{"id":223,"date":"2013-07-20T12:58:39","date_gmt":"2013-07-20T09:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/nikaderungs.com\/nikaderungs.com\/no-4-13-sept-1833\/"},"modified":"2019-05-20T15:37:51","modified_gmt":"2019-05-20T13:37:51","slug":"no-4-13-sept-1833","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/no-4-13-sept-1833\/","title":{"rendered":"no 4 13.Sept 1833"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">no 4 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bei little Rock 13. September 1833<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazugekommend 14 Januar 1834<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">THeuerste Eltern u. Geschwister! Eure Briefe v. 8 u 10 April u. 23 Mai sind mir d. 8 &#8230; durch H. Nicolet&#8217;s Vermittlung zugekommen bei dem sie vermuthlich schon einige Zeit gelegen haben, u. so sp\u00e4t versendet wurden weil er erst andere Berichte u. Adressen abwarten musste. Ich danke Euch sehr f\u00fcr Eure beforderlichen Nachrichten, die mich gerade erfreuten als ich etwas an einem Fieber darniederlag, das nur durch eigene Unvorsichtigkeit zugezogen hatte, es dauerte nur wenige Tage, aber noch jetzt f\u00fchle ich mich etwas schwach u. muss vorz\u00fcglich strenge Di\u00e4t halten, um einen R\u00fcckfall zu verh\u00fcten. Von Euren an mich gerichteten Fragen werdet Ihr manche in meinem Brief schon beantwortet findenm den ich vor etwa einem Monate abgehen liess, indessen will ich dieselben hier nochmals der Reihe nach durchgehen u. mit Beantwortung des Briefes v. Mutter anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcrs Erste macht Ihr mir zur Pflicht nochmals zu \u00fcberlegen, ob das hiesige Land auch allen Hoffnungen entspreche, die man v. demselben hegt. Alle neuangekommenen Auswanderer finden sich in ihren Erwartungen betrogen, alle aber welche einige Jahre im Lande sind, u. ihre Einrichtungen mit einiger Umsicht getroffen, fand ich \u00e4usserst wohl zufrieden, u. meist wohlhabend, daher ich mich darauf beschr\u00e4nken will, Euch nochmals vorzulegen, wie ich die Sachen gefunden u. wie ich sie erwarte, dann m\u00f6gt Ihr selbst urtheilen, ob die Auswanderung Euch wirklich rathsam scheint od. nicht. Vor allem eins muss ich bemerken, dass aus Euren Briefen hervorzugehen scheint, man komme hier schon in ein ziemlich bev\u00f6lkertes u. kultiviertes land, in dem noch viele der alten Gewohnheiten, Bequemlichkeiten u. Gesellschaftlichkeit zu finden sei. Wenn wir in dem Landestrich uns niederlassen, den ich gegw\u00e4rtig im Auge habe, so werden wir zwar genug Bev\u00f6lkerung finden, um uns bei gr\u00f6sseren Arbeiten u.s.w. die n\u00f6thigen Hilfeleistungen zu bieten, auch werden sich vielleicht einige der letzteingewanderten deutschen Familien dort niederlassen, wenigstens warten sie auf meine Berichte die Gegend zu besichtigen, aber an Kramladen, wo man die kleinen Lebens-<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">bequemlichkeiten um geringes Geld kaufen , an das Vorhandensein von Handwerkern, wo man gleich Alles nach Belieben kann machen lassen, ist im Allgemeinen nicht zu denken, u. jeder muss sich selbst helfen so gut er kann. Ich halte dies f\u00fcr keinen Nachtheil, denn man wird auf diese Art gezwungen manches Ueberfl\u00fcssige entbehren zu lernen, u. Vieles sich selbst zu verfertigen, f\u00fcr das man sonst aus alter Gewohnheit Geld ausgegeben h\u00e4tte, was bei der hiesigen Theure jeder Sache sich am Ende bald in gr\u00f6ssere Summen zusammenaddiert. Was das Gesellschaftliche anbetrifft, so bin u. bleibe ich der Meinung, dass die Amerikaner nie zu uns passen, wenigstens die meisten, mit denen ich bisher zusammentraf, fand ich so, dass ich immer froh war, von denselben wieder wegzukommen. Wenn man nicht mit ihnen in ihre langweiligen politischen od. sogar religi\u00f6sen Materien eintritt, so wissen sie keine Unterhaltung, als etwa einem bis aufs Blut mit Fragen zu qu\u00e4len, die, so unbescheiden sie oft auch sind, ohne Unh\u00f6flichkeit nicht unbeantwortet gelassen werden k\u00f6nnen. Wer der Sprache m\u00e4chtig ist, kann sich allenfalls auf der Reise daf\u00fcr entsch\u00e4digen, dass man ihnen gewaltige B\u00e4ren aufbindet, mit seinen zuk\u00fcnftigen Nachbarn aber darf man um seiner selbst willen sich diesen Spass nicht erlauben, denn was man einem erz\u00e4hlt, das tr\u00e4gt er noch am n\u00e4mlichen Tage in aller Eile bei seinen Nachbarn herum. So, meine Theuren, seht Ihr, dass man in dieser Beziehung ganz auf sich u. auf die Freunde , die mitkommen beschr\u00e4nkt ist, da aber auch wenige gute Bekannte eine angenhme Gesellschaft unterhalten k\u00f6nnen, so sehe ich hierin wiederum nichts anst\u00f6ssiges. Dieser Charakter der Amerikaner macht es f\u00fcr mich auch ganz gleichg\u00fcltig, ob wir in eine mehr od. minder bev\u00f6lkerte Gegend kommen u. ich halte die Ansiedlung u. Lebensweise in Letzterer f\u00fcr wohlfeiler, was auch zu ber\u00fccksichtigen ist; kommt sp\u00e4ter eine gr\u00f6ssere Bev\u00f6lkerung, so ist man schon so weit gediehen, um dann den Bed\u00fcrfnissen begegnen zu k\u00f6nnen. Trotzdem dass die Ansiedlungen nur noch sp\u00e4rlich \u00fcber das Land zerstreut sind, ist schon den Indianern durchaus nichts zu bef\u00fcrchten, denn diese sind bereits 200 bis 300 Meilen weiter gegen Westen ger\u00fcckt, \u00fcberdies von gutem Naturell, viele davon Christen u. treiben