{"id":222,"date":"2013-07-20T11:05:14","date_gmt":"2013-07-20T08:05:14","guid":{"rendered":"http:\/\/nikaderungs.com\/nikaderungs.com\/no-3-juli-1833\/"},"modified":"2019-05-20T15:38:15","modified_gmt":"2019-05-20T13:38:15","slug":"no-3-juli-1833","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/no-3-juli-1833\/","title":{"rendered":"no 3 juli 1833"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">No 3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Anschlisfarm bei Little Rock\u00a0\u00a0 Juli 1833<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theuerst Eltern und Geschwister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meinen Brief vom letzten M\u00e4rz werdet Ihr ohne Zweifel empfangen u, meine gl\u00fcckliche Ankunft in N.Orl. vernommen haben. Da die Cholera an diesem Ort sehr \u00fcberhand nahm, u. der Aufenthalt daselbstohnehin kostspielig u. langweilig ist, war ich froh, den 16. M\u00e4rz 1833 auf dem Dampfschiff Little Rock denselben verlassen zu k\u00f6nnen. Noch ehe wir ganz aus der Stadt waren brach die Nacht herein, so dass ..N. Orl. bei meiner Abfahrt so wenig als bei meiner Ankunft aus einiger Entfernung von der Wasserseite betrachten konnte. Die Ufer des Mississipi sind obehalb N.O. von dem selben Charakter und Aussehen wie unterhalb der Stadt u. je weiter man sich von denselben entfernt, desto seltener werden die Pflanzungen l\u00e4ngs dem Strome. Die W\u00e4lder treten wider an die Ufer hervor u. bald sieht man nur hin u. wieer eine vereinzelte Plantage oder die Abf\u00e4lle eines holzhackker, welcher Brennmaterial f\u00fcr die Dampfbahn bereitet. An besonders g\u00fcnstigen Lagen sieht man bisweilen kl. St\u00e4dten, d. h. H\u00e4usergruppen von mehr ode. weniger grossen H\u00fctten mit einigen bessern Wohnh\u00e4usern vermengt, ohne Ordnung, ohne Symetrie. Die Strunke des Urwaldes noch in den Strassen hervorragend u. keine Spur eines den Gemeingeistgeist der Communit\u00e4t beurkundenden Werkes. So sind alle neuern St\u00e4dte,welche wir sahen, so werden sie auch durch ganz Amerika sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Batschatz (Natchetz)<\/span> war die erste Stadt nach N.Orl., &#8230;&#8230;.so konnten daher nur einige schlechten H\u00fctten am Ufer sehen; die Stadt selbstliegt etwas auf der H\u00f6he; allrein der schlechte Ruf dieses Ortes war nicht einladend zu einem n\u00e4chtlichen Spaziergang, obschon ein verl\u00e4ngereter Aufenthalt des Dampfschiffes dazu Zeit gegeben h\u00e4tte.Am 19. zeigten sich die ersten H\u00fcgelartigen Ufer \u2013Erh\u00f6hungen , die, wenn auch von d\u00fcrrem u. mageren Ansehen, doch einige Abwechelung in die Landschaft brachten. Am gleichenTag, Abends erreichten wir <span style=\"text-decoration: underline;\">Vicksburg <\/span> u. ebenfalls eine kleine , ziemlich anmutig gelegene , aber sonst unbedeutende Stadt. Die Cholera, welche sich sp\u00e4ter \u00fcber die ganzen Ufer des Mississipi ausdehnten u. besonders auf den Dampfschiffenu. unter der schwarzen Bev\u00f6lkerung von luisiana viele Todesf\u00e4lle verursachte war bereits in diesem St\u00e4dtchen, so wie auf einem Dampfschiff das wir etwas oberhalb auf dem grund sitzen fanden u. ans Land (bugsieren) mussten. Jetzt ist diese Krankheit an den meisten Orten wieder verschwunden u. selbst im Nihl soll sie aufh\u00f6ren. Am 20. &#8230; wir auf ein (Log).., doch ohne Schaden zu machen u. am 21. gingen wir bei der obern M\u00fcndung des Arkansas in diesen Fluss. Es hat ein ziemlich wildes Aussehen, mehr Sandb\u00e4nke als der Mississipi und scheint auch \u00f6fter Eingriffe in die Ufer zu machen, obschon auch &#8230; nicht selten ist, dass bei Wassergr\u00f6ssen grosse Landstrecken in kurzer Zeit in das Wasser versinken. Bei Einbruch der Nacht k\u00f6nnenkamen wir zur Vereinigung der klaren Whi&#8230;mit dem schmutzigen &#8230;Arkansas. Beide fliessen in gerader LInie gegen einander und im rechten Winkel dann weiters in den .. Dieser eigent\u00fcmliche Ort des Zusammenfliessens der verschiedenen Gew\u00e4sser macht ein lustiges Spiel welches in der D\u00e4mmerung wich zwar angenehm ansieht, qaberdem Piloten sehr unwillkommen ist. Hier sah ich auch zum ersten Mal die Leuchtk\u00e4fer in grosser Anzahl. Am Arkansas-Pass kamen wir in der Nacht vorbei u. langten am 23. Nachmittags in Little Rock an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Fahrt nach Little Rock z\u00e4hle ich zu den gr\u00f6ssten Unannehmlichkeiten der Reise, denn abgesehen dass die Reise auf den Dampfschiffen \u00fcberhaupt gef\u00e4hrlicher ist, als auf der grossen See, fand ich auch die letztern angenehmeru. belebter, der Himmel, das Wasser, die Fische u. Insekten boten jeden Augenblick etwas daaar, was die Aufmerksamkeit fesseln konnte. Hier nichts als tr\u00fcbes Wasser u. Wald, der war in seinen einzelnen Gruppen immer sch\u00f6n im allgemeinen aber doch langwweilig ist. Wir hatten aber dies den w. Platz auf dem Dampfschiff gew\u00e4hlt, der zwar gedeckt m. somit gegen Regen gesch\u00fctzt ist, allein bei warmem Wetter wird er von der Maschine u. dem (Hochofen) so erhitzt, das man nicht weiss, wohin fliehen, da aussenher die Sonne , die n\u00e4mliche Wirkung hervorbringt. Die Gesellschaft war ebenfalls unangenehm, besonders noch dadurch, dass jeden Augenblick Passagiere ankamen u. verreisten, u. man nichts ausser Verschluss halten konnte, ohne es den neugierigen Fingern der amerikaner preiszugeben od. ohne es gar zu verlieren. Der Unterschied zwischen Cabinen Deck ist aber auch sehr gross, der erstere kostet 25 Dollars der zweite 6 dollars, wobei man sich selbst verk\u00f6stigt. Wir kauften zu diesem Zweck etwas Biscuit, ged\u00f6rrtes Rohfleisch u. Whisky , ein Mahl das Anfangs gut schmeckt, aberr durch t\u00e4gliche wiederholung bald l\u00e4stig wurde. Unser Lager war der harte Boden, weil wir umsere Strohs\u00e4cke nicht hatten f\u00fcllen lassen; unsere