{"id":226,"date":"2013-07-20T14:44:48","date_gmt":"2013-07-20T11:44:48","guid":{"rendered":"http:\/\/nikaderungs.com\/nikaderungs.com\/no-6a-hornung-1834\/"},"modified":"2019-05-20T15:37:11","modified_gmt":"2019-05-20T13:37:11","slug":"no-6a-hornung-1834","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikaderungs.com\/el\/no-6a-hornung-1834\/","title":{"rendered":"no 6a Hornung 1834"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Brief an H<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sechs Monate snd verflossen seit ich das letzte mal Dir mein Freund geschrieben, 2 Monate bin ich schon hier in L.R provisorisch angesiedelt &#8211; u habe noch keinen Bericht \u00fcber m. Thun u Treiben nach Hause gesendet, u ohne die Ankunft des ersten Briefes v. D. Vater, w\u00e4re vielleicht noch einige, wenn auch nicht lange Zeit verflossen, bevor ich etwas h\u00e4tte v. mir h\u00f6ren lassen. Ich kenne meine Saumseligkeit, meine S\u00fcnden, aber es geht mir so wie Manchem Andern, der seine Fehler kennt u sie desswegen doch nicht ablegt. So gut wie heute h\u00e4tte ich fast jeden andern Abend die Feder ergreifen k\u00f6nnen, aber gar viel war ich nicht zu Hause od sonst besch\u00e4ftigt. od. m\u00fcde, wie es Dir auch gehen wird, wenn Du einst auf Deiner Farm sitzest, u die vielen Verrichtungenn, bedeuend od. unbedeutend u machen hast, die jetzt mich besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">T\u00e4glich ja fast st\u00fcndlich denke ich an meine Lieben zu Hause u sehne mich dieselben bald hier zu sehen. Set einiger Zeit zwar fange ich an zu zweifeln, dass diese meine Sehnsucht bald befriedigt werde, denn nach den verschiedenen Aeusserungen die ich gelegentlich von H. Tschiff \u00fcber seine Berichte nach Hause h\u00f6re, werden dieselben Eure Abreise nich beschleunigen sondern vermuthlich zu verschiedenen wichtigen Fragen Anlass gebe, deren Beantwortung meine u. meines Reisegef\u00e4hrten Rapporte in Uebereinstimmung bringen od wenistens erkl\u00e4ren soll, wie wir zu verschiedenen Ansichten gekommen sind. Wenn ich mich irre, so habe ich in meinen ersten Berichten an meine Eltern die Grunds\u00e4tze ausgesprochen welche mir zur Richtlinie um meiner Urtheile dienen. Ich will Dir, mein Freund hhier einmal meine Ansichten \u00fcber das ganze Auswanderungs u. Ansielungsprojekt mittheilen. &#8211; Die Gr\u00fcnde welche mich zur Auswanderung bestimmten sind in dem Briefe Deines H. Vaters mir wieder klarer als je vor die Augen gestellt worden, sie machten sich uns schon lange f\u00fchlbar durch alllgemeines Missbehagen, duch eine Unzufriedenheit mit unserer Zeit u dem was sie uns B\u00f6ses brachte. Dudens Schilderung seines Lebens ist anziehend, denn er geht mit einer beabsichtigten aber unverantwortlichen Leichtigkeit \u00fcber die Beschwerden weg, die der Ansiedler warten, u hat dadurch Manchen in eine Lage gerissen, die er jetzt nicht zu ertragen die Kraft hat, weil er sich den Zustand in den W\u00e4ldern Amerikas nicht so dachte, u T\u00e4uschung fast aller seiner sch\u00f6nen Erwartungen seine M\u00fch u seine Ausdauer l\u00e4hmte. Wir haben zwar das Buch mit etwas mehr Aufmerksamkeit gelesen, wir projektierten \u00fcberdies uns im Arkansas anzusiedeln, u da wir dort nach weniger Cultur erwarteten als am Mississioi, so kam in unsere Unterredungen manche Beschwerde u Entbehrung zur Sprache, an die ein anderer nicht dachte, aber noch immer gingen auch wir zu leicht \u00fcber die M\u00fchseligkeiten der bevorstehenden Lebensart weg, u darum ermangelte ich nicht in meinem fr\u00fchern Briefe darauf aufmersam zu machen welche Beschwerden Euer warten. Den Arkansas fand ich zwar nicht so Menschenleer als ich erwartete. Die Indianer sind nach dem Westen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, das Gebiet ist nach allen Richtungen mit Strassen durchzogen, u \u00fcberall findet man zerstreute Ansiedlungenl diese aber sind noch d\u00fcnn, die H\u00e4user Meilenweit, oft ganze Tagreisen aus einander u noch kann man das ganze Gebiet zu den Backwads rechnen. Aber auch nur auf diese passt Dudens Beschreibung. Seine Ansiedlung muss in einer Gegend gewesen sein, die ungef\u00e4hr in dem n\u00e4mlichen Zustande der Bev\u00f6lkerung u. Kultur sich befand wie die hiesigen Umgebungen, u nach Berichten v. Reisenden muss der Markt v. St Louis jetzt noch nicht besser bestellt u theurer sein, als derjenige v Little Rock u Bateville. Insofern liegt also in dem Zustande des Landes kein Grund gegen die Ansiedlung in Arkansas, u morgen will ich zu andern Betrachtungspunkten \u00fcbergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">den 17. Hornung 1834<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der