Ackerbau, wie die Weissen. Wenn Ihr nach \u00fcberstanderner Reise in den hiesigen Wildnissen ankommt, so werdet Ihr im Anfang in einem gew\u00f6hnlichen Loghause logieren m\u00fcssen; es sind dieses H\u00e4user gerade wie die H\u00fctten unserer Sennen auf den Bergen, \u00fcber einander gelegt Baumst\u00e4mme, die offen ein Fenster haben, oft keines , zuweilen ist der Boden gedielt u. die Zwischenr\u00e4ume zwischen den Balken mit Holz u. Erde vermacht; wo diess nicht ist, kostet es geringe M\u00fche dasselbe zu thun, \u00fcberhaupt ist ein Loghaus sehr leicht in einen ordentlichen Wohnraum umzuwandeln, u. die Amerikaner unterlassen es meist nur aus &#8230;l\u00e4ssigkeit &#8230; folgen die Sorgen f\u00fcr den Lebensunterhalt. Da kein Amerikaner mehr arbeitet als er nothwendig muss, so ist nat\u00fcrlich, dass sie auch nur so viel Vorr\u00e4the an Lebensmitteln planzen u. zubereiten, als sie f\u00fcr sich brauchen, so dass\u00a0\u00a0 man von ihnen weder Gem\u00fcse noch Kartoffeln od d\u00fcrres Fleisch u. Speck kaufen kann, das einzige was zu erhalten ist Welschkorn, weil diess ihr Stappelartikel ist, durch dessen Verkauf sie theilweise das Geld herbeischaffen, um ihre Auslagen f\u00fcr Stoffe, Zucker u.s.w. zu decken. Mehl u. der Ertrag der K\u00fche ist daher in dem Anfang da Einzige was man an Nahrungsmitteln hat. Wer fr\u00fchzeitig hier ankommt, oder wem jemand die Ankunft vorbbereitet, em bietet der Garten dann sehr bald Allerlei Gem\u00fcse, doch h\u00e4lt es manchmal schwer die n\u00f6thigen S\u00e4mereien zu erhalten. Ihr werdet hieraus sehen, wie wichtig es ist Euch mit d\u00fcrrem Obst aller Art, Bohnen u.s.w. zu versehen, auch alle m\u00f6glichen S\u00e4mereien mitzunehmen, u. dieselben sorgf\u00e4ltig zu verwahren. In versiegelten Flaschen bleiben dieselben am besten, was aber nicht so aufbewahrt werden kann, m\u00fcsst Ihr auf der Reise \u00f6fter nachsehen u. trocknen um es vor dem verschimmeln zu bewahren. Wenn ich Euch f\u00fcr den ersten Sommer eine Farm pachten kannm so werde ich zugleich manchen der vorerw\u00e4hnten M\u00e4ngel abzuhelfen wissen, u. wir gewinnen jedenfalls im ersten Jahr so viel Erde, dass wir f\u00fcrs k\u00fcnftige Jahr keine Lebensmittel kaufen br\u00e4uchten. Sobald wir eine eigene Farm haben, so wird durch ein besseres Haus der schlechtenWohnung abgeholfen, mit Th\u00e4tigkeit richtet man sich in allen Beziehungen besser ein, der Abtrag der Felder wird so gross, dass man anfangen kann von seinen Produkten zu verkaufen, ebenso vermehret sich der Viehstand, dass er Geld abwirft, man sorgt nun nach und nach f\u00fcr mehrere Bequemlichkeiten u. in wenigen Jahren hat man sich so eingerichtet, dass man f\u00fcr immer gut aufgehoben ist. Wir selbst werden zwar nicht so strenge Handarbeit verrichten k\u00f6nnen, um diess Alles selbst zu vollbringen, allein ich denke Vaters Verm\u00f6gen wird hinreichend sein um einen od. zwei Sklaven zu kaufen, u. auch nur mit einem k\u00f6nnen wir sehr viel Feld bestellen, weil alle Arbeit \u00e4usserst leicht gedeiht. Ebenso w\u00e4chst in den G\u00e4rten so viel ich gesehen, Alles M\u00f6gliche vorz\u00fcglich, u. alle B\u00e4ume bringen schnell Fr\u00fcchte. Wenn Vaters Sorge ist wie das Geld f\u00fcr die n\u00f6thigen Anschaffungen herbeigeschifft werde, so habe ich oben schon gesagt, das die Amerikaner diess aus den Verk\u00e4ufen von Korn u. Vieh bestreiten, wenn uns \u00fcberdiess der Weinbau gedeiht, woran ich nicht zweifle, so wird dies eine ergiebige Geldquelle sein, da er sich theuer verkauft u. ein Gallon, ca. 1 1\/2 Mass bis zu 1 Dollar bezahlt wird. Das Brantwein brennend\u00fcrfte vielleicht sp\u00e4ter auch ein guter Erwerbszweig werden, doch ist die Anschaffung des dazu n\u00f6thigen Apparats zu kostbar, als dass ich rathen m\u00f6chte, denselben sogleich mitzubringen. Wenn wir sp\u00e4ter uns mit diesem Gesch\u00e4ft abgebenwollen, werden wir die n\u00f6thigen Einrichtungen schon zu treffen wissen. Wenn die Lokalit\u00e4t Gelegenheit bietet, dass Hans eine M\u00fchle od. Schneidem\u00fchle bauen kann, so wird diess eines der besten Gesch\u00e4fte sein. Ueberhaupt l\u00e4sst die Unth\u00e4tigkeit der Amerikaner f\u00fcr eine ganze Menge von IndustriezweigenRaum, da Alles, was hier zu Land mit etwas Umsicht u. Geldhilfe begonnen wird, bringt reichlichen Gewinn. So meine theuersten Eltern, glaube ich , k\u00f6nnen wir nicht allein einer sorgenfreien , sondern auch einer angenehmen Zukunft entgegen sehen, den wenn auch einige Zeit dar\u00fcber hingehen d\u00fcrfte, bis man an Versch\u00f6nerung seiner Umgebung denken darf, so wird uns das angenehme u. schon ziemlich s\u00fcdliche Klima, verbunden mit der Fruchtbarkeit des Bodens sehr manches erfeuliche Resultat bieten. Die unbedingte Freiheit u. Abwesenheit aller l\u00e4stigen Formen des gesellschaftlichen Lebens der alten Heimat wird die Gaben der Natur &#8230; u. die Freundschaft unserer Reisegenossen u. Landsleute die Stunden k\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ueber den Zeitpunkt Eurer Abreise habe ich mich in meinem letzten Briefe ebenfalls schon ge\u00e4ussert. Ich halte den Hornung f\u00fcr den besten , den M\u00e4rz f\u00fcr den sp\u00e4testen Termin , weil Ihr sonst Euren Weg nicht mehr \u00fcber N. Orl. nehmen k\u00f6nnt, u. Ihr bei sp\u00e4terer Abreise \u00fcberhaupt Gefahr l\u00e4uft, durch niedrigen Wasserstand die Kurse der Dampfschiffe