Decken leicht, so dasswir in der k\u00fchlen Nacht leicht etwas kalt hatten. Diese Lebensart u. etwas Unvorsichtigkeit zogen dem Herrn Chifeli eine starke Dissenterie zu, so dass er in Verdacht eines Cholera Kranken kam. Dies und etwas unbest\u00e4ndiges Wetter hielt uns dann auch etwas l\u00e4nger in Little Rock auf als wir beabsichtigten; ich benutzte die Zeit zu Ausfl\u00fcgen in die Umgegend u. zu Besuchen bei den neuangekommenen Deutschen. Von den Deutschen sind welche kurze Zeit vor uns in N.Orleans angekommen waren gingen etwa 150 Perssonen den Arkansas hinauf, eine Partie endlich haben &#8230; auf eine Farm als Gesellen , andere haben sich die Farmen gepachtet oder gekauft, eine andere Partie hat jenseits des Fllusses neue Ansiedlungen angelegt, trennten sich dann wider u. ein Theil von ihnen ging nach Fort Smith hinauf , eine Partie befindet sich auf einer einer Farm von Herrn Aeschli aus Little Rock, der sie genw\u00e4rtig nicht bebaut u. sie f\u00fcr dieses Jahr gratis \u00fcberlassen hat. Bei diesen fand ich einen Universit\u00e4tsfreund .. aus Weinheim im Badischen, bei welchem ich mich jetzt aufhalte. Nachdem ich L.R. ein Pferd gekauft u. H. Tschif sich etwa hergestellt hatte traten wir am 1. Juni unsere erste Excursion an, das uns ungewohnte Packen des Pferdes vers\u00e4umte uns lange u. wir konnten erst gegen Mittag \u00fcber den Fluss gehen, u. es war bereits Nacht als wir nach einigem herumirren im Walde eine an der Strasse liegende Farm erreichten. Unsere Absicht war dem linken dem linken Ufer des Arkansas hinauf bis Fort schmidt, dann \u00fcber das alcaw gebirg nach Washington county zu dem einen Arm des White River diesem Fluss nach hinunter bis Butesville u. von da nach Little Rock zur\u00fcck. Ich erachtete dieses Gebiet als dasjenige welches nach seinen geografischen Breiten am besten s\u00e4mtlichen W\u00fcnschen entsprechen k\u00f6nnte, denn n\u00f6rdlich vom weissen Fluss macht es schon zu kalt um mit Vortheil Weinbau zu pflanzen, \u00f6stlich v, der Strasse zwischen Batesville u. Little Rock ist das Land zu eben, den Ueberschwemungen ausgesetzt, mit S\u00fcmpfen u. S\u2026amps durchzogen, der Sitz von b\u00f6sartigen Fiebern, Mustiken u. zahllosem andern Ungeziefer. S\u00fcdlich vom Arkansas ist die Hitze im Sommer zu gross, die Communikation mit dem Meere muss durch den Red River bewerkstelligt werden, u. dort isr sie schwierig u. das Land ungesund, u. westlich kommt man in das Gebiet der Indianer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arkansas, Little Red u. White River bilden dagegen gut Communikation mit N. Orl. Das Land ist H\u00fcglicht u. k\u00f6nnte daher gesund sein. Ich will Ihnen nur in kurzem die Direktion andeuten die wir einschlugen, dann meine Ansichten \u00fcber Land u. Leute mittheilen u. am Ende einige Bemerkungen \u00fcber meine Reise beif\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von little Rock gingen wir also am ersten Tag nur 10 Meilen am linken Ufer des Arkansas aufw\u00e4rts. In der Nacht fiel heftiger Regen, die B\u00e4che schwollen an u. sperrten den Weg, auch f\u00fchlte sich H. Tsch. Nicht wohl genug, um mit Strapatzen zu beginnen, u. so blieben 5 Tage in unserm ersten Nachtquartier, am 6. Juli konnten wir nur 8 Meilen vorw\u00e4rts kommen u. hatten dann f\u00fcr den 7 ten einen Weg von 7 meilen vor uns. Inzwischen hatten verschiedene Regeng\u00fcsse die Zufl\u00fcsse des Arkansa angeschwellt u. in den Rocky Mountains schmolz der Schnee, so dass der Fluss zu einer ungew\u00f6hnlichen Gr\u00f6sse anwuchs, \u00fcber die Ufer trat, u. in den niedrigen Th\u00e4lern der Nebenfl\u00fcsschen u. B\u00e4che oft weit in das Land hinein ging.Am 7. hatten wir mehrmals \u00fcber solches Wasser zu passieren, doch trat es gew\u00f6hnlich nur in schmalen Riemen \u00fcber die Strasse, so dass ein umgeworfener Baumstamm als Br\u00fccke dienen konnte, oder dasselbe auf einem kurzen Umweg ganz zu umgehen war. Indessen wurden wir dadurch sehr aufgehalten, u. wir mochten kaum die H\u00e4lfte unseres Weges zur\u00fcckgelegt haben, als wir an ein etwa 1000 fuss breites Wasser kamen Ich sah eine Stute mit ihrem Fohlen duchwaten, u. da ich nicht den ganzen Durchgang sah, aber bemerkte, dass ihr das Wasser nur an den Bauch ging, glaubte ich auch hier gut durchkommen zu k\u00f6nnen. Wir r\u00fcsteten uns zum Uebergang, ich hinter den Effekten auf dem Pferde, Hr Tschifels wattend betraten wir den ersten Pfad, das Wasser wurde immer tiefer, bis das Pferd schwimmen musste u. wegen der Last, die es trug, so tief sank dass alle unsere Effekten unter Wasser kamen. H Tsch. Musste ebenfalls schwimmen, wobei er nat\u00fcrlich bis an die Ohren nass wurde. Indessen langten wir gl\u00fccklich am andern Ufer an, trockneten uns etwas u. setzten denWeg fort, der aber nach wenigen Schritten an ein \u00e4hnliches Gew\u00e4sser f\u00fchrte.Zum Schwimmen hatten wir alle Lust verloren, suchten daher das Wasser zu umgehen, u. konnten dies mit einem grossen Umweg auch wirklich erreichen. Als wir aber auf die Landstrasse zur\u00fcckkamen, war die Nacht nahe, u. wir versuchten daher in einem etwas von der Strasse abgelegenen Hause Herberge zu finden. Man machte zwar Anfangs Schwierigkeiten indessen \u00fcberwog unsere Lage jede andere R\u00fccksicht u. wir waren nachher freundlich und gut gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das immerw\u00e4hrende Steigen des Arkansas hinderte jedes weitere Vordringen, denn der Cadron Creek, andessen Ufer wir nun waren, konnte nicht mehr passiert werden, u. erst nach mehreren Tagen entdeckten wir eine Strasse, die oben durch das Gebirge nach Memphis f\u00fchrt, u. etwa 30 Meilen vor Little Rock die Batesville-Strasse kreuzt. Sogleich waren wir entschlossen unsern Plan umzuwenden u. erst nach Batesvillle zu gehen, was sehr wohlgetan war, da der Arkansas noch mehr wie 14 Tage hoch blieb u. um 6-8 