vorz\u00fcglichsten Gr\u00fcnde warum ich die Arkansas Gegend dem Mississipi vorgezogen, war, wenn ich nicht irre das, Verlangen nach einem w\u00e4rmeren u mildern Himmelsstriche, u jetzt, nachdem ich fast ein ganzes Jahr hier zugebracht, finde ich mich weniger als je geneigt, weiter nach Norden zu gehen, vielmehr w\u00fcrde ich lieber noch s\u00fcdlicher wohnen, wenn irgend eine Wahl m\u00f6glich w\u00e4re. Allein die ist vorhanden, denn alle s\u00fcdlich dem Arkansas liegenden Theile der vereinigten Staaten geh\u00f6ren fast ausschliesslich dem Flussgebiet des Red R. das zwar eine sehr fruchtbare (monea marking) Gegend sein soll, aber stets bei den Amerikanern wegen ihrer Ungesundheit in Misskredit ist. Texas aber, ein Land das nach allen Beschreibungen kaum etwas zu w\u00fcnschen \u00fcbrig liesse, ist jetzt sozusagen ohne alle Regierung u Otganisation, der Zufluchtsort u Sammelplatz aller schlechten Leute, die aus igend einem Grund aus den Ver. Staaten u v den dasigen Gerichtsh\u00f6fen fl\u00fcchten m\u00fcssen. Das hiesige Klima \u00fcbrigens gef\u00e4llt mir auch ziemlich, die Hitze im Sommer war mir Ausnahme v. wenig Tagen gar nicht dr\u00fcckend &#8211; der Herbst fast durchgehend sch\u00f6n u angenehm, letztes Jahr doch ungew\u00f6hnlicher Weise schon im Oct mit sehr kalten N\u00e4chten u einmal fiel sogar mehrere Zoll tiefer Schnee. Sp\u00e4ter wurde es wieder sch\u00f6n u lieblich bis z. Jenner, an welchem Tag e st\u00fcrmte u schneite, worauf dann f\u00fcr etwa 8 Tage ein solche K\u00e4lte eintrat, dass der Fluss zufrohr u wir kaum gegen den Frost zu sch\u00fctzen wussten. &#8211; Den ganzen Monat hindurch war es meist unangenehm k\u00fchl, noch einmal fiel etwa 6-9 Zoll Schnee, der aber in wenigen Tagen v. d. Kraft der Sonne weggeschmolzen war, u uns seit etwa 14 Tagen ist die Witterung so mild u angenehm, dass wir den ganzen Tag \u00fcber bei der Arbeit kaum etwass mehr als Hosen u Hemd auf dem Leib dulden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Winterk\u00e4lte in Ganzen auch nicht sehr lange andauerte u nicht besonders streng gewesen sein mag, so war sie mir doch sehr empfindlich, theils weil ich in Haus, Kleider u Bettger\u00e4thschaften nicht sehr gegen den frost gewappnet bin, theil weil das vorherrschende warme Klima die Haut weicher u f\u00fcr die rauhen L\u00fcfte empfindlicher macht. Aber am Mississipi soll nun die K\u00e4lte ungleich gr\u00f6sser sein, u da die Sommerhitze dort ebenso stark od. noch st\u00e4rker ist als hier, so muss die Empfindsamkeit des K\u00f6rpers nicht geringer sein, u schon darum werde ich das hiesige Klima vorziehen, wenn auch nicht der sehr entschiedene Grund dazu k\u00e4me, dass eine Gegend bedeutend n\u00f6rdlicher als die hiesige sich z. Weinbau nicht eignet, weil die Erndte zu oft durch Sp\u00e4tfr\u00f6ste zerst\u00f6rt w\u00fcrde, da nach den eingezogenen Erkundigungen sogar hier kalte Fr\u00fchlingsn\u00e4chte zuweilen Schaden thun. Neben dem Klima kommt zun\u00e4chst der Boden in betrachtung, worunter ich \u00fcbrigens nicht so sehr den Pflanzengrund als die Beschaffenheit des Landes im Allgemeinen verstehe, denn fruchtbar ist der Boden fast \u00fcberall, wo nicht Steine die Erdoberfl\u00e4che decken, weil der seit Jahrhunderten angeh\u00e4ufte vegetabilische Moder auch den Sand auf viele Jahre mit reichlichem D\u00fcnger versehen hat, u auch zwischen den d\u00fcrresten Steinh\u00fcgeln sich fruchtbare StreckenLandes befinden &#8211; Eine f\u00fcr den Auswanderer viel wichtigere Unterscheidung ist die zwischen Hochland u Bottems u unter diesen sind namentlich Bottems l\u00e4ngs der grossen Wasserkursen hervorzuheben. Die letzeren haben neben den Vortheilen einer \u00fcberaus reichen u. tiefen Dammerde alle Vortheile welche aus naher u bequemer Wasserst.. hervorgehen, allein sie sind z grossen Theil den Ueberschwemmungen ausgesetzt u wenn auch der angesiedelte Platz nicht geradezu unter Wasser kommt, so sind es doch die n\u00e4chsten Umgebungen. Die zur\u00fccktretenden Fl\u00fcsse lassen eine Menge stehender Gew\u00e4sser zur\u00fcck, welche die Swamps bilden u die Hockplatze f\u00fcr allerlei Fiebern sowie andern Krankheiten sind, u wo die zahlreichen Muskitenschw\u00e4rme auch ihrer Umgebungen aussch\u00fctten. So sind die gepriesenen fruchtbaren Ufer des Missi., des Arkansas, des white River beschaffen, u so muss nach den Beschreibungen amerikanischer Schriftsteller auch die Beschaffenheit der n\u00e4chsten Umgebung des Missouri sein. Weiter oben v. Fluss wird der Boden gew\u00f6hnlich weniger fruchtbar, u die Leichtigkeit d. Schiffskommunikation vermindert sich, dagegen aber werden Krankheiten u Muskiten seltener &#8211; \u00efm