gehemmt und dadurch Eure Reise vielleicht auf mehrere Wochen unterbrochen zu finden. N.Orl. zum Landungsplatz zu w\u00e4hlen hat den entschiedenen Vortheil, dass eine verl\u00e4ngerung der Seereise von 2-3- Wochen Euch dem Ziele viel n\u00e4her bringt, das Gep\u00e4ck braucht nur einmal umgeladen zu werden, die Fahrt auf den dampfschiffen, welche sehr unangenehm ist, wird k\u00fcrzer sein, u. die Unkosten f\u00fcr Transport der Effekten bis zum Bestimmungsort betr\u00e4gt nur 75 cts pro Zentner, Zu dem ist N. Orl. der g\u00fcnstigste Platz um die n\u00f6thigen Ank\u00e4ufe v. Zucker, Kafe, Reis, Gew\u00fcrzen u. dergl. zu besorgen, was Alles bei Anachaffung aus Kramladen den doppelten Preis kostet, als wenn man es in N.Orl. en gros kauft. Die Ausschiffung in Newyork hat den einzigen Vortheil, die Seereise etwas abzuk\u00fcrzen, wohlfeiler ist sie nicht, dann m\u00fcsst Ihr bis auf den Ohio bald zu Wasser, bald zu Land reisen, auf diesem Fluss an der Stromschwelle nochmals zweimal ausladen, am Ausfluss des Arkansas aber ein diesen Fluss hinauffahrendes Dampfschiff erwarten, weil die Schiffe so den Missis. herunterkommen, nicht den Arkansas u. White River hiauflaufen. Als Entsch\u00e4digung f\u00fcr all diese M\u00fchen u. Untriebe u. vielen Kosten habt Ihr nichts od. sehr wenig Interesse von der Reise selbst zu erwarten, denn ich glaube kaum dass dieses die Verl\u00e4ngerung des Dampfschifffahrens aufwiegen wird. Die Vortheie der Reise \u00fcber N.Orl sind so entschieden, dass die Nordamerikanischen Schriftsteller denjenigen Auswanderern, welche aus den n\u00f6rdlichen Staaten nach dem Mississipi Thale ziehen, anrathen ihren Weg \u00fcber N,Orl. u. den Miss. hinauf zu nehmen. &#8211; In Betreff der Miethung einer Farm um Euren Empfang vorzubereiten trifft Euren Wunsch mit meinen Vorschl\u00e4genzusammen, u. ich werde demnach hierin so handeln wie es mir am zweckm\u00e4ssigsten scheinen mag. Dass Fritz u. Konrad vorauskommen, w\u00fcrde Euch wenig n\u00fctzen u. Euch nicht allein das Vergn\u00fcgen entziehen die Reise gemeinschaftlich zu machen, sonder Ihr w\u00fcrdet auch deren H\u00fclfe bei Verpackung u. Transport der Effekten verlieren, was nicht wenig verlust w\u00e4re. Die Ansiedlung in der N\u00e4he einer Stadt ist ein schwieriger Punkt, im ganzen Arkansas Territorium ist keine einzige Stadt die eigentlich diesen Namen verdient, sonern es sind alles neue Pl\u00e4tze mit sehr wenigen H\u00e4usern, u. \u00fcberhaupt von geringem Belang. Little Rock ist der Hauptort des Territoriums u. der einzige der zu einigem Umfang anzuwachsen verspricht, aber f\u00fcrs Erste findet sich in dessen N\u00e4he kein gutes, gesundes u. von Ueberschwemmungen gesichertes Land, u. 2t. ist diese ein Ort den ich so viel wie m\u00f6glich zu vermeiden suche, weil er der Sitz v. Spielern, Trinkern u. andern h\u00e4ndelss\u00fcchtigen u. betr\u00fcgerischen M\u00fcssigg\u00e4ngern ist, die sich fast alle Wochen die Messer in den Leib stossen u. mit Pistolen aufeinander schiessen, was bei der schlechten Polizei nur dann Folgen hat, wenn der verletzte Theil etwa klagt. Die Sache ist in dieser Beziehung so weit, dass kein Amerikaner in die Stadt geht, ohne sich mit Pistolen od. sonst zu bewaffnen. Wo wir uns auch niederlassen, glaube ich soll unser vorz\u00fcglichstes Augenmerk auf das gerichtet sein, was f\u00fcr unsere beabsichtigte Land\u00f6konomie dienlich ist, denn \u00fcberall werden Fritz u. Hans Gelegenheit finden ihren Beruf auszu\u00fcben, weil der Mangel an Handwerkern n\u00f6thigt, dieselben aufzusuchen, wo sie sich finden. Die N\u00e4he der Deutschen zu suchen w\u00fcrde ich auch, wenn es andern Vortheilen nicht hinderlich ist, allein dieses Volk ist schon so sehr zerstreut u. meist so ungl\u00fccklich in der Auswahl ihres Landes gewesen dass die einzige M\u00f6glichkeit w\u00e4re, meinem Freund H\u00fcbsch u. Gollmann mit noch etwa 2 Familien in unsere N\u00e4he zu bekommen. Treffen sie aber ein andere Wahl als wir, so wird es doch nicht lange anstehen, dass sich bald noch mehr von unsern Landsleuten um uns sammeln , denn die Vortheile, wenn ein neuer Ank\u00f6mmlich sich an einen bereits einige siedelnden Bekannten anlehnen kann, sind offenbar u. einleuchtend, um so schnell \u00fcbersehen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommen wir an die mitzunehmenden Effekten, u. da lehrt mich die bisherige Erfahrung den fr\u00fcheren Spruch, so wenig wie m\u00f6glich, geradezu umzuwenden u. zu sagen&#8221;so viel wie m\u00f6glich&#8221;. &#8211; Wenn Du, meine liebe Mutter, mich fr\u00e4gst, wie weit man hat um spinnen u. weben zu lassen, so sage ich: gar nahe, denn da man schwerlich Spinnerinnen u. Weber ausfindig machen k\u00f6nnte, die f\u00fcr andere Leute arbeiten, so werden wir es machen, wie die andern Amerikaner; die Frauen u. T\u00f6chter des hauses spinnen u. lernen weben, f\u00e4rben auch u. machen so das Zeug f\u00fcr den ganzen Hausbedarf selbst, u. da mich Vater ohnehin fragt, ob f\u00fcr meine Schwestern sich auch genugsame u. n\u00fctzliche Arbeit finden wede, so ist hier eine von den vielen Antworten die ich auf diese Frage diese Frage gehen k\u00f6nnte. Die Webst\u00fchle, die man hier hat, sind \u00fcbrigens sehr einfach u. Fritz wird im Stande sein einen zu verfertigen, das so geheissene Geschirr k\u00f6nnt Ihr vielleicht sogar mitnehmen, ich glaube aber es ist f\u00fcr Baumwolle u. Leinen