Fuss den bisherig bekannten Wasserstand \u00fcberstieg. Am 11. Waren wieder auf der Strasse, kamen am 12. Auf dem Weg von Little Rock nach Batesville, erreichten am 14. Mittags die Umgegend von Little Red, die wir etwas n\u00e4her betrachteten, am 16. Gingen wir etwa 4 Meilen oberhalb der F\u00e4hre bei einer Furth durch diesen Fluss und gelangten am 18. Auf d. linken Ufer des White River u. nach Batesville. Von da kamen wir am 20. Wieder auf die strasse am linken Ufer des White River f\u00fchrt oft durch das Gebirge, oft l\u00e4ngs des Fluss-Ufer, so dass wir den Charakter des Landes ziemlich genau sehen konnten, daher ohne weitere Nebenausfl\u00fcge vorw\u00e4rts gingen, aam 25 ten 20 Meilen oberhalb Big Nordfar.. wieder an das rechte Ufer setzten u. nun \u00fcber eine Menge Creeks und B\u00e4che nach Feyetteville vorr\u00fcckten, etwa 4 Meilen f\u00fchrte der Weg durch das Thal, einem kl. Sch\u00f6nen Creek, Crooky Creek, der sich durch sein sch\u00f6nes Aussehen auszeichnet, u. in kurzer Zeit stark angesiedelt sein wird,, obschon wir jetzt noch gen\u00f6thigt waren, einmal von der Strasse abzugehen um ein Nachtquartier zu suchen.H. Tsch. Und ich verloren uns dabei u. jeder auch den rechten Weg. Ein Fusspfad, den ich einschlug f\u00fchrte mich in eine k\u00fcrzlich verlassene Niederlassung der Indianer, die nach ihren H\u00fctten zu urtheilen nicht schlechter zu leben scheinen als die meisten Amerikaner bei denen wirwaren. Da ich bei Sonnenuntergang kein Haus erreichte u. auf keinem Weg mich befand, machte ich Anstalt zu einem Nachtlager im Freien, als ich einen Hahn kr\u00e4hen h\u00f6rte u. dieser sicheren Verk\u00fcndiger menschlicher Wohnung wirklich am Ziele unserer heutigen Tagesreise eintraf. H. Tsch war nicht da u. als ich ihn folgenden Tags etwa 1 Meilen weiter wiederfand, vernahm ich, dass er im Freien \u00fcbernachtet hatte. Am 2t Juli kamen wir nach Fayetteville, sahen am 4. Daselbst die Feier der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung, die \u00fcbrigens nur durch eine Musterung begangen wurde, welche so l\u00e4cherlich aussah, wie wenn unsere 10j\u00e4rigen Knaben spielen. Disziplin, Cost\u00fcme der Soldaten, Decoration, Alles erinnert an Kinderpossen. Drei Tagereisen brachten uns wieder in das Flussthal des Arkansas, aus welchem das Wasser zwar wieder zur\u00fcckgetreten, aber oft Meilen weit war die Strasse noch mit Schlamm bedeckt. Welches sehr unangenehme D\u00fcnste verbreitete. Wir eilten, so schnell wie m\u00f6glich aus diesem Qua.. zu kommen, u. erreichten am 16 Juli Little Rock.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Ihr meine Theuersten die von N Orl. Gesandte Karte zur Hand nehmt, k\u00f6nnt Ihr daraus wohl im Allgemeinen eine Ideevon unserm Kurs erhalten, allein ich muss bemerken, dass die Karte sonst gar nichts taugt, denn wir fanden sie nicht nur im detail sondern auch im Ab.. der Grafschaften u. in den Allgemeinen Z\u00fcgen der Fl\u00fcsse und Gebirgr h\u00f6chst unrichtig, so das sie uns auf der Reise mehr verwirrend, als n\u00fctzlich war. Ich habe die Karte nicht zur Hand, sonst w\u00fcrde ich Euch einige Unrichtigkeiten andeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den Annehmlichkeiten unserer Reise darf ich nicht sprechen, den obschon wider mein Erwarten die Gegend so bev\u00f6lkert war, dass ich jeden Abend ein Nachtquartier fand, so muss ten wir dort meistens in der grossen Hitze des Tages unsern Weg zur\u00fccklegen, weil wir am Morgen vor dem Fr\u00fchst\u00fcck nicht aufbrechen konnten, u.die Abendk\u00fchle zu ben\u00fctzen wegen dem Irregehen nicht anzurathen ist, da man oft am Tag M\u00fche hat auf der rechten Strasse zu bleiben. An sch\u00f6ne Gegenden u. Aussichten ist hier nicht zu denken, h\u00f6chstens einen malerischen Punkt trifft man hier und da, sonst geht alles durch W\u00e4lder , welche ihrer verschiedenaritigen Holzarten ungeachtet unsern Eichenw\u00e4ldern aufs Haar gleichen, so dass ein aufgescheuchtes Wild, eine neue Pflanze od. sonstige Curiosit\u00e4t die einzige Unterhaltung bildet. Einzig am White River fand ich einige anziehende Punkte, doch wenn einst die W\u00e4lder etwas gelichtet sind wir manches anders aussehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich nun zur Beurtheilung von Land u. Leuten in Arkansas \u00fcbergehe, so m\u00fcsst Ihr nicht aus den Augen verlieren, dass ich nur die Eindr\u00fccke wiederschreibe, welche ein fl\u00fcchtiger Zug durch das Land in mir hervorbrachte u. dass ich \u00fcberdies wenig od. nichts von der Sprache der Einwohner verstand, dessen ungeachtet hoffe ich dass mein Urtheil die Wirklichkeit nicht verfehle, besonders wo dasselbe durch \u00e4ussere Anschauung bedingt ist. Der Charakter des ganzen Landes, soweit wir dasselbe bereisten, u. auch hier herum, wo ich jetzt wohne, ist h\u00fcglicht d. h. einzelne, mehr oder weniger in die L\u00e4nge gezogene H\u00fcgel umschliessen die B\u00e4che, Fl\u00fcsse, Gew\u00e4sser; die H\u00fcgel selbst sind mehr oder weniger hoch, haben oft sehr ausgedehnte Fl\u00e4chen mit gutem Boden auf ihrem R\u00fccken, die Abh\u00e4nge sind steinig; wenn sie etwas steil sind, mit fruchtbarer Dammerde bedeckt, wo sie sanft ansteigen, was ich den starken Regeng\u00fcssen zuschreibe, welche den st\u00e4rker geneigten Bergseite die fruchtbare Dammerde wegschwemmen u. die Steine oder Felsen blos stellen. In den Ebenen ist das Land ebenfalls gut, besonders l\u00e4ngs den B\u00e4chen und Fl\u00fcssen, u. dort befinden sich auch die fruchtbaren (Cottems), welche in drei Klassen getheilt werden k\u00f6nnen: Solche die bei jeder gew\u00f6hnlichen Wassergr\u00f6sse, solche die nur in ausserordentliche hohem Wasserstand u. solche die nie \u00fcberschwemmt werden. Die B\u00e4che n\u00e4mlich u. die kleinen Fl\u00fcsse, so gut wie die gr\u00f6ssern wachsen im Fr\u00fchjahr u. sonst bei Regenzeiten ausserordentlich an