hiesigen Territorium ist hierin zwar einige Verschiedenheit, denn der ganz \u00f6stliche flachere Theil ist fast durchgehend mit stehenden Gew\u00e4ssern u S\u00fcmpfen durchzogen u die Pr\u00e4rien mit ihren Angrenzungen machen allein eine Ausnahme. Der westliche Theil des Gebiets aber ist durch H\u00fcgel durchbrochen, die sich zuweilen sehr nahe an Fl\u00fcsse schliessen u dadurch die gr\u00f6ssere Ausdehnung d. Bottems hemmen, was dann zu der Ansicht verleitet dass das Gebiet nie zu einiger Bedeutung sich emporschwingen werde, weil es zu wenig fruchtbares Land enthalte. Es soll eine ausgemachte Sache sein, dass v. Canda weg gegen S\u00fcden hin die Tiefe der Dammerdt im Allgemeinen abnehme, allein das hindert nicht, dass Mancher dem S\u00fcden den Vorzug gibt, weil auch da noch die fruchtbare Erde mehr als hinreichend u im mildern Klima mehr produziert als im kalten Norden Das Arkansas Territorium enthaltet \u00fcberdies sehr viel gutes Hochland, das weniger produktion u daher v. den Amerikanern verachtet ist, allein es ist nach meiner Meinung gerade dasjenige, was dem Eurp\u00e4er am besten zusagt, weil es die Europ\u00e4ische Kultur am besten vrtr\u00e4gt, u wenn einst die Zeit kommt wo das Land ged\u00fcngt werden muss, wird der Vorzug des Bottems-Landes nicht mehr gross sein. Hochland ist \u00fcberdies ungleich ges\u00fcnder, weil der Boden nicht so viele Feuchtigkeit enth\u00e4lt, u nicht so viel sch\u00e4dliche D\u00fcnste v. sich gibt, u so glaube ich, dass trotz dem Mangel od. nicht so h\u00e4ufigem Vorhandensein ausgedehnter Flussbottems das Arkansas Gebiet mit starken Schritte einer bessern Kultur entgegen arbeite. Doch wozu diese Abschweifung &#8211; Die druchtbaren Th\u00e4ler also l\u00e4ngs den grossen Fl\u00fcssen fand ich wegen iihrer Ungesundheit f\u00fcr uns nicht zutr\u00e4glich u richtete daher v. Anbeginn mein Augenmerk auf den westlichten h\u00fcgelichen Theil des Territoriums. Dieser wird durch zwei bemerkenswerte Wasserkurse durchzogen &#8211; der Arkansas u der weisse Fluss mit ihren Zuz\u00fcgen. &#8211; Der Arkansas selbst mit seinem ganzen Flussgebiet, so weit es in den Grenzen meiner Forschungen liegen konnte, kann ich mit der einfachen Bemerkung beseitigen, dass er anerkannter u erpropter Weise sehr ungesund u fieberisch ist, wahrscheinlich wegen der stehenden Wasser das \u00fcberall eine bl\u00e4uliche od milchige Farbe hat, u weil neben den die Gebirge bis weit hinauf bald rechts bald links bedeutende Ebenen im Flussthale zulassen, die bei jeder Wassergr\u00f6sse \u00fcberschwemmt werden, u ausgedehnte Swamps bilden. &#8211; Die zwischen Little rock u Fort Gilo&#8230; in den Fluss fallenden Creeks haben auch meistens zu kurzen Lauf um den sch\u00e4dlichen Einfl\u00fcssen des Hauptwassers zu entziehen. Besser ist es am White River. Etwa 20 Meilen oberhalb Batesville f\u00e4ngt der Fluss an durch die Berge eingegrenzt zu werden u nur hie u da bieten sich dem Ansiedler schmale Strecken Landes an seinem Ufer dar. Das klare Wasser u d felsigen Ufer geben diesem Wasser einen doppelten Reiz, in einem neuen Welttheile wo man kaum etwas Anderes zu sehen bekommt als tr\u00fcbe Fluten und unendliche W\u00e4lder. &#8211; Aber die nemlichen Berge u Felsen die mein Auge erg\u00f6tzen, bieten dem Ansiedler Schwierigkeiten dar, die mich v. dort abstossen. Das Vieh, welches mothwendig z Hiesigen Haushalte geh\u00f6rt, hat grosse Schwierigkeit \u00fcber die Meile der Berge nch Futter zu gehen, u mancher Farmer beschwerte sich, dass er nur mit M\u00fche so viel Vieh halten k\u00f6nne als er zur Nothdurt br\u00e4uche. Der gleiche Uebelstand ist l\u00e4ngs den Zufl\u00fcssen das White River zu bemerken, welche v ihrer M\u00fcndung aufw\u00e4rts 40 &#8211; 60 Meilen weit meist mit steilen Ufern eingeklemmt sind, u erst dann v sanften Abdachungen umgeben werdenm dort aber auch guten Boden u reiche Weite bieten. &#8211; An diesen Nebenfl\u00fcssen sind schon ziemlich viele Ansiedlungen, allein sie sind nach meiner Meinung alle zu sehr v. d. Verbindung mit schiffbaren Str\u00f6men abgeschnitten, u die Landcommunikation wird noch um viele Jahre hinaus immer k\u00f6stspielig u schwierig sein, denn selbst auf den grossen Heerstrassen ist nicht viel mehr gethan worden als d. B\u00e4ume weggehauen u hie u da eine Br\u00fccke erbaut. Einer der Zufl\u00fcsse des White R. ist der Little Red, er hat aber darin einen verschiedenen Karakter v. d. Andern, dass er sich erst weit unten in den Swamps mit dem Hauptfluss vereinigt, also selbst\u00e4ndig f\u00fcr sich das Gebirge mit seinen \u00f6stlichen Ausl\u00e4ufen durchzieht. Aber in der N\u00e4he seiner Quellen ist auch dieser Fluss zieml stark angesiedelt, denn es