verschieden. Die Manipulation des Webstuhls ist auch einfach u. wird bald gelernt sein. Spinnr\u00e4der, wie ,an sie bei uns hat, sah ich bisher ein einziges, welches eine alte Frau aus den n\u00f6rdlichen Staaten mit sich gebracht hat, u. darauf sehr sch\u00f6nen Flachs verspann. Sonst sah ich nur Baumwollenr\u00e4der. diese aber fast in jedem Haus. Es w\u00e4re also gut Eure Spinnr\u00e4der nicht zur\u00fcck zu lassen. &#8211; Was Dein &#8230; betrifft, l. Mutter, so denke ich es unzweckm\u00e4ssig, das zu verkaufen . Wenn es nicht sehr fein u. nur f\u00fcr die Dauer ist, so passt es desto besser in hiesiges Land, u. wenn Du zuletzt Ueberfluss hast, so verkauft sich hier besser als bei uns. Auch glaube ich nicht, dass man leicht zu viel Kleider mitnimmt, weil der Macherlohn v. ein Paar Hosen 2-3 Thlr u. von einem tuchernen Ueberrock 8-10 thlr kostet. Die fa\u00e7on ist hier gleichg\u00fcltig, denn jeder tr\u00e4gt was ihm beliebt, doch m\u00f6chte ich nochmals aufmerksam machen, besonders auf Anschaffung v. viel u. starkem, wenn auch noch so groben Sommerkleidung zu halten. Tuch tr\u00e4gt man nur wenn das Wetter es gebietet, u. dies wird in einem kl. Theil des jahres sein. Dagegen rathe ich allen alle Kleider mitzunehmen, sie thun in gewissen F\u00e4llen so gute Dienste als andere, darum vergesst meinen alten braunen Ueberrck u. Hosen ja nicht, u. was ich sonst Alles habe. F\u00fcr den allgemeinen Hausgebrauch d\u00fcrften 2 od. 2 Kapute wie die Soldaten haben zweckm\u00e4ssif sein, wenn man etwa bei Regen u. Unwetter um das Haus herum etwas zu thun hat, od. ins Holz muss. Schuhe gehen bei der Hitze schnell kaput, wenn man nicht fast alle Tage mit Fett schmiert, was Ihr in Beziehung auf deren Revision notieren m\u00f6gt, auch ist im ganzen Lande kein Schuhnagel zu finden , weil hier zu Lande Alles ungenagelte Schuhe tr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt l. Mutter, forderst Du von mir ein vollst\u00e4ndiges Verzeichniss aller Ger\u00e4tschaften, die Ihr mitnehmen sollt, u. aller Samen, die man nicht haben kann. Das ist wahrhaftig zu viel verlangt u. geht \u00fcber mein Wissen, u. aus dieser Verlegenheit kann ich mich nur durch den oft wiederholten Spruch ziehen, dass Ihr hier nichts kaufen k\u00f6nnt, das nicht, den Transport eingerchnet, wohlfeiler v. Hause mitgebracht wird, u. v. S\u00e4mereien nehmt mit, was Ihr auftreiben k\u00f6nnt, denn das wenige, was etwa hier zu haben ist, wird wohl v.anderer Sorte sein, als sie sich bei uns finden, u. \u00fcberhaupt ist es sehr m\u00fchevoll, solche auf den oft weit von einander entfernten Pflanungen zusammenzutreiben. Was ich indesen sammeln kann, werde ich aufheben, u. Euch zum beliebigen Gebrauch getreu \u00fcberliefern, aber, wie gesagt, verlasst Euch nicht auf das. &#8211; Diese Instruktion, hoffe ich, soll Euch mehr Weisung geben, als wenn ich mich in eine Aufz\u00e4hlung v. Gegenst\u00e4nden verirrt h\u00e4tte, die doch nur h\u00f6chst unvollst\u00e4ndig ausfallen k\u00f6nnte. &#8211; Ob Bienen hier wachsen? Gewiss, denn viele Leute sammeln wilden Honig, andere halten die Bienen in K\u00e4sten, wo sie ebenfalls sehr gut gedeihen; der Honig selbst schmeckt nicht so s\u00fcss wie der unsrige, aber er ist ganz hell u. sehr aromatisch. &#8211; Kirschen? Sah ich nur wilde, eine d\u00fcrre Haut \u00fcber einen Stein gezogen u. ungeniessbar; von zahmen Kirschen sah ich nirgendwo eine Spur, ebensowenig v. Aprikosen od. Birnen, keine Quitten, Mispeln, Pflaumen u.s.w., dagegen viel Pfirsich u. einige Sorten Apfel. Wenn ich aber nicht irre, will sich Vater so einrichten, dass er nach unserer Ansiedlung sich die n\u00f6thigen Baumst\u00e4mme will aus Europa kommen lassen, u. in diesem Fall wird er dann schon zu w\u00e4hlen wissen, sonst aber mag obiges als blosser Fingerzeig dienen. Was die vielerlei Pfunde kosten, nach denen Du, meine l. Mutter fr\u00e4gst, kann ich Dir nicht beantworten, doch vermuthe ich, wenn Ihr Eure Ueberfahrt auf einem Handelsschiff macht, wird Euch der Kapit\u00e4n schwerlich mit gen\u00fcgsamem Bettwerk versehen od. Euch mit dem begn\u00fcgen k\u00f6nnen, was geboten wird. Ihr werdet also darauf zu denken haben, einen sch\u00f6nen theil Eures Bettwerks z. Gebrauch auf dem Schiff, u. dieses, namentlich die Matratzen u. Kopfkissen, werden Euch dann auch hier gleich v. Anfang willkommen sein. Unsereins kann sich am Anfang wohl behelfen, mit einemgut gef\u00fcllten Strohsack, bis man so viel Baumwolle pflanzen kann um nach Amerikanischer Manier eine Matratze zu verfertigen. im Winter soll es auch so viel wilde Enten ,G\u00e4nse u. Schwanen geben, dass man sich f\u00fcr ein Kopfkissen u. anderes Bettzeug genug schiessen k\u00f6nne. Diese habe ich noch nicht gesehen, u. w\u00fcnsche daher, dass Ihr, l. Eltern, f\u00fcr Euch wenigstens das bed\u00fcrftige Bettzeug mitnehmt. Wollene Betten macht einer der Hauptbestandtheile hiesiger Betten aus, u. davon m\u00fcsst Ihr eher kaufen als ver\u00e4ussern, um ja einen &#8230; Vorrath davon zu haben. Was Ihr an K\u00fcchenger\u00e4th v. Kupfer, Guss- u. Pfanneisen, Zinn u. Porzellan hier glaubt brauchen zu k\u00f6nnenm das nehmt mit, denn wenn ich auch nicht angeben kann, was das Pfund kostet, so sagte mir doch dem H\u00fcbsch seine Magd, dass es das doppelte u. mehr als bei uns koste u. horrent theuer sei. Es w\u00fcrde noch schmerzen Eure Sachen zu Hause vielleicht unter dem Preise