und \u00fcberschwemmen dann Alles Umliegende niedrige Land, in der Sommerzeit trocknen die meisten kleinen Wasser aus u. selbst der gr\u00f6sste Theil der Quellen vertrocknen, so dass im herbst ausserordentlicher Wassermangel eintrifft. Am meisten Mangel an Wasser fand ich l\u00e4ngs dem Arkansas, dessen ganzes Flussthal \u00fcbrigens gar kein gutes Trinkwasser enth\u00e4lt. Alles hat eine milchige Farbe u. einen Beigeschmack was einige einem feinen Lette andere einem Mineralstoffe zuschreiben, das aber jedenfalls ungesund ist u. einem h\u00f6chst unangenehmen peinigenden Hautausschlag verursacht. Da das Arkansasthal auch \u00fcberdies mehr als andere Gegenden ungesund ist, so glaube ich, k\u00f6nne man bei Aussuchung eines Platzes auf das selbe v\u00f6lligverzichten. &#8211; Die Washington County wurde uns von allen Seiten als ein vorz\u00fcglich gesundes Land mit gutem Wasser ger\u00fchmt und ich war desshalb sehr gespannt dieselbe zu sehen. Sie liegt in den h\u00f6chsten Theilen des Yorkgebirges und Fayetteville, der &#8230;hauptort steht auf der Hank od. dem erhabensten Orte des ganzen Gebirges, dass vor dem auf der Karte gezeichneten weiter westlich gelegenen gebirgszugs findet sich nichts vor, in schneller Ab&#8230; geht das Gebirge gegen Westen zu Ende u. st\u00f6sst dort an unermesslich u. v\u00f6llig meist unbekannte Gew\u00e4sser. Wegen seiner hohen Lage ist in Washington County der Ursprung einer Menge kleiner Fl\u00fcsschen, das Trinkwasser ist gut , die Luft rein u. gesund u. weil die Th\u00e4ler zwischen den H\u00fcgeln meist Pr\u00e4rien sind so hat diese Grafschaft auch mehr das Aussehen eines cultivierten Landes. Neben dem aber finde ich wenig daran zu loben, den ihre wenn auch nicht bedeutende Erhebung \u00fcber dem Arkansas u. White River macht eine so bedeutende erschiedenheit im Klima, dass die Dfferenz 2-3 Breitegrade betragen u. dieses besonders im Fr\u00fchjahr durch h\u00e4ufigere Sp\u00e4tfr\u00f6ste bemerkbar werden soll. Sogar im Juli, als wir daselbst waren, wehte Abends u. Morgens ein unangenehm k\u00fchler Wind u. der starke fortw\u00e4hrende Luftzug de ot beschwerlich fiel , besonders in den Amerikanischen H\u00e4usern, welche keinen Schutz gegen Wind und Wellen gew\u00e4hren k\u00f6nnen, weil sie nirgends verschlossen sind. Die Pr\u00e4rien sind Moorartig, werden bei etwas starkem Regen so nass u. bodenlos, dass Communikation durch diselben fast unm\u00f6glich gemacht wird. Ueberwiegendes Gewicht eine Ansiedlung in dieser Gegend hat aber deren weite Entfernung von einem Schiffbaren Fluss, wovon der n\u00e4chste, der Arkansas etwa 60 Meilen entfernt ist. Der weisse Fluss beginnt viel weiter unten Schiffbar zu werden, u. an diesem Fluss od. an dem kl. rothen Fluss, der etwa 30 s\u00fcdlicher fliesst, halte ich eine Ansiedlung f\u00fcr unsern Zweck am meisten entsprechend. Diese beiden Fl\u00fcsse sind nicht wie der Arkansas das ganze Jahr, sondern nur zur Zeit der Wassergr\u00f6ssen tr\u00fcb, sonst aber ist das Wasser sch\u00f6n klar, das Flussbett meist felsig u. hoch genug um vor Wegfressen u. Ueberschwemmung gesichert zu sein, u. wenn man vielleicht auch h\u00f6her Flussaufw\u00e4rts geht, als die Dampfschiffe jetzt kommen, so kann man doch zur Zeit der Wassergr\u00f6sse seine Produkte mit Kielboten zu Markt f\u00fchren, u. wie hohen Wert die N\u00e4he zu einer Wasserstrasse hat, lernt man erst recht sch\u00e4tzen, wenn man einige Zeit die hiesigen Landstrassen bereist hat. Ich fand auch das Trinkwasser gut u. glaubte sonst keine besonderen Ursachen zu Entwicklung von Krankheitsstoffen zu bemerken. Wenn dessen ungeachtet hier u. da Fieberkranke sich vorfinden, so mag diese von der Lebensart der Amerikaner u. andern Zuf\u00e4lligkeiten herr\u00fchren, vielleicht auch das fr\u00fche Aufbrechen des Bodens Einfluss auf die Gesundheit haben. In diesen Gegenden befinden sich neben demn fruchtbaren Landstrichen auch ziemlich ausgedehnte H\u00fcgel, die wegen der Beschaffenheit des Bodens auf sehr lange Zeit hinaus niemals in Cultur genommen werden u. daher den angrenzenden Farmern zur Weide, Jagd u. Beholzung offen stehen; Rohrbr\u00fcche in denen das Vieh im Winter seine Nahrung finden muss, befinden sich in der N\u00e4he, so dass man ohne Zweifel eine sch\u00f6nen Viehstand haben k\u00e4nnte, was sehr Ber\u00fccksichtigung verdient, da auf diese Art ein bedeutender Ertrag in den W\u00e4ldern aufw\u00e4chst ohne dass man mehr als etwas Salz darauf zu verwenden hat. Gutes Erdreich findet sich \u00fcberall in den Bottoms, welche meist eine ganz schwarze Dammerde enthalten; an den H\u00fcgeln u. dem h\u00f6her gelegenen Land herrscht grosse Verschiedenheit, der Boden gewinnt am Arkansas mehr ein \u00fcbliches, am weissen Fluss ein weissliches Ansehen &#8230; fast \u00fcberall, wo nicht Sand od. Felsen vorherschend werden, sehr fruchtbar, was nach dem Ansehen u. besonders nach dem Wachstum der daraufstehenden B\u00e4ume u. Pflanzen am leichtesten zu beurtheilen ist. Das Erdreich ist \u00fcberall eine Mischung von Lehm u. Sand, bald das eine, bald das andere vorherrschend, h\u00e4ufiger jedoch mehr Lehm enthaltend. Dieser Boden produziert Alles was ihm anvertraut wird: Baumwolle, Tabak, Mais, alle unsere Kornarten, Gartengew\u00e4chse, Kartoffeln, kurz Alles was bisher versucht wurde ist gelungen. Mais u. Vieh ist jdoch das einzige was der Amerikaner zu Markte bringt, Baumwolle u. Tabak wird nur in den Bottoms aus Stappelware gezogen, sonst blos f\u00fcr den Hausgebrauch, beide Pflanzungen erfordern auch so viel M\u00fche, dass sie nur mit vielen Sklaven vortheilhaft gebaut werden k\u00f6nnen. Ein Aker Mais tr\u00e4gt sich weniger ab, als ein Aker Baumwolle, erfortert aber auch viel weniger M\u00fche, so dass ein Mann eine gr\u00f6ssere Anzahl Aker bestellen u. so den n\u00e4mlichen Ertrag hervorbringen kann. Mais ist \u00fcberdies wenigern Zuf\u00e4llen