finden sich dort zml ausgedehnte Strecken des fruchtbarsten Bodens, aber auch diese Ansiedlungen liegen so sehr im Gebirge verloren, dass kaum ein anderer Zugang ist, als schmale Fusspfade. &#8211; Weiter Flussaufw\u00e4rts vermindert sich die Fruchtbarkeit des Bodens, menschliche Wohnungen werden seltener, bis man in die N\u00e4he d. Gegend kommt, wo der Fluss durch die grosse Heerstrasse, die v. Little Rock nach dem Norden f\u00fchrt, gekreuzt wird. Von dort findet man wieder einige wenige Ansiedlungen, die bis hinunter reichen, wo sich d. Fluss durch die Swamps nach dem White R wendet. Diese Gegend hat mir schon das erste mal, wie ich sie sah, f\u00fcr unsern Zweck am besten gefallen, ein zweiter Besuch best\u00e4rkte meine Ansicht u ich habe sie nicht ver\u00e4ndert, nachdem ich schon 2 Monate hier lebe. Ich wohne in der N\u00e4he einer gr. Strasse, die Verbindung zu Wasser ist zwar einige Meilen Fluss abw\u00e4rts etwas schwierig, doch m\u00f6glich, v. d. toten Gew\u00e4ssern bin ich so entfernt u v. H\u00fchgelausl\u00e4ufen getrennt, dass deren sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse nicht zu f\u00fcrchten sind. Der Fluss selbt ist klar, die angrenzenden H\u00fcgel mit reichlicher Weide versehen,der Boden nicht v. der vorz\u00fcglichsren Art, aber doch auch genug uns Alles zu produzieren, was man w\u00fcnschen kann, u wie es mit der Gesundheit aussieht, will ich diesen Sommer erforschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">20 HORNUNG 1834<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Brief r\u00fcckt langsam vorw\u00e4rts, denn die 3 letzten Tage war ich durch allerlei Besch\u00e4ftigungen u eine durch Grollmann veranlasste Jagdschweiferei besch\u00e4ftigt, u die Abende brachten wir bei einer Pfeife Tabak vor dem Hause zu, u erg\u00f6tzten uns in der milden Abendluft. Heute habe ich Tabak ges\u00e4et, meine erste Aussaat in diesem neuen Lande. Nun zur\u00fcck zur Hauptsache &#8211; Wenn ich sage, dass es mir hier gefalle u je l\u00e4nger je mehr zur Ueberzeugung komme, dass es die Stelle im Territorium sei, die unsern Zwecken am n\u00e4chsten anspreche , so will ich doch nicht sagen, dass ich Alles gefunden u hier einiges sehe, was zu w\u00fcnschen ist. Die Herbeischaffung der Lebensmittel u der unentbehrlichsten Bed\u00fcrfnisse ist f\u00fcr einstweilen mit vielen Schwierigkeiten verkn\u00fcpft, u fast die ganze Zeit musste ich auf dem Gaule zubringen, bald um Mehl od. Kartoffeln, Korn u.s.w. herbeizuschaffen, denn die Leute hier zu Land schaffen nur so viel als sie m\u00fcssen um ihren sehr einfachen Haushalt zu erschwingen, sie pflanzen nur was sie f\u00fcr sich brauchen, u so mussten wir Alles, was wir zur Aussaat bedurften, am White River etwa 20 Meilen weit herholen. &#8211; Eben dorthin m\u00fcssen wir auch zur M\u00fchle fahren, denn hier in der N\u00e4he ist noch keine erbaut. Die Amerikaner bedienen sich der Handm\u00fchlen oder stossen ihr Korn, aber beides ist gleich m\u00fchsam u Zeitraubend u schon desswegen sehr unangenehm, weil man zu jeder Mahlzeit erst das Mehl zu vereiten u das Brod zu backen hat. Es wird auch schwierig sein in der N\u00e4he eine Schickliche Stelle f\u00fcr eine Wasserm\u00fchle zu fiden, da die hiesigen B\u00e4che im Sommer vermuthlich fast alle trocken werden u meist wenig Fall haben. Eine kleine Ochsenm\u00fchle ist aber f\u00fcr den Gebrauch mehrerer Familien hinreichend u leicht zu halten, weil man das dazu n\u00f6thige Vieh zu andern Zwecken ohnehin anschaffen muss. Ebenso findet sich hier herum kein Kalkstein vor, was in Beziehung auf bessere Einrichtung der Wohnungen sehr unangenehm ist, so noch manches andere, allein wenn Ihr einst hier seid, werdet Ihr Euch selbst \u00fcberzeugen wie wenig es m\u00f6glich ist Alles das zu vereinigen, was wir in dem neuen Lande zu finden hofften, u m\u00f6get dann selbst entscheiden, was man am leichtesten entbehrt, darum ich denn auch fr\u00fcher darauf verwiesen habe, dass Ihr \u00fcber den Ort der definitiven Ansiedlung selbst entscheiden m\u00fcsst, nachdem Ihr Euch umgesehen habt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich mich dar\u00fcber aussprechen soll, wo ich eine Niederlassung f\u00fcr das zweckm\u00e4ssigste halte, so findet sich die Antwort in dem vorhergehenden, nur muss ich nachtr\u00e4glich noch einen Gesichtspunkt ber\u00fchren, \u00fcber den ich mit Deinem Oheim in gr. Controvers stehe. &#8211; Er haltet n\u00e4mlich eine Ansiedlug in den sogenannten Backward weder f\u00fcr sich noch andere f\u00fcr Zweckm\u00e4ssig u rathet daher zu den sch\u00f6n mehr angesiedelten u besser kultivierten Staaten, weil man hier mehr Entbehrungen u Beschwerden zu ertragen