weggegeben zu haben, u. sie hier wieder mit vielen schweren Thalern ankaufen zu m\u00fcssen, u. die Kosten der Transporte sind im ganzen genommen doch nicht sehr hoch; auch wird es Euch immer besser freuen, in einem Hafen zu kochen den Ihr von zu Hause gebracht. &#8211; Was die Elle Stoff zu Weiberkleidern kostet, weiss ich ebenfalls nicht, allein Niemand als Ihr habt bessere Gelegenheit Euch solchen zu Hause wohlfeil zu verschaffen, w\u00e4hrend auf den hier gekauften die schweren Eingangsz\u00f6lle u die 100% von den Gross u. Kleinh\u00e4ndlern mittbezahlt werden m\u00fcssen. Diess ist so offenbar dass ich ohne gehaltene Nachfrage dar\u00fcber Bescheid geben kann. Was f\u00fcr Hausger\u00e4th mitzunehmen sei, m\u00fcsst Ihr mit Euch zu Rathe gehen u. nur bedenken, dass Ihr besser mitnehmt als hier kauft, dass aber auch das Mtnehmen von zu vielen Sachen Schwierigkeiten verursachen wird. An Feldger\u00e4th nehmt mit was Ihr habt, Schaufeln, Hauen, Karst, Sicheln, S\u00e4gen, Beil u.s.w. doch keinen R\u00e4chen, wenigstens keinenh\u00f6lzernen, eine Winde wird oft von grosser H\u00fclfe sein. &#8211; So, l. Mutter, bin ich mit Durch&#8230;unng deines Briefes zu Ende, u. hoffe Alles zu Deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben. Wenn es auff\u00e4llt dass ich so sehr rathe Alles von zu Hause mitzunehmen, so bedenke nur immer, dass Ihr in eine noch etwas wilde u. wenig bev\u00f6lkerte Gegend k\u00f6mmt, wo gar Manches nicht zu haben ist, u. bei dem Vorhandenen von den H\u00e4ndlern ein horrenter Profit genommen wird, denn 100 prozent ist bei den meisten L\u00e4den das wenigste, was sie nehmen, u. oft erlaubt sich ihre Unversch\u00e4mtheit 200 u. 300 % benefice zu machen. Der Transport v. Haus dagegen gibt zwar etwas M\u00fche bei Verpackung u. bei Besorgung auf der Reise, die Kosten aber sind nicht sehr bedeutend, denn ich rechne vom (Frontier) bis Havre 7 frs auf der See nichts od. nur unbedeutend u. v. N.Orl. bis hieher 75 cts od. 3\/4 dollar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den Brief meiner l. Mutter schliesst sich unmittelbar der Deinige, m. Bruder, in welchem voran die Aufforderung steht, die weitl\u00e4ufigen Vorschriften \u00fcber Reise u. Verhalten auf derselben mitzutheilen. Wenn ich nicht irre so enthalten alle meine bisherigen Briefe mancherlei Notizen hier\u00fcber, indessen, will ich nochmals Alles hier zusammenfassen dessen ich mich gerade erinnere. Ueber den Zeitpunkt der Abreise, so wie \u00fcber den Weg den Ihr zu nehmen habt, habe ich mich schon mehrfach ge\u00e4ussert, u. wie Ihr die Reise bis Havre einrichten wollt, steht bei Euch, nur erinnere ich , dass die Reise in der Postkutsche sehr beschwehrlich ist. Da von Havre nach N.Orl. keine Paketboote gehen, so werdet Ihr die Ueberfahrt in einem Kauffahrthei Schiff machen m\u00fcssen.Da aber schwerlich das Kaufschiff den n\u00f6thigen Raum in der Kaj\u00fcte haben wird um die ganze Gesellschaft zu .. so wird ein Theil im Zwischendeck logieren m\u00fcssen. Ihr bedingt Euch daselbst einen Platz zu ausschliesslichem Gebrauch, der unterschlagen werden soll, damit er nicht den Augen u. dem Passage der Schiffsmanschaft u. der etwaigen Passagieren offen sei. Ueber Bedienung , Unterhalt, Platz u.s.w. schliesst Ihr mit dem Kapit\u00e4n einen schriftlichen Akkord, worin das Gep\u00e4ck u. die Hunde ebenfalls erw\u00e4hnt wird, ob dieses frei sei od. was daf\u00fcr bezahlt werde. Angenehmer wird f\u00fcr Euch sein, den Vertrag so zu schliessen, dass Ihr Euch selbst mit geistigen Getr\u00e4nken versieht, denn um die dadurch verminderte Fracht k\u00f6nnt Ihr Euch besser versehen u. habt freie Disposition,; ebenso bedingt Ihr Euch genugsames <span style=\"text-decoration: underline;\">gutes <\/span>Wasser aus, nehmt aber doch noch zur Vorsrge einen eigenen Vorrath mit; diess macht nicht viel Kosten, hat viel Angenehmes, u. erfordert nur Die Vorsicht darauf zu achten, dass die F\u00e4sser mit gutem Wasser gef\u00fcllt u. vorher <span style=\"text-decoration: underline;\">sauber gereinigt <\/span> werden. Was Ihr allenfalls f\u00fcr weitere Erfrischungen etwas mitnehmen k\u00f6nnt, werden die Frauen am Besten ausfindig machen; mich erquikte zuweilen etwas ged\u00f6rrtes Obst u. ein Glas Zuckerwasser mit Rum. Es kann Euch nicht an Empfehlungen fehlen an Leute welche etwa als Vermittler auftreten falls der Schiffskapit\u00e4n weder deutsch noch franz\u00f6sisch verst\u00fcnde, doch lasst Euren Vertrag durch keine Mittelsperson abschliessen, sondern besorgt diess selbst u. lasst beim Unterhandeln Punkt f\u00fcr Punkt verdollmetschen; gibt Euch dann Euer Begleiter noch gute R\u00e4the, so m\u00f6gt Ihr sie wohl benutzen, aber wie gesagt, den Vertrag beschliesst pers\u00f6nlich ab. Bei allf\u00e4lligem Eintreten der Seekrankheit wird das Trinken v. etwas Seewasser od. ein gelindes Vomistif das Brechen erleichtern u. die Krankheit schneller passieren machen; sonst ist als Regel zu beobachten sich so lange als m\u00f6glich auf den Beinen zu erhalten u. stets frische Luft zu suchen. In N.Orl. angelangt wendet Ihr Euch am besten an H. Nicolet, er wird Euch f\u00fcr den dortigen Aufenthalt die besten Anweisungen geben; wir logierten im Hotel de la Marine nicht wohlfeil aber f\u00fcr N.Orl. billig. In dieser Stadt versieht Ihr Euch mit Vorr\u00e4then v. Zucker, Kafe, Reis, Gew\u00fcrzen, kurz Alles was Ihr etwa glaubt das Euch noch