unterworfen als Baumwolle. Von Obstb\u00e4umen wird wenig mehr als etwa Pfirsich, weniges Apfel gebaut, beides gedeiht gut, nur dauern die B\u00e4ume gew\u00f6hnlich nicht so lange wie bei uns, erwachsen aber auch schneller. Birnb\u00e4ume. Aprikosen fand ich nirgends, ebensowenig Kirschen, Quetschen, Pflaumen, Quitten, Nussb\u00e4ume u.s.w. &#8211; Die hiesigen B\u00e4ume dieser Art sind ganz anders, meist schlechter als die unsrigen, obschon sie in verschiedenen Variet\u00e4ten vorkommen; \u00fcberhaupt muss man sich auf das Sammeln wilder Fr\u00fcchte zu irgend einem andern Gebrauch als zur Erfrischung wenig verlassen, denn es gibt mehr M\u00fche als das Pflanzen zahmer Fr\u00fcchte. Auch der Wein wird gedeihen, denn dass ihm Erdreich u. Klima zutr\u00e4glich sei, beweisen die ausserordentluch vielen Traubenst\u00f6cke , die man \u00fcberall in den W\u00e4ldern vorfindet u. die oft in unglaublich dicken St\u00e4mmen zu den h\u00f6chsten Baumkronen emporsteigen um dort f\u00fcr ihre Frucht eine St\u00fctze zu suchen. &#8211; Wenn man dieser Menge Weinst\u00f6cke ungeachtet nicht h\u00e4ufig Trauben im Wald findet, so ist dies den j\u00e4hrlich wiederholten Waldbr\u00e4nden zuzuschreiben, denn zur Verbesserung der Weiden z\u00fcndet der Amerikaner alle Jahre das Laub und d\u00fcrre Gras am Boden der W\u00e4lder an, verbrennt dadurch Schlingpflanzen u. das Unterholz, u. hat so den Boden f\u00fcr den Graswuchs frei; das Holz der Reben wird mit zerst\u00f6rt, u wenn die Wurzeln auch wieder ausschlagen, so treiben sie dort keine Fr\u00fcchte; wird das Feuer irgenwo einige Jahre abgehalten, so gibt es Trauben die Menge. Nach den Bl\u00e4ttern zu urtheilen glaube ich wenigstens 6-8 Traubensorten bemerkt zu haben, wovon eine einzige Bergtraube weiss, alle \u00fcbrigen dunkelroth od. schwarz sein sollen. Die Amerikaner unterscheiden Sommer- u. Wintertrauben auch s\u00fcsse u. saure, welche die n\u00e4mlichen Arten bezeichnen soll, denn die Wintertrauben bleiben stets sauer, auch wenn sie vollkommen reif sind. Die Zeit der Reife ist verschieden, eine Art s\u00fcsser Traube soll schon im Juni (fertig) sein, doch konnte ich nichts davon zu sehen bekommen.Eine andere Art reift Anfangs August; Ende August kommen die sogenannten Muskateller zur Reife, eine Frankensorte deren Beeren kugelrund u. sehr gross werden, aber nicht traubenf\u00f6rmig ansetzen, sondern meist nur 1,2,4, Beeren auf einem Stiel sitzen, das Blatt ist sehr klein, rund, glatt u. fein gezahnt, es soll die beste amerikanische Traube sein, ob sie aber den Beigeschmack unserer Muskateller hat, weiss ich nicht. Alle hiesigen Trauben sind sehr fleischig mit weniger Saft, daher sie zum Weinbau nicht vortheilhaft sein werden. Versuche, welche ganz im Kleinen nur mit Captrauben gemacht wurde, misslangen, mach meiner Ansicht weil der Boden zu fett u. eben war, auf dem die Versuche gemacht wurden. Die Weinst\u00f6cke setzen sch\u00f6ne u. ziemlich viele Trauben an, bald aber werden die Beeren schwarz, u. fallen ab, welche Krankheit mir viel Aehnlichkeit mit einer harten F\u00e4ule, z. Theil auch Brennen zu haben scheint. Dieselbe Krankheit soll die ersten Weinerndten am Ohio zerst\u00f6rt haben, sp\u00e4ter aber von selbst vergangen sen, vermuthlich als der Weinstock den Boden bereits etwas ausgesogen hatte. Vorsicht bei der Auswahl des Bodens u. Versuche mit verschiedenen Traubensorten werden gewiss zu einem g\u00fcnstigen Resultat f\u00fchren u. sehr lukrativ sein, da Wein (1 1\/2 &#8211; 2 Maas) zu 1 .. 1 1\/2 Dollar bezahlt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ueber das hiesige Klima kann ich mich nur vortheihaft \u00e4ussern, der Winter soll nicht kalt sein u. nach den Wohnungen zu urtheilen, in denen die meisten Amerikaner den Winter zubringen , kann die K\u00e4lte nicht streng sein, weil sie e sonst nicht aushalten w\u00fcrden. Schnee f\u00e4llt zwar regelm\u00e4ssig, doch selten \u00fcber einige Zoll tief , u. selten liegt er l\u00e4nger als 14 Tag. Ausserdem soll fast das ganze Jahr sch\u00f6n Wetter sein, u die erste Zeit welche ich in dem Lande war, u. welche zu einer ungew\u00f6hnlich nassen Witterung gez\u00e4hlt wurde, bemerkte ich nur h\u00e4ufige Gewitter mit starkem Regen, der aber nie einen ganzen Tag anhielt, u. sobald er augeh\u00f6rt, hatten Wind u. Sonne den Boden bald wieder getrocknet, dass man ohne Unannehmlichkeiten umhergehen konnte. Sp\u00e4ter war Regenschauer, wie ohne Gewitter, u. immer nur auf wenige Stunden. Die Hitze des Sommers ist nicht viel st\u00e4rker als bei uns, 28-29 Reaumurs sollen ungew\u00f6hnlich sein, die W\u00e4rme ist aber anhaltend, doch nie f\u00fchlte ich sie dr\u00fcckender wie oftmal bei uns. Nur wenn man \u00fcber freie trockene Pl\u00e4tze geht, so prallt zuweilen die Reverberation gl\u00fchen heiss ins Gesicht, sonst bewirkt der hiesige Sommer blos ein ausserordentlich starkes Schwitzen, der Schweiss dringt aber so gelinde aus den Poren der Haut hervor, dass man oft ganz nass ist bevor man nur merkt, dass man schwitzt. Ein fortw\u00e4hrender leiser Luftzug wird gestatten in den H\u00e4usern auch bei w\u00e4rmster Witterung angehme K\u00fchle zu erhalten, besonders da die N\u00e4chte meist sehr erfrischend sind, den Schlaf nicht hindern, welch letzeres sonst in heissen L\u00e4ndern h\u00e4ufig der Fall ist , u. die Ursache warum sie f\u00fcr manchen neuen Ank\u00f6mmling zum Grabe werden. Auf die Pflanzenwelt \u00e4ussert sich das Klima so, dass man es f\u00fcr das beste Mittel zwischen kalter u. warmer Zone halten muss, denn nordische Gew\u00e4chse gedeihen neben Tropenpflanzen im Walde so wie in den G\u00e4rten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den hiesigen Landplagen redet man von Schlangen,Skorpionen, Tausendfuss, Mustiken u.s.w. letztere sind nur l\u00e4ngs den Fl\u00fcssen u. in den Bottens wirklich bel\u00e4stigend, u. das \u00fcbrige giftige