habe, als er Jemadem zumuthen m\u00f6ge. &#8211; Wahr ists dass jeder der sich hier nieder lassen will, in der Entbehrung selbst einen Genuss u in der Arbeit eine Freude finden muss, denn unter dieser Voraussetzung kann man die Beschwerden d ersten Jahre ertragen, u sich f\u00fcr sp\u00e4tere Zeiten etwas besseres bereiten, allein ich f\u00fcr meinePerson habe mich hierin sehr schnell gefunden u lebe hier vergn\u00fcgter u zufriedener als je in Europa. &#8211; In vielen R\u00fccksichten gebe ich den Backwoods auch den Vorzug vor den \u00e4ltern Staaten, denn wenn ich von diesen auch nicht aus eigner Erfahrung u Anschaung reden kann, so bin ich durch die erhaltenen Erkundigungen doch \u00fcber manche Inconvenienz ausser Zweifel &#8211; Abgesehen dass die Staaten Ohio u Illinois weit n\u00f6rdlicher u unter einem rauhern Himmelstriche liegen, ist dort das Land schon an den meisten Orten sehr theuer, die besten Pl\u00e4tze sind besetzt, die Ansiedlung mehrerer Familien in einer Nachbarschaft mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Wenn viele Bequemlichkeiten des Lebens dort leichter zu haben sind, so kann man sie umgekehrt hier leichter entbehren als dort, weil man sie nicht vor Augen hat, u dann kann man hier mit viel geringern Geldmitteln sich forthelfen als dort. &#8211; Nachdem was ich \u00fcber die Gelmittel meines Vaters kenne u nachden Berechnugen welche Du, mein Fr. \u00fcber Dein Verm\u00f6gen gemacht, ist beides unzureichend zu einer Niederlassung in n\u00f6rdlichen Staaten. &#8211; Wenn die Auslagen d Reise bestritten sind, w\u00fcrde kaum so viel \u00fcbrig bleiben um sich eine ordentliche Farm nebst Viehstand u andern Zubeh\u00f6rde anzukaufen u w\u00fcrde der Ertrag unserer Arbeit hinreichen um ordetlich davon zu leben? &#8211; w\u00fcrde er hinreichen um sich Bequemlichkeiten zu verschaffen, die man hier verw\u00f6hnt? Schwerlich, denn die gr\u00f6ssere Civilisation im Norden hat denselben auch schon mehr dem Luxus gen\u00e4hert der das Leben in Europa so manchem erschwert u die Produktionen des Farmers sind des mehreren Erzeugnisses wegen in niedrigern Preis als hier, auch der Ertrag eines gr. Viehstandes , der in den Backwoods mit einem geringern Kapital angeschafft werden kann, geht verloren, weil das Vieh sich nicht selbst ern\u00e4hren kann. &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An gesellschaftlichem Leben wird auch nicht gewonnen, denn schon der Sprache , noch mehr aber seines Karakters u seiner Sitten wegen wird die Gesellschaft der Amerikaner nie behagen, u was braucht der noch Gesellschaft zu suchen, der im Kreise seiner Familie u seiner Freunde gl\u00fccklich ist. Uns mitten im Walde anzusiedeln u mit eigener Hand ein Grundst\u00fcck zu kl\u00e4ren, geht freilich nicht, denn dazu w\u00e4ren wir zu unbeholfen, ich glaube sogar, dass wir nie im Stande w\u00e4ren etwas ordentliches zu vollbringen, allein \u00fcberall in den Backwoods finden sich Ansiedlungen, die <span style=\"text-decoration: underline;\">alle<\/span> zukaufen sind, weil die Klasse v. Leuten, welche zuerst in eine neue Gegend einr\u00fccken, aus angeborner Neigung immer weiter vorw\u00e4rts gehen, u ihre Ansiedlungen bei erster Gelegenheit verkaufen, ja dieselbe sehr h\u00e4ufig sonst verlassen, wenn sich kein K\u00e4ufer finder. &#8211; Findet man keinen Platz der conveniert u hat dagegen eine Stelle im Walde aufgesucht, so kann man durch einen Amerikaner leicht u ohne grosse Lasten so viel aufkl\u00e4ren lassen, als f\u00fcrs erste Bed\u00fcfniss hinreicht, u mit der allm\u00e4hligen Erweiterung kann man dann leicht zu Stande kommen. In den nordischen Staaten ist die Sklaverei verboten, hier kann man mit einem od. 2 Schwarzen schon viel ausrichten, u wenn man sie, wie es \u00fcblich ist, paart, so sind sie ein sich fortpflanzendes Kapital, das ohne besondern Zufall sich eher mehrt als verloren geht. Uber Sklaverei brauche ich nicht zu philosophieren, die Sklaven werden \u00fcbrigens hier sehr gut gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr Geldmittel sind zur Ansiedlung unentbehrlich? &#8211; das kann ich nur insofern einigermassen beantworten, als v. der hiersigen Gegend oder solchen die Rede ist, die ungef\u00e4hr in dem gleichen Kulturzustande sich befinden, der Ankauf eines Improuvements is:t 5, 10 15 Ares aufgekl\u00e4rtes Land nebst Geb\u00e4udetheilen u Allem wird nicht h\u00f6her kommen als 200 bis 300 Thaler (Dolars) das n\u00e4mliche mag es kosten, wenn man sich ein St\u00fcck aufkl\u00e4ren l\u00e4sst, dazu kommt noch der Ankauf des Landes,, da die Amerikaner in den Backwoods meist auf Staateigenthum sitzen, das macht 50 od 100 Dollars, je nachdem man 40 od 80 Ares kaufen