mangeln sollte; vielleicht werde ich Euch sp\u00e4ter noch schreiben dass Ihr daselbst auch Salz u. Mehl anschafft, doch muss ich hier\u00fcber noch n\u00e4here Erkundigungen haben. Auch einen amerikanischen Pflug bringt Ihr mit, denn alle, welche man hier kauft, kommen aus N.Orl., so wird man dort etwas wohlfeiler dazu kommen. Dann eilt Ihr v. N.Orl. weg mit der ersten Gelegenheit, die sich darbietet; auf dem Dampfschiff rathe ich wiederum, und noch dringender als auf der See in die Kaj\u00fcte zu gehen. Ihr schliesst mit dem Kapit\u00e4n ebenfalls schriftlich ab, marktet dabei rechtm was v. bedeutender Wirkung sein wird, besonders wenn etwa 2 Schiffe nach dem n\u00e4mlichen Bestimmungsort od. nur in das n\u00e4mliche Territorium da sind, denn man kann merken lassen, dass bei zu hohen Preisen man das andere Schiff n\u00e4me. Ueber Gep\u00e4ck u. Hunde m\u00fcsst Ihr ebenfalls bestimmte Bedingungen machen, u. das weitere m\u00fcsst Ihr in meinem sp\u00e4teren Berichten abwarten, die ich so bald wie m\u00f6glich geben will. Ueber Vorbereitungen vom Landungsplatz nach dem Orte unseres ersten Aufenthaltes weiss ich nichts zu sagen, ich werde trachten den letzten so nahe wie m\u00f6glich bei dem ersteren zu finden u. die Reise muss auf Wagen gemacht werden, die man miethet, denn einen eigenen zu kaufen, od machen zu lassen, w\u00fcrde zu theuer sein, da man den Wert eines solchen v. 50 -100 Dollar rechnet. Die vervollst\u00e4ndigung Eures Werkzeuges ist gut, u. vielleicht d\u00fcrfte nicht unpassend sein, diess so einzurichten, dass wenn der Beruf etwa Hans u. Dich f\u00fcr einige Zeit aus der N\u00e4he v. Vater entfern, uns doch noch das zur\u00fcckgelassen werden kann, was zu gew\u00f6hnlichem Hausgebrauch nothwendig ist. Dass Ihr etwas von Eurem Werkzeug hier nicht brauchen k\u00f6nnt, u. dass die Amerikaner besseres Werkgeschirr haben, d\u00fcrfte wohl ein seltener Fall sein, denn ich habe bisher wenigstens noch nicht bemerkt, dass letztere als Handwerker so excellieren. Ihre Kunst ist etwas fl\u00fcchtig u. anschaulich, wenn auch nicht dauerhaft zu arbeiten, u. der ihnen zugeschriebene Vorzug vor Europ\u00e4ischen Handwerkern r\u00fchrt wohl meistens daher, dass viele Handwerker v. unsern Landsleuten lieber kommen, die &#8230; sogar in unserm kl. St\u00e4dtchen ebenfalls nicht fortkommen k\u00f6nnten, ohne vorher noch vieles gerlernt zu haben &#8211; Arbeiter, die ihre Sache verstehen, sind \u00fcberall sehr gesucht. Eine Preisnote \u00fcber Werkgeschirr zu geben ist mir nicht m\u00f6glich. Ich wollte diess v. N.Orl. aus thun u. hatte schon mit einem Zimmermann von Neuchatel, der Mitpassagier \u00fcber das Meer war verabredet ihn zu begleiten, wenn er sich seine Werkzeuge ankauft, ich verlor sp\u00e4ter meinen Mann aus den Augen, u. auf eigene Faust k\u00f6nnte ich die L\u00e4den nicht durchstreifen, weil ich die Namen u. Qualit\u00e4ten der verschiedenen Werkzeuge ncht zu bestimmen wusste, eine Note der Preise also wenig Nutzen eschafft h\u00e4tte. Im Detail ist alles theuer, so schien es mir nach dem wenigen das ich mir f\u00fcr die Reise anschaffte, u. hierkostet eine mittler Axt 2-3 Doll. u. 3 Hobel mit h\u00f6lzern sollen 5 Doll. kosten &#8211; f\u00fcr einen Helm in ein ganz kleines Handbeil machen zu lassen musste ich 3 Bit, 1 Gulden geben &#8211; alles ist nach diesen Verh\u00e4ltnissen. Ueber Aus\u00fcbung Deiner Profession kann ich Dir aber jetzt nicht viel Auskunft geben. Die Arbeitsl\u00f6hne stehen aber hoch, u. Arbeit musst Du gewiss genug finden, denn ich h\u00f6rte Manchen klagen dass er wegen Mangel an Zimmerleuten sich kein besseres Haus bauen k\u00f6nne, u. .. hier \u00fcberhaupt meist von Holz gebaut wird. &#8211; Wenn Du mich \u00fcber die hiesige Bauart fr\u00e4gst, so wirst Du vermuthlich die Frage auf das Material u. nicht so sehr auf die Form beziehen, die jeder nach Belieben w\u00e4hlt. Dar\u00fcber folgendes: 1. In dem hiesigen Territorium leben noch die meisten Leute in blossen Logh\u00e4usern, d.h. die Rohen Baumst\u00e4mme werden gleich einem Vogelschlag aufeinander gelegen, u. zuletzt auf zu gegen\u00fcberstehendeen Seiten die Balken gradatim verk\u00fcrzt, was die Schiefe des Daches bildet, oft werden die Zwischenr\u00e4ume zwischen den Balken mit Lehm od. anderm Material verstrichen, oft nicht, oft ist der Stubenboden, wo er \u00fcberhaupt sich vorfindet gef\u00fcgt, oft nicht, je nach dem Verm\u00f6gen des Bewohners u. seiner Industrie befindet sich \u00fcberhaupt mehr od. weniger Bequemlichkeit u. bessere Einrichtung in solch einem Hause. Der innere Raum wird nie abgetheilt, sondern wer mehr als ein Zimmer braucht baut 2 H\u00e4user neben einander, die am Fussboden u. Dach mittels durchgehender Balken verbunden werden; der meisst ziemlich grosse Zwischenraum dient als corridor. Zu diesen Geb\u00e4uden braucht man selten fremder Handwerker. Der Eigner macht fast Alles selbst mit H\u00fclfe eines Nachbarn. Bei bessern H\u00e4usern auf dem Lande werden die Balken zuweilen behauen, auf der einen Seite allein od. im innern u. \u00e4ussern, od auch auf allen Seiten, so dass sie genau aufeinander zu liegen kommen; solche Geb\u00e4ude haben meist auch im Innern etwas rohe Schreiner-Arbeit u. bed\u00fcrfen eines Handwerkers zur Errichtung. 