Getier ist so selten,dass man nicht die geringste Furcht davor zu haben braucht, auch F\u00e4lle von ereignetem Ungl\u00fcck fast g\u00e4nzlich unbekannt sind.Die gr\u00e4sste Plage sind die Zecken, welche sich zu hunderten an die Kleider setzen, wenn man zu Fuss in den Wald geht, und nachher durch ihr Saugen am K\u00f6rper l\u00e4stig fallen. Doch ist auch diess nicht von grosser Bedeutung, denn die grossen sind nicht so h\u00e4ufig, u. die kleinen zahllosen fallen beim R\u00e4uchern mit Tabak ab, od. lassen sich leicht abb\u00fcrsten, auch wird man dieses Gekrabbel gewohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie ich nun seit meinem hiesigen Aufenthalt nichts bemerkt, was mich bestimmen k\u00f6nnte Euch zu Ab\u00e4nderung Eures fr\u00fcheren Beschlusseszu rathen, so kann ich auch mit Wahrheit best\u00e4tigen, dass die Grundz\u00fcge von (Dudens) Schilderung des Missuri auch auf dieses Gebiet passen, aber wie sehr Duden mit Vorliebe f\u00fcr das Land geschrieben u. sich zu sch\u00f6nem Ausschm\u00fccken verleiten hat, habe ich ebenfalls gesehen. Ohne ihn der L\u00fcgen zu bezichtigen darf man ihm doch vorwerfen dass er manche aus unbekannter Quelle gefangene Nachricht als Wahrheit niederschreibt, bei ihm unbekannten Saiten, z.B. der Jagd liess ersich etwas aufbinden, u. er selbst fasst das sch\u00f6ne u. Angenehme welches die Natur an Verschiedenen Orten u. zu verschiedenen Zeiten bietet in ein Bild zusammen, welches die Wirklichkeit nur durch Nachhilfe von Kunst u. Arbeit erreichen kann. Dem aufmerksamen Lehrer entgeht das wesentlichste dieser Ausschm\u00fcckungen nicht, wie nachtheilig aber solche Schilderungen auf untere Klassen wirkt, hab ich bei einigen der neuangekommenen Deutschen gesehen, statt der wirklichen u. nicht blos eingebildeten Beschwerden, welche den Ansiedler hier in der ersten Zeit erwarten, u. \u00fcber die Duden so leichtf\u00fcssig weggeht, hofften sie schon die ganze Welt voll Herrlichkeiten zu finden. Get\u00e4uschte Hoffnungen entmutigen manchen so, dass sie aus Unentschlossenheit viel Geld u. Zeit verloren, u. am Ende gar noch zu ungeschikter Auswahl der Ansiedlungspl\u00e4tze kamen. Mangel einer bequemen Wohnung ist das f\u00fchlbarste, Mangel an der gewohnten Nahrung, wenig Abwechslung in derselben, Entbehrung des Weins dr\u00fcckt den welcher glaubt ein Loghaus sei in 2 Tagen errichtet, das Wildbrett k\u00f6nne man nach Auswahl schiessen u. die W\u00e4lder hangen voller Trauben; das Schlimmste aber vorallem ist, dass Duden nur sagt, wie die Amerikaner thun, u. nicht wie die Deutschen Thun k\u00f6nnen u. thun sollen (nicht noch einiges \u00fcber die Alles) was mit der Sprache, Klima u. Lebensart vertraute Amerikaner im Stande ist, vermag auch der Deutsche. Ich werde hernach dar\u00fcber reden wie ich glaube dass wir beginnen sollen u. hier noch einiges \u00fcber die Amerikaner einschalten, obschon ich mich kurz fassen kann, weil Mangel an Sprachkenntniss u. kurzer Aufenhalt mir nur ein unsichers Urtheil gestatten, u. dessen Endresultat auch \u00fcberfl\u00fcssig macht viel M\u00fche mit schreiben zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Theil des ArkansasTerritoirs welchen ich bereiste ist gr\u00f6sstentheils erst vor wenigen Jahren, einige Pl\u00e4tze sogar erst vor wenigen Monaten von den Indianern verassen u. zur Ansiedlung ge\u00f6ffnet worden. Von den eigentlichen Ansiedlern her ziehen gew\u00f6hnlich die sogenannten Bakwoods-M\u00e4nner, welche die Grenzlinie zwischen dem Indianischen Gebiet u. den Amerikanischen Farmern bewohnen. Es sind diess Leute die lieber alle Entbehrungen erdulden als arbeiten u. denen gr\u00f6sste, u. alles verschlingende Leidenschaft die Jagd ist. In einem neuer\u00f6ffneten Gebiet str\u00f6men sie aus allen Theilen des Landes zusammen, je weiter u. je \u00f6fter sie zu wandern haben, desto angenehmer ists ihnen. Dies sind die Bewohner welche wir auf unserer Reise tafen, ungebildete, ungesellige mit einer tapsischen Neugierde bel\u00e4stigende Leute, tr\u00e4g u. fahrl\u00e4ssig \u00fcber alle Begriffe, arbeiten sie nur soviel um sich vor Hunger zu sch\u00fctzen. Sobald die anwachsende Bev\u00f6lkerung das Wildbrett verd..st od. verscheucht (oder sie hindert) allein von dem ohne ihr Zuthun im Wald aufwachsenden Viehstande zu leben ziehen sie weiter u. verkaufen ihre Ansiedlungen.So ist es erkl\u00e4rbar, dass die meisten Ansiedlungen, welche wir sahen, k\u00e4uflich sind, u. da nun die festen Ansiedler beginnen sich nieder zu lassenm wird sich in wenigen Jahren die Bev\u00f6lkerung ganz ver\u00e4ndert haben. So treiben es die Bakwoods-M\u00e4nner bis in ihr hohes Alter, gehen dann in einen alten Staat nach ihrer urspr\u00fcnglichen Heimat zur\u00fcck, od. bleiben an Ende irgendwo des Wanderns m\u00fcde fest sitzen. Dass mit solchen M\u00e4nnern kein geselliger Verkehr eingeleitet werden kann, der uns convenierte, ist nat\u00fcrlich aber auch von ihren Nachfolgern erwarte ich wenig, denn was ich davon sah, muss ich glauben, dass auch diese ungesellig, &#8230; und unzuverl\u00e4ssig sind; oft kommen sie hier zum Besuch, sitzen Stunden lang auf der Bank ohne etwas zu schwatzen u. gehen wieder od bielten kurz vor dem weggehen irgend einen schlechten Gaul od. so etwas zum Kauf an. Diejenigen aus der Nachbarschaft welche sich h\u00f6flich u. gespr\u00e4chig zeigen, scheinen auch die verschlagensten u. schlimmsten zu sein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich mich also in dieser Bezieung mein Erwartung nicht t\u00e4uscht, so wird es doppelt angenehm sein, wenn sich auch noch Familien anschliessen mit denen man in Frieden u. Freude leben kann. Sollte sich noch Jemand Euch anschliessen wollen, so lasst Euch nur dann ein, wenn Ihr die Leute gut kennt denn sonst hat man oft mehr Verdruss als Annehmlichkeit von der Gesellschagft. Familien von Landleuten mitzunehmen ist ebenfalls