erreichten wir mit einbrechender Nacht, die Luft war sehr von Dünsten verfinstert, so dass wir die schöne Lage dieserStadt erst morgen näher betrachten können.

                                                                        Den 25. Hornung 1832(?)

Sogleich nach unserer Ankunft in Havre haben wir Brentinger aufgesucht, der uns sehr bereitwillig alle möglichen Hilfeleistungen anbot u. uns (gestern gut), bewirthete, was uns deswegen sehr erfreulich war, weil wieder eingetretenes Regenwetter jeden Spaziergang unmöglich machte u. wir auch keine Geschäfte in unsern Reiseangelegenheiten vornehmen konnten, da es Sonntag war. Heute früh gingen wir sofort in den Hafen, u. fanden ein Segelfertiges Schiff nach New orléans, welches mir auf guten Wind wartete, so dass wir Vielleicht morgen schon abreisen, vielleicht aber noch mehrere Tage hier warten müssen, je nachdem uns das Wetter begünstigt oder nicht. Das Schiff auf welchem wir die Ueberfahrt machen werden, ist ein schöner Amerikaner, nach einer oberflächlichen Messung circa 45 starke Schritte lang, so dass man schon ordentlich auf demselben spazieren kann, Das Schiff ist gar nicht befrachtet, auch befinden sich ausser uns nur 4 Passagiere auf demselben, Schweizer aus dem Kanton Neuenburg u. insofern wäre die Ueberfahrt auf dem Zwischendeck nicht mit so grossen Unannehmlichkeiten verbunden, als dies öfterder Fall ist. Dessen ungeachtet haben wir uns für die Plätze in einer Cajute engagiert u. zwar aus der ganz einfachen Rücksicht, weil uns dieses höchstens frs. 150.- pro Person höher zu stehen kommt als die Ueberfahrt im Entreport, was mit den grösseren Unannehmlichkeiten vom letztern Ort in gar keinem Verhältnis steht. Ohne Wein und Brantwein bezahlen wir nämlich frs 400 jeder, sonst kostet es gewöhnlich frs 700 bis 800 u. die Ueberfahrt im Entreport bewertheten wir auf circa 250 frs, weil der Ankauf an Küchengerätschaft nicht unbedeutend ist. Nach 8 Uhr Abends darf im Zwischendeck kein Licht mehr gebrannt werden, bei schlechtem Wetter wird alles geschlossen, so dass man den ganzen Tag im finstern ausharren muss. Holz u. Wasser wird genau zugemessen, für dieses u. den Platz bezahlt man frs 80 Lebensmittel schafft man selbst an, muss selber imeigenen Küchengerät kochen, ist sich selbst überlassen so ohne alle Hilfe und Beistandvon Seiten der Schiffsmannschaft. Die Küche ist auf dem Verdeck wo bei Sturm kein Feuer gemacht werden darf. Trotz aller dieser Inconvenenzien waren wir noch zweifelhaft, bis uns der Kapitän erklärte, dass wir von Seiten des Schiffkochs durchaus keine Hilfe zur Zubereitung der Lebensmittel erwaten dürften, weil dieser dazu keine Zeit habe u. solches ohnehin nicht gestattet werden dürfe. Mit den Neuenburgern konnten wir uns ebenfalls nicht rangieren, weil wir sie nicht aufzufinden wussten u. es ohnehin junge Leute sein sollen, die gewiss so wenig vomKoche verstehen als wir, so wäre dann die Kocherei ein entscheidendner Grund für das Engagement in die Kajute u. ich gestehe es, ich war froh als ein so entscheidender Grund meine Refektionen fixierte.

Bei Herrn Dupaasseur habe ich frs bares erhoben, weil ich mein Gold gerne spare, u. für das übrige liess ich mich nach N.Orleans creditieren.

Nun lebt wohl, ich werde noch einiges an Franz schreiben, was er Euch auch mitteilen wird, auch schi(b)li wünscht Nachrichten von mir, allein ich werde kurz sein und ersuche Euch, aus diesem Briefe und den späteren, die ich senden werde, ihm die erwünschten Mitteilungen zumachen, damit ich nicht genöthigt bin das nämliche öfters zu wiederholen.

Unsere Briefe werden durch die Vermittlung der Herren Dupaseur &cie. an (Hans) Meyer et Cie. nach Brugg kommen u. die an uns könnt ihr über den gleichen Kanal an den schweizerischen Consul in New York senden.

                                    Adieu Euer Sohn           

                                                                        G. Jäger

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Gottlieb Jaeger

Gottlieb Jaeger reiste 1833 nach Amerika um für eine allfällige Auswanderung der Familie zu sondieren. Nach drei Jahren kehrte er zurück, da sich die Eltern nicht entschliessen konnten die Strapazen auf sich zu nehmen und sich zudem  die Verhältnisse in der Schweiz gebessert hatten

Jaeger, Gottlieb, von Brugg.

*28. dezember 1805 in Aarau, gesstorben 25. april 1891 in Brugg

Stadtammann von Brugg, Bundesrichter.

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