3. St\u00e4dten u. z. Theil auch auf dem Lande findet man, dass von 4-6 Zoll dicken eichenen Laden od. Pf\u00f6cken, die eigens dazu ges\u00e4gt sind, vollst\u00e4ndige gerippe v. H\u00e4usern mit Dachstuhl aufgerichtet werden. Einige f\u00fcllen die Zwischenr\u00e4ume mit Backsteinen aus, u. bedecken das Dach mit Schiefernen Ziegeln, Laden od. Schindeln, andere aber belegen das Gerippe v. Wand u. Dach ausw\u00e4rts mit Laden . H\u00e4user v. Backsteinen aufgef\u00fchrt mit ordentlichem Dachstuhl sah ich in Little Rock sonst selten. &#8211; Da jetzt der Zeitpunkt eingetreten od. doch ganz nahe ist wie das Arkansas-Gebiet mit einer st\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerung aufgef\u00fcllt wird, u. wo die H\u00e4user No.2 u.3 h\u00e4ufiger vorkommen, so gibt es f\u00fcr einen Zimmermann Arbeit genug,; die vollkommenste Gewerbefreiheit herrscht hier, u. gestattet Dir auch die Schreinerarbeiten im Jenner zu \u00fcbernehmen u. jedes andere beliebige Gesch\u00e4ft mit deiner Profession zu verbinden. Auch Hans wird genug Arbeit finden, da schlechte Pfuscher in seiner Profession oft 50 u. mehr Meilen weit geholt werden um Pferd- od. ganz einfache Wasserm\u00fchlen zu errichten od. zu reparieren &#8211; Ob in der N\u00e4he unsers k\u00fcnftigen Wohnsitzes die Niederlassung f\u00fcr Euch g\u00fcnstig, kann ich nicht bestimmen, wie Du selbst ermessen wirst, weil dieser Ort noch unbekannt ist; wie sich Leute v. Deinem Fache gew\u00f6hnlich einrichten, liegt auch nicht in meiner Kenntnis; in Little Rock sehe ich, dass ein Handwerker, der Geld oder Kredit hat, sich eine Werkstadt baut od. miethet u. dann in den Zeitungen dem Publikum seine Dienst anbietet. Tout comme chez nous. Ihr werdet dasselbe thun m\u00fcssen, f\u00fcr den Anfang aber mit unsern eigenen Einrichtungen genug zu thun haben u. bis diese beendigt ist, kannst Du Manches lernen u. manche gute Gelegenheit f\u00fcr Aus\u00fcbung Deines Berufs ausfindig machen. Ueber das Uebrige Deines Briefes sind die Antworten bereits im Vorhergehenden enthalten, u. ich will \u00fcber den Zeitpunkt der Abreise wiederholt in Erinnerung bringen dass im Innern des Landes in jeder Direktion sp\u00e4ter als Monat Mai nicht auf sichere Communikation gerechnet werden kann, weil dann die Fl\u00fcsse abfallen, dass die Dampfboote nicht mehr gehen k\u00f6nnen. Vor Ende July ist in N.Orl. vom gelben Fieber nichts zu f\u00fcrchten, die Cholera aber, welche dort einheimisch geworden zu sein scheint, zeigt sich gegen Ende Mai auffallend, ist aber nur insofern bedenklich, wenn sie zuf\u00e4llig sich auf dem Dampfboote zeigen sollte, auf dem man gerade ist. Das Bewusstsein, in so engem Raum mit cholerkranken zusammen wohnen zu m\u00fcssen, mag furtsame \u00e4ngstigenm u. angst ist wie bekannt sehr die Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr die Krankheit bef\u00f6rdernd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11. Okt. Nach einiger Unterbrechung, welche ein kl. Ausflug , ein verstauchter Arm. u. andere Hindernisse verursachten, gehe ich zu Fortsetzung dieses Briefes u. zu Beantwortung der Briefe von Dir mein l. Vater \u00fcber. Vor allem aus danke ich f\u00fcr die vielen Neuigkeiten welche Du mir mittheiltest, wenn auch viele davon nicht sehr erfreuiches sind. So wenig man auch hier v. den politischen Vorg\u00e4ngen in Europa u. d. Schweiz vernimmt, so entstellt auch viele Berichte sind, so habe ich aus denselben u. aus Nachrichtenm die Ueberzeugung gesch\u00f6pft, od vielmehr meine fr\u00fchere Meinung sich best\u00e4rkt. dass n\u00e4her od. ferner der Schweiz eine Krisis bevorsteht, welcher entweichen zu k\u00f6nnen, ein jeder w\u00fcnschen muss, und welche sehr leicht den Untergang unsrer Freiheit zur Folge haben kann. Darum glaube ich Euch in dem Beschluss zur Auswanderung nach Amerika beat\u00e4rken zu d\u00fcrfen, wenn auch die Beschaffenheit des Landes nicht allen gehegten Hoffnungen entspricht, u. eine Ansiedlung mit mehr Entbehrungen u. Schwierigkeiten verkn\u00fcpft ist als wir uns dachten. Wir werden die Schwierigkeiten der ersten Jahre \u00fcberwinden u. dann glaube ich, k\u00f6nnen wir einer frohen u. sorgenlosen Zukunft entgegen sehen. Das schwierigste ist wohl eine gute Auswahl des Ortes der Ansiedlung, besonders da das Arkansasgebiet im Ganzen wit weniger fruchtbaren Boden hat, als andere Theile der Vereinigten Staaten, die schwarze Dammerde scheint v. Nord nach S\u00fcden in wachsendem Verh\u00e4ltnisse abzunehmen, denn im Canada ist sie am tiefsten u. vermindert sich zusehends, je mehr man gegen S\u00fcden vorr\u00fcckt. Der Arkansas ist auch noch ziemlich (sp\u00e4rlich) bev\u00f6lkert, diese Bev\u00f6lkerung aber ist \u00fcber das ganze Territorium zerstreut u. die Indianer \u00fcber das &#8230; Gebirge zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Die St\u00e4mme, welche an das Ark. Gebiet lehnen sind \u00fcberdies friedlich u. Ackerbau treibend u. jedenfalls so weit entfernt, dass sie nicht zu f\u00fcrchten sind. Ansiedlung \u00f6stlich von Mississ. scheint dem H. Zschiffeli auch rathsam, weil dort mehr gesellschaftliches Leben sei allein ich bin nicht der Ansicht, f\u00fcrs erste sind die \u00f6stlichen Staaten meist schon so stark besetzt, dass viele Amerikaner v. dort auswandern, die beklagen sich \u00fcber das theure Leben daselbst, denn eine Vermehrung der Bev\u00f6lkerung u. Reichthum scheinen daelbst einen unverh\u00e4ltnism\u00e4ssigen Aufwand hervorgerufen zu haben; das passt nicht f\u00fcr uns, u. da ich die Gesellschafr der Amerikaner sehr