abzurathen, denn h\u00f6chst selten ist ..daf\u00fcr Dank geerntet worden. Angenehm hingegen w\u00e4re es wenn Ihr eine Magd zur Verrichtung h\u00e4uslicher Gesch\u00e4fte, Kuhmelken, Garten u.s.w. mitnehmen k\u00f6nnt. Wollet Ihr dennoch Jemand mitnehmen, etwa wegen dem Rebland, so m\u00fcsst Ihr einen schriftlichen Vertrag mit ihnen abschliessen, denselben durch einen amerikanischen Consul od. Gesandten legalisieren lassen, wenn er je sollte geltend gemacht werden. Die Kosten der Ueberfahrt u. des ersten Unterhalts hier d\u00fcrft Ihr immer auf 200 bis 260 frs berechnen u, danach abschliessen. Da ich nach einer allgemeinen Ansicht des Landes der Gegend am oberen Theil des weissen Flussen von etwa 40 &#8211; 100 oberhalb von Batesville in den kl.rothen Fluss etwa 20 Meilen westlich bon der Batesville Strasse den Vorzug gebe, aus Gr\u00fcnden die, wie ich erwarte auch Euren Entschluss bestimmen werden, so bin ich nun gesonnen Anfang Septrmber, wenn die Hitze etwas nachgelassen hat, noch einmal dorthin zu gehen, daselbst mich n\u00e4her umzusehen u. wo m\u00f6glichden Winter dort zuzubringen. Die Auswahl eines schicklichen Platzes muss ich dann Eurer eigenen Auswahl \u00fcberlassen, u. glaube den Zweck meiner Reise m\u00f6glichst erf\u00fcllt zu haben, wenn ich bei dieser Auswahl in so weit als F\u00fchrer dienen kann, Euch den Besuch an u. f\u00fcr sich umpassender Orte zu ersparen. Nach meiner Meinung kannu. soll die Auswahl des Platzes nicht nach einer fl\u00fcchtigen Besichtigung des Landes , sondern erst nach l\u00e4ngerer Ueberlegung geschehen, weil sonst eine schlechte Wahl das gew\u00f6hnliche Resultat ist, indem mur eine Jahreszeit ber\u00fccksichtigt wird. Erfahrungen der Art wurden lrtzhin von mehreren Deutschen gemacht. Um nun zu diesem Zweck die n\u00f6thige Zeit zu gewinnen, u. um nicht eine lange Zeit nutzlose u. Geldfressende Art zu verlieren, rathe ich f\u00fcr das erste Jahr irgendeine Farm in Pacht zu nehmen, auf der man sich sogleich besch\u00e4ftigen, produzieren kannu. mit der hiesigen Landkultur bekannt macht. Ob man sp\u00e4ter ein bereits begonnenes Settlement kaufen, od. ein ganz neues einrichten will, m\u00fcssen Umst\u00e4nde u. Lokalit\u00e4t bestimmen. Ich werde zwar hier\u00fcber Eure Antwort erwarten, sollte sich jedoch eine g\u00fcnstige Gelegenheit zu Hoffnung einer passenden Farm darbieten, so werde ich sie nicht vor\u00fcbergehen lassen; ich werde dann die erst Fr\u00fchlingszeit ben\u00fctzen um die Wohnung f\u00fcr Euch vorzubreiten, etwas Vieh f\u00fcr den Hausbedarf u. Lebensmittel anzuschaffen, u. sonstige nothwendige Anordnungen treffen, damit Ihr bei Eurer Ankunft in N. Orleans sogleich wisst wohin Ihr Euch zu wenden habt.Ank\u00e4ufe machen sich im winter u. Fr\u00fchjahr auch besser als sp\u00e4ter, wo die Preise der Lebensmittel steigen, ja sogar oft nicht mehr zu haben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies w\u00e4re der Plan meines Beginnens, was Eure Reise u. Gep\u00e4ck betrifft, so kann ich f\u00fcrs Erste \u00fcber das was mitzunehmen ist nur im Allgemeinen sagen dass Alles, mit \u00e4usserst seltenen Ausnahme, sogar M\u00f6beln wohlfeiler zu stehen kommen, wenn Ihr sie mitbringt, als wenn Ihr sie hier kauft oder machen l\u00e4sst, u dass viele Gegenst\u00e4nde gar nicht zu haben sind. Ihr k\u00f6nnt also mitnehmen was Ihr hier zu gebrauchen gedenkt, wobei Ihr auch den Besitz von Vieh zu ber\u00fccksichtigen habt, wegen Anschaffung von einigen Glocken u.s.w. Ihr m\u00fcsst aber hierbei besonders bei der Anschaffung v. M\u00f6beln nicht aus den Augen verlieren, dass man hier zu Lande viel einfacher lebt, als bei uns, und manches St\u00fcck durch eigenes Fabrikat ersetzt werden kann, wenn die ersten Arbeiten vorbei sind u. die Zeit gestattet an Bequemlichkeiten zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pulver und Z\u00fcndh\u00f6lzer mitzunehmen ist rathsam, weil hier Alles theuer u. schlechter ist, u.erstens in einem wohlverschlossenen h\u00f6lzernen K\u00e4stchen ohne Gefahr tranportiert werden kann. Blei kostet im d\u00e9tail 1\/8 Dollar das Pfund, wenn es nicht zu viel Geschlepp macht, w\u00e4re also auch hier mehr als der Transport herauszuschlagen. Wie Ihr Euch wegen dem Verpacken der Kisten, u. wegen d. Transit durch Frankreich zu benehmen habt, werdet Ihr wissen; \u00fcber jede Kiste wird n\u00e4mlich ein vollst\u00e4ndiges Verzeichniss des Inhalts verfertigt, u. dieses rathe ich in Copie sorgf\u00e4ltig aufzubewahren, dass man hier bei der Ankunft weiss wo man die Sachen zu nehmen habe, die man braucht. Die Flinten m\u00fcssen, um sich gut zu konservieren, mit Unschlitt ausgegossen, das Z\u00fcndloch u. der Mund mit Propfen versehen, aussen ebenfalls t\u00fcchtig eingeschmiert u. wo m\u00f6glich in trockenes Werch od. Guder gewickelt werden S\u00e4mereien bleiben nur in dichtverschlossenen od. verpichtem Glase gut, sonst laufen sie auf dem Wasser u. verderben. D\u00fcrres Obst von dem ich rathe ziemliche Vorr\u00e4the mitzunehmen, wird in gut verschlossenenF\u00e4ssern conserviert, wo m\u00f6glich sollte aber von Zeit zu Zeit darnach gesehen werden. Wir hatten unsere Quetschen in einem blossen sackleinen in der Kaj\u00fcte hangen, u. dort wurden sie gegen das Ende der Fahrt so feucht u. nass, dass wir sie schnell essen mussten, um sie nicht verderben zu lassen.In einem Fass verschlossen wird dies vermuthlich nicht geschehen. Eure eigene Reise nach Havre k\u00f6nnt Ihr nach eigener Ansicht ausf\u00fchren, von dort rathe ich nach New Orleans einzuschiffen u. auf Dampfbooten den Mississipi u. White River hinaufzufahren. Auf dieser Strasse werdet Ihr etwa 2-3 Wochen l\u00e4nger auf der See, aber um soviel weniger auf dem Dampfschiff zubringen m\u00fcssen, u. sowohl wegen den Gefahren als der Unannehmlichkeiten wollte ich lieber auf der offenen See als auf dem Dampfschiff sein. Diese Reise ist auch viel