muss, um seine Farm in das Eigenthum einzuschliessen. &#8211; Eine Kuh kostet 8 &#8211; 19 Tlr. Von der Zahl Vieh die man anschafft h\u00e4ngt also die darauf u verwendende Summe ab. Was d. Ankauf v. Ger\u00e4thschaften u.s.w. kosten mag, weiss ich nicht, es h\u00e4ngt davon ab was Ihr mitbringt u was einer zu haben w\u00fcnscht. Mein Rath ist mitzubringen so viel Ihr k\u00f6nnt ohne zu arges Geschleppe, denn Alles erspart Geld od ist doch wohl zu gebrauchen. &#8211; Was die Errichtung einer bequemen Wohnung kostet, weiss ich nicht, es ist vermuthlich ein theurer Artikel, der mehrere hundert Thlr weg nimmt, u dann kommt zuletzt der Unterhalt der Familie nicht nur f\u00fcr das erste sondern auch f\u00fcr das 3te Jahr, denn die Verh\u00e4ltnisse k\u00f6nnen sich sehr leicht so stellen, dass man fr\u00fcher nicht vierl mehr produziert um aus dem Erl\u00f6s sich mit Kaffe, Zucker etc. zuversehen. &#8211; Das sind Alles Dinge auf die man sich einrichtet, u das wird jeder vern\u00fcnftige nach dem Masstabe seiner Verh\u00e4ltnisse thun. &#8211; Sklaven muss sich der kaufen welcher nicht selbst arbeiten kann od will; ein schwarzer Mann kostet 600 &#8211; 1000 Thlr, eine Frau ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte, letzere werden \u00fcbrigens wenig zu harter Arbwit verwendet, sondern thun ungef\u00e4hr die Verrichtungen unserer M\u00e4gde u sorgen daf\u00fcr dass der Stamm nicht erl\u00f6scht. Nach diesem kann man selbst die Berechnugn machen, wie viel Verm\u00f6gen nach der Ankunft im Lande erforert wird, u ich denke, es wird gut sein, wenn man dem Resultate noch einiges f\u00fcr unvorhergesehene F\u00e4lle beif\u00fcgt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir in Euren Briefen nach dem Befinden unserer Lieben u nach dem Gange der Angelgenheiten im Vaterlande suchen, so werdet Ihr wahrscheinlich auch gerne vernehmen was wir treiben u wie wir unsere Zeit zubringen, u darum will ich denn erz\u00e4hlen we es uns geht, u wie es Euch gehen wird, wenn nach allen unsern Berichten Euer entschluss der n\u00e4mliche bleibt. &#8211; Seit Mitte Dec. sind wir auf einer Farm am Little Red eingemiethet. Wir bewohnen ein \u00e4cht amerikanisches Landhaus aus rothen Balken aufgeth\u00fcrmt, mit Schindeln gedeckt, wie sie in unsern Alpen vorkommen, nur einen Raum umschliessen die W\u00e4nde, u ein Kamin haben wir so gross dass man ein genzes Klafter Holz hinein bringen kann. Leider ist der Schornstein in b\u00f6sen Umst\u00e4nden, u die wenigen morschen Balken, die denselben mit M\u00fche aufrecht erhalten, w\u00e4ren vor einiger Zeit bald ein Raub der Flammen geworden. In diesem Hause wohnen wir angenhm, wenn das Wetter milde ist, wir frieren, wenn es kalt macht denn der frischen Luft wegen sind gar viele Zugl\u00f6cher angebracht, u einige Altersschw\u00e4chen haben die Zug\u00e4nge der Winde vermehrt bis z Ueberfluss. Auf dem Boden machen unsere Strohs\u00e4cke ein nicht ganz weiches Lager, aber es schl\u00e4ft sich eben doch recht gur darauf. Mit Mobilien sind wir noch nicht versehen, denn wir haben keine Instrumente u Schreinern u behlfen uns so gut wie m\u00f6glich, wie bei einem Mahl im Freien auch zu geschehen pflegt. F\u00fcrd Kochen sind wir schon ordentlich eingeschossen, tischen Kaffee, Gesottenes u Gebratenes auf, freilich ohne grosse Variation, denn ausser Schweine u Rindfleisch haben wir nur was ich etwa auf der Jagd erbeute, u das ist wenig, da ich viel nicht zu Hause bin, dass oft Wochenlang die Flinte nicht zur Hand nehme u \u00fcberdies nach alter Gewohnheit mehr fehle als treffe, besonders wo die Kugel gebraucht werden muss, Ausser Holzhauen etc werden jetzt nur noch Kleinigkeiten verrichtet, doch wird n\u00e4chstens die Feldarbeit angehen, u dann gibt es vollauf zu thun. anfangs hat mir die Arbeit schwer in den Gliedern gelegen, jetzt geht es schon ziemlich gut, u ich will bald lieber die Axt als die Feder f\u00fchrren. Es macht mir mehr Vergn\u00fcgen, wenn ein Eichbaum unter meinen Streichen st\u00fcrzt als wenn ich einen ganzen Bogen Papier geschw\u00e4rzt habe. &#8211; Unser Viehstand ist nicht gross. Ein alter Gaul, ein paar junge Hunde, eine Katze u ein paar junge H\u00fchner ist Alles was wir besitzen, n\u00e4chstens aber wird noch eine Kuh u ein paar Schweine mit Ferkeln angeschafft, damit wir n\u00e4chsten Winter was z Schlachten haben &#8211; Das ganze Leben hier gef\u00e4llt mir sehr, nur ist mir das viele Hosenflicken \u00e4rgerlich, denn, wenn ich am Abend damit fertig bin, so haben die D\u00f6rner d. n\u00e4chsten Tag mein Werk wieder zerst\u00f6rt, ehe es MIttag ist. &#8211; Nun will ich abbrechen, es ist sp\u00e4t u morgen muss ich in aller Fr\u00fche mich auf den Weg nach Little Rock machen um dort einige Gesch\u00e4fte zu besorgen, unsere Briefe auf die Post zu legen u nachzusehen, ob immer noch keine Antwort auf unsere Berichte von July u August angelangt sei &#8211; Wir warten mit Schmerzen auf Eure Antwort auf diese Briefe.-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe heute auf d. Weg den Brief des Vaters noch einmal \u00fcberlesen, u das leitet mich darauf noch einiges \u00fcber den Zeitpunkt der Abreise u den zu nehmenden Weg zu bemerken. Wie dort schon gemeldet, erwarte ich nicht dass die Abreise schon im Lauf des Fr\u00fchjahrs vor sich gehe, jedenfalls erst sp\u00e4t stattfinden wird; was denn die Idee zur Reise \u00fcber N.Y. gab, um nicht durch Fieberzeit in N. Orl. befunden zu sein. Ich glaube nicht dass durch den Weg \u00fcber N.Y. od. Baltimore etwas f\u00fcr die Annehmlichkeit der Reise gewonnen werde, denn wenn man einmal auf der See ist, machen 14 Tag od. 3 Wochen l\u00e4ngere Fahrt keine grosse Differenz. Von N.Y aus aber habt Ihr viel weiteren Weg, besonders wenn Ihr zu Wasser durch die grossen Seen u von diesen durch die Kan\u00e4le nach dem Ohio geht. Die Dampfschiffahrt wird sehr verl\u00e4ngert u mir wenigstens ist es auf den Dampfschiffen nie recht wohl, auch zeugt die Menge v. Ungl\u00fccksf\u00e4llen, dass meine Besorgnisse nicht ganz unergr\u00fcndet sind. &#8211; Im Sommer l\u00e4uft Ihr \u00fcberdiess Gefahr die Fl\u00fcsse so niedrig zu finden, dass keine Dampfschiffe laufen k\u00f6nnen. Solltet Ihr aber nur auf kurzen Strecken zu Land reisen m\u00fcssen, so w\u00e4re das mit mehr Beschwerlichkeiten verbunden als ich es zu beschreiben vermag. Das kann Niemand vollbringen, als ein Amerikanischer Mouver, dem es nicht darauf ankommt, in welchen S\u00fcmpfen od Wald er stecken bleibt u 8 od. 14 Tage campieren muss. Duden lobt zwar diese Art zu reisen, allein da hat ihn sein Phantasie aufs Eis gef\u00fchrt denn wenn so ein Amerikaner auch wirklich seinen ganzen Haushalt oft auf einem kl. Kasten mit sich f\u00fchrt, so ist es doch nicht angenehm, Monate lang im Wald u Wiese zu lagern wie die Zigeuner. Regen u Frost w\u00fcrde H Dudens Lobrede oft genug abk\u00fchlen, wenn er selbst die Probe machen sollte. &#8211; Wohlfeiler muss die Reise \u00fcber N. Orl. gewiss auch sein, u wenn man die rechte Jahreszeit der Abreise h\u00e4lt, fehlt in Havre an Schiffsgelegenheiten nie. Ueber die Jahreszeit der Abreise aber muss ich die Idee mittheilen, die mir erst recht klar geworden, seidem ich selbst in das Leben der Amerikaner eingetreten bin, u mit dem besser bekannt wurde, was man zu den nothwendigsten Lebensbed\u00fcrfnissen herbeischaffen muss. Macht keine zu grossen Ver\u00e4nderungen in Euren Anstalten, so verschiebt die Reise bis Ende August od September, dann werdet Ihr in N. Orl. die Fieberzeit vor\u00fcber finden, Ihr habt zur Abreise v. Hause u auf der See die angenehmst Jahreszeit, u hier h\u00e4lt das sch\u00f6ne Wetter in der Regel bis Ende Dec. an. Die Fl\u00fcsse sind in diesen Monaten gew\u00f6hnlich schiffbar, die Provisionen von Lebensmitteln sind leichter zu machen, u der K\u00f6rper kann sich schon einigermassen akklimatisieren bis die fieberischen Sommermonate eintreten, ja, ich glaube Ihr k\u00f6nnt Euch in dieser Jahreszeit ohne Gefahr f\u00fcr die Gesundheit am Ausfusse des Arkansas od sonst wo am Mississipi einige Zeit aufhalten, wenn Ihr f\u00fcr zweckm\u00e4ssig erachten solltet einige Ansicht des Landes zu gewinnen, bevor die grosse Wasserstrasse verlassen wird, ein Umstand der auf den Fall es Euch bei mir nicht gefiele, viele Kosten u M\u00fche ersparen k\u00f6nnte. &#8211; Wird aber eine Wahl getroffen, so ist Zeit genug bis z. Fr\u00fchjahr sich auf dem gew\u00f6hnlichen Platze so einzurichten, dass eine volle Aussaat gemacht werden kann. &#8211; Es h\u00e4ufen sich aber mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Abreise im Herbst, u sie sind jedem Auswanderer ber\u00fccksichtigungswerth, besonders aber f\u00fcr den, dem Niemand Vorbereitun f\u00fcr die Zukunft trifft, weil ihm wenigstens 3 Monate bleiben, sich umzusehen u seine Anschaffungen f\u00fcr den Sommer zu machen. Und in diese Klasse m\u00fcsst Ihr auch Euch einreihen, wenn was leicht geschehen kann, Eure Ansicht der Dinge mit der meinigen nicht \u00fcbereinstimmt, denn ich bin nur vorbereitet Euch am Little Rock zu empfangen u auch hier nicht so gut wie ich es gew\u00fcnscht h\u00e4tte, weil das Ausbleiben E. Briefe mich noch im Ungewissen l\u00e4sst, ob u wann ich Euch zu erwarten habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man bemerkte mir, dass wir uns bei unsern Excursionen zu sehr beschr\u00e4nkt u auch andere Gegenden als die kl. Strecke