k\u00fcrzer, ungleich viel wohlfeiler, besonders wegen dem Gep\u00e4ck, das nicht gering ausfallen wird. Dieses m\u00fcsste auch, wenn Ihr einen andern Landungsplatz als N. Orleans w\u00e4hlt, h\u00f6chst beschwerlich fallen u. viele Kosten verursachen, u. eine Reise durchs Land auf Dampfschiffen hat nichts interessantes, u. mit dem Wagen ist sie fast unm\u00f6glich u. zu langsam. Dieser Weg erfordert aber ein fr\u00fchzeitiges Verreisen, damit Ohr vor der krankhaften Zeit, welche im Juni anf\u00e4ngt, durch N.Orleans passieren k\u00f6nnt. Auf Schiff u. Dampfschiff rathe ich in die Kaj\u00fcte zu gehen, denn es w\u00e4re der Mutter u. meiner Schwester nicht zuzumuthen sich in den andern Schiffsr\u00e4umen aufzuhalten. Im Havre k\u00f6nnt Ihr Euch durch Empfehlungen einen Vermittler schaffen, wenn allenfalls der Kapit\u00e4n nicht franz\u00f6sisch spicht, u. mit ihm schliesst Ihr einen schriftlichen Vertrag \u00fcber den Ueberfahrtspreis ab. Gep\u00e4ck wird frei sein, doch muss es ausdr\u00fccklich bemerkt werden. In N.Orl. werdet Ihr entweder H. .schifeli vorfinden od. H. Nicolet wird sich Eurer annehmen, \u00fcbrigens wird dort viel Deutsch gesprochen. Mit den Kapit\u00e4n des Dampfschiffes k\u00f6nnet Ihr ebenfalls akkordieren u. wen die Zahl der Passagiere gross ist, wird er den Preis um 1\/4 od 1\/5 herabsetzen u. nebendem das Gep\u00e4ck frei nehmen. In N.Orl. werdet Ihr dann auch einen Brief v. mir vorfinden, der \u00fcber meine Dispositionen u. Anordnungen Auskunft gibt, Euren Landeplatz bezeichnet, an dem ich Euch erwarte, u.s.w.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Vohergehenden habe ich, meine Theuersten, in m\u00f6glichster K\u00fcrze das Resultat meiner Reise niedergelegt, es ist freilich nicht so reichhaltig als Ihr erwarten werdet, allein ich muss gestehen dass ich jeden Tag f\u00fchlte, ich sei nicht mit den n\u00f6thigen Kenntnissen f\u00fcr den vorgesetzten Zweck ausger\u00fcstet; indessen habe ich doch die Gewissheit erlangt, das sch\u00f6ne Vaterland nicht nur einer trugvollen u. unsichern Zukunft willen verlassen zu haben; die Freiheit, welche unsere Berge so sch\u00f6n macht, finden wir hier wieder, u. unverk\u00fcmmerter, als wir sie bisher genossen , u. die Stimmung der Gem\u00fcther in Europa l\u00e4sst mich vermuthen, dass sie noch l\u00e4nger hiesigen W\u00e4ldern verweilen werde als in den Schweizer Alpen. Im Kreis der Familie u. Freunde werden wir hier ungest\u00f6rt leben k\u00f6nnen, u. diess ist besser als mit mehr Bequemlichkeit u. gr\u00f6sseren Sorgen sich durch die Welt zu schlagen. Wie Einem der lange nach dem Hute sucht, der auf dem Kopf sitzt, so geht mirs jetzt mit Jagd u. Fischerei. was meine Vorz\u00fcglichste Besch\u00e4ftigung ist, dar\u00fcber vergesse ich zu schreiben. Die Amerikaner gehen nur mit ihren langen Kugelb\u00fcchsen&#8230; auf die Jagd u. damit jagen sie Alles, Schrotflinten besitzen sie h\u00f6chst selten. Da sie demnach weder im Lauf noch im Flug schiessen k\u00f6nnen, gehen sie meist ohne Hunde aus, schleichen in den W\u00e4ldern umher, u. was ihr scharfes Auge erblickt, entgeht selten ihrer Kugel. Tier die nur des Nachts umhergehen,hetzen sie mit Hunden auf die B\u00e4ume u. schiessen sie dann todt. Hirsche werden am Tage auf der Weide u. Nachts am Lockplatz bei dem &#8230; erlegt. Alles dieses braucht viel Uebung u. Anleitung dazu u. doch wird unser Auge nie dem des Amerikaners gleich kommen, unsere Art zu jagen wird aber auch angehen, die Hirsche haben ihre bestimmten G\u00e4nge u. Wechsel, eben so die F\u00fcchse, zu Hetzen sind die hiesigen Hunde gut u jagen auf jedes Wildbrett anhaltend. Das meiste Vergn\u00fcgen wird aber der H\u00fchnerhund bringen, weil im Herbst u. Winter sehr viele Zugv\u00f6gel sich hier aufhalten u. die Feldh\u00fchner u. Truth\u00fchner von demsemselben am leichtesten zu bekommen sind. Ich w\u00fcnsche daher sehr, dass Ihr H\u00fchnerhunde mitbr\u00e4chtet, u. zwar mehrere, dass man z\u00fcchten kann, denn hier findet man keine guten Racen. Der Transport hat weder auf dem Meer, noch auf den DampfschiffenSchwierigkeit, denn bei der letzten Gesellschaft Deutscher war eine ganze Menge Hunde. Man braucht auch mehrere, weil man zu gewissen Zeiten alle Tage in den Wald geht, was ein Hund in dem warmen Klima nicht aushalten kann. Von Fischerei verstehen die Amerikaner nichts als Angeln u. Harpaunen, mit welch letzeren man gr\u00f6ssere Fische fangen kann. F\u00fcr Netze sind die Fl\u00fcsse zu voll Stauden u. Baumst\u00e4mme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun theuerste Eltern u. Geschwister, schliesse ich mit herzlichem Gruss an Euch u. allen meinen Bekannten, u. mit dem Wunsche Euch binnen m\u00f6glichst kurzer Frist gesund hier ankommen zu sehen. Euer Sohn, Gottlieb J\u00e4ger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">dieser Brief ist vom 22. 7ten 1833 in New Orl. durch Herrn Nicolet Consul Suisse spediert &#8211; angekommen d. 7 November 1833 u. mit folgendem Vers v. Schiller geflickt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die angebornen Bande kn\u00fcpfe fest,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ans Vaterland, ans Theure schliess dich an,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das halte fest mit deinem ganzen Herzen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind die Starken Wurzeln deiner Kraft!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort in der fremden Welt stehst du allein,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein schwankes Rohr das jeder Sturm zerknickt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(beantwortet bald darauf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No 3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Anschlisfarm bei Little Rock\u00a0\u00a0 Juli 1833 Theuerst Eltern und Geschwister. 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