hier herum h\u00e4tten besuchen sollen. Diese Meinung kam mir zu sp\u00e4t, denn ich war bereits in Little Red eingerichtet, da aber Ihr ohne Zweifel \u00e4hnliche Bedenken haben wedet, so f\u00fchre ich die Gr\u00fcnde an, warum ich mich mit dem Gesehenen begn\u00fcgte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass ich den hiesigen Gegenden den Vorzug vor den n\u00f6rdlichener gelegenen (von S\u00fcden kann keine Rede sein) gebe, h\u00e4tte auch von einem Besuchdes Missouri, vielleicht gar des Ohio nicht abgehalten, allein ohne Geld l\u00e4sst sich auch hier nicht reisen. Unsere Casse war durch den eersten Ausflug fast ersch\u00f6pft, u erst nachdem ich mit Grollmann v.d. zweiten Reise zur\u00fcckkam, konnte ich gegen Abzug bedeutender Prozente etwas v. meinem Kreditbrief beh\u00e4ndigen, u eben jetzt bin ich auf der Strasse v. Little Rock, um dieses Gesch\u00e4ft vollends in Ordnung zu bringen. &#8211; Da ich also meine Erkundung nicht weiter ausdehnen konnte. Ueberdiess war H. Tsch. krank, mein Gaul rann in den W\u00e4ldern umher, u als endlich Alles wider ins Geleise kam, war die Zeit da die Vorbereitungen zu Eurer Ankunft zu treffen, denn bis vor Kurzem erwartete ich Euch mit dem Fr\u00fchjahr hier zu sehen. In einem Lande wie hier kann man nicht immer seinen freien Willen aus\u00fcben, sondern muss denselben zuweilen nicht den Launen d. Menschen sondern der gebietenden Nothwendigkeit z Opfer bringen. &#8211; Da ich also meine Erkundigung nicht weiter ausdehnen konnte, so werdet Ihrs entschuldigen, wenn meine Auskunft \u00fcber das <span style=\"text-decoration: underline;\">wo<\/span> der Ansiedlung beschr\u00e4nkt u ungen\u00fcgend ausgefallen, doch schliesen, denn ich fange an in unn\u00fctzes Geschreibsel zu verfallen, wie mirs gew\u00f6hnlich geht, wenn ich einen Brief nach Hause sende<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adieu, Dein Freund G. Jaeger<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">25 Hornung<\/span> Anstatt meiner Berechnung nach gestern Abend wieder in meiner jetzigen Heimath einzutreffen, bin ich um diese Zeit erst hier in Little Rock angekommen, denn <span style=\"text-decoration: underline;\">in der Nacht v. 21 bis 22 fiel heftiger Regen mit <\/span>Donner vermischt der 3 Tage anhielt. Ich machte mich zwar den 22t fr\u00fch auf d Weg, u ungeachtet das Pferd oft bis \u00fcber die Knie in Koth versank u oft lange Strecken durch Waldb\u00e4che gehen musste, die machmal so tief waren, dass ich gen\u00f6thigt war die F\u00fcsse auf den Sattel zu nehmen, den Mantel hinter mir her auf d. Wasser schwamm u wir kaum der Str\u00f6mung widerstehen konnten, so war ich doch bis Mittag etwa 24 Meilen vorger\u00fcckt, als ich an eineen Creek kam, der mir zwar etwas st\u00e4rker schien, als alsse bisherigen, doch wollte ich versuchen durchzukommen. Alles vorw\u00e4rts doch ich kam immer tiefer u tiefer ins Wasser. Der Gaul fing an zu schwimmen, die Str\u00f6mung ergriff uns u wir wurden in das Geb\u00fcsch u umgeworfene Baumst\u00e4mme gerissen. Bis an die Brust im Wasser, in den Mantel eingewickelt, konnte ich lange meine Arme nicht l\u00f6sen, um das Pferd ordentlich zu lenken, u mir selbst zu helfen, u nur mit M\u00fche gelang es mir endlichd R\u00fcckweg zu gewinnen. Die Affaire h\u00e4tte schlimm ablaufen k\u00f6nnen, doch kam ich mit nasser Haut davon u setze mich etwa eine Meile R\u00fcckw\u00e4rts zu einem guten Feuer, wo ich mich u meine Effekten bald wieder getrocknet hatte. K\u00fcnftig weiss ich mich in einem solchen Fall besser zu benehmen. &#8211; Noch schlimmer als mir ging es einem alten 75 j\u00e4hrigen Mann, der war auch am Morgen ausgeritten, vom Regen u d B\u00e4chen genetzt kam er Abends an denselben Creek, der mein Fortschreiten hinderte, u er hielt von Leuten am jenseitigen Ufer gleich mir die Weisung nach dem Hause wo ich im Trokenen war. Er verfehlte dasselbe u ritt die ganze Nacht in nassen Kleidern u unter best\u00e4ndigem Regen bis Morgens 4 Uhr, wo er endlich an dem gesuchten Obdach anlangte. Eine harte tour f\u00fcr einen alten Mann u. nicht weniger f\u00fcr seinen Gaul. Drei Tage musste ich warten bis das Wasser fiel u jetzt f\u00e4ngt es wieder an kalt zu machen, drum eile ich meinen Brief zu schliessen. Nachrichten aus Europa haber ich leider keine vorgefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brief an H Sechs Monate snd verflossen seit ich das letzte mal Dir mein Freund geschrieben, 2 Monate bin ich schon hier in L.R provisorisch angesiedelt &#8211; u habe noch keinen Bericht \u00fcber m. Thun u Treiben nach Hause gesendet, u ohne die Ankunft des ersten Briefes v. D. 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