gering anschlage, so ist dieselbe wohl nicht mit den Vortheilen zu vergleichen, welche aus dem Ansiedeln in einem neuen Lande hervorgeht, wo mit jedem Tage die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst, u. der Werth des Eigenthums sich vermehrt. Dass wir uns nicht n\u00f6rdlicher als White River u. nicht s\u00fcdlicher als Arkansas niederlassen sollen, habe ich in meinem fr\u00fcheren Briefe erw\u00e4hnt, dem letzeren \u00fcrde uns in ein zu warmes Klima, u. ersteres f\u00fcr Weinbau in ein zu kaltes f\u00fchren, denn so viel ich h\u00f6ren konnte gedeiht der Weinbau am Ohio u. Mississipi doch nicht recht, sowohl in Beziehung auf Qualit\u00e4ten, als \u00f6fteres Misslingen der Ernte wegen Fr\u00f6sten. &#8211; Mit den hiesigen Traubensorten wird nicht viel zu machen sein, denn ich habe nun sehr verschiedene Arten versucht u. alle haben ausserordentlich grosse Kerne, \u00fcberwelche eine dicke Haut gezogen ist, Fleisch fast keins, das wenige vorhanden aber ist meist geistig u. schmackhaft. Eine Ausnahme sind die Muskateller, eine Traubenart die wie Pflaumen in einzelnen sehr grossen Beeren an den St\u00f6cken h\u00e4ngt, deren vieles Fleisch aber nicht sehr saftig ist u. den stinkenden geschmack der schwarzen Johannisbeeren hat. Wie die Amerikaner die Jagd betreiben, habe ich schon geschrieben, sie schleichen n\u00e4mlich mit ihren langen Rifles in den W\u00e4ldern herum, u. wenn sie ein Thier erblicken, so suchen sie es zu erlegen; es wird so lange gehen bis unser Auge so ge\u00fcbt wird um auf diese Art viel Beute zu erjagen; die Jagd im Sommer ist \u00fcberhau\u00fct schlecht, weil sich die Thiere in der Hegezeit nat\u00fcrlich so viel wie m\u00f6glich verstecken; jetzt ist der Herbst gekommen, die W\u00e4lder werden belebter, die Zuv\u00f6gel r\u00fccken heran. Wandertauben in grossen Scharen aus denen wir gestern \u00fcber 50 St\u00fcck herunterschossen. Sie schmecken sehr gut u. sind v. der Gr\u00f6sse unserer Haustauben. Letzthin sah ich eine Becassine, fr\u00fcher einmal einen Schnepf; sp\u00e4ter sollen Enten, G\u00e4nse, schwanen in grosser Zahl kommen. Die T\u00fcrkis od. Waldh\u00fchner zeigen sich um die Plantagen u. Kornfelder, Alles Wildpret bei dessen Jagd die H\u00fchnerhunde vorz\u00fcgliche Dienst leisten, u. die Ihr daher in geh\u00f6riger Zahl mitzunehmen habt, weil zu Zeiten, wo man t\u00e4glich auf die Jagd geht ein Hund nicht hinreicht, u. man wegen den Rauhtieren doch mehrere Hunde haben muss. Andere Racen finden sich hier genug, sodass Ihr Euch mit denselben die M\u00fche des Transits ersparen k\u00f6nnt. &#8211; Fischerei wird hier wenig betrieben, meist mit Angeln u. zu gewissen Jahreszeiten auch mit Harpunen od. Gehren, deren Ihr einige mitnehmen k\u00f6nnt. Ich habe letzhin einen (Wartlop) gestrickt u. in dem etwa eine Stunde v. hier entfernten Creek Lafourche gelegt, allein wir fingen nur Schildkr\u00f6ten die auch recht gut schmecken aber \u00e4usserst wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ueber Rebbau habe ich bereits meine Meinung ge\u00e4ussert u. dass Baumzucht wohl gedeihen wird , ist gewiss, denn Alles treibt ausserordentlich schnell u. bringt sch\u00f6ne Fr\u00fcchte. Reben aus dem Kern gezogen wuchsen im ersten Jahr bis 4 Fuss H\u00f6he mit mehreren Rebschossen. Pfirsich u. Apfelb\u00e4ume werden nur aus Kernen gezogenu. tragen grosses u. gutes Obst, gleich unserm veredelten; wie viel wird die Kunst verbessern k\u00f6nnen. Ob Anlage einer Baumschule mehr als f\u00fcr eigenen Bedarf n\u00fctzlich sein wird, weiss ich nicht, es ist aber m\u00f6glich, dass bei zunehmender Bev\u00f6lkerung mehr auf das verwendet wird als jetzt, od. dass die Anschauung sch\u00f6ner Fr\u00fcchte bei den hiesigen Bewohnern eine Lust dazu erwckt, wo sie dann kein Geld scheuen um ihre W\u00fcnsche zu befriedigen. Obstkultur aber wird doch von grossem Nutzen sein, weil sich die Fr\u00fcchte aller Art theuer verkaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In meinen Briefen werden Andeutungen geug enthalten sein, wie ich denke, dass wir das N\u00f6thige erwerben k\u00f6nnen, um unsere Bed\u00fcrfnisse zu bestreiten, auch muss ich bemerken dass hier die Hausarbeiten nicht streng sind,, denn wenn ein Amerikaner alle Arbeitstage zusammenrechnet 1\/4 des Jahres etwas thut, so glaubt er ein fleissiger Mann zu sein; unsere Bed\u00fcrfnisse sind \u00fcbrigens nicht so gross, denn in der Lebensart herrscht hier gr\u00f6sste Einf\u00f6rmigkeit. Ein Armer lebt so gut wie ein Reicher nur dass Letzterer seine Speisen mit etwas mehr Decoration auftr\u00e4gt, u. sich durch Schwarze bedienen l\u00e4sst; Ehrenausgaben gibt es keine, h\u00f6chstens die Bewirtung eines Gastes, dem aber nur vorgestellt wird, was die Familie hat. Die ger\u00fchmte Gastfreiheit der Amerikaner ist nicht so splendid u. auch nicht so allgemein als ger\u00fchmt wird, denn an den meisten Orten muss man das Genossene bezahlen, theuer genug, u. nicht selten findet man Leute, die sich an den Strassen ansiedeln, um durch Beherbergen der Reisenden Geld zu machen. Diess macht auch das Reisen hier zu Lande unangenehm, weil man f\u00fcr sein gutes Geld die Miene eines dankbaren Gastes annehmen muss, u. nicht fordern kann was einem gef\u00e4llig ist, obschon solche H\u00e4user eigentlich nichts weiter als Wirtsh\u00e4user sind. Vorige Woche war ich mit meinem Freunde H\u00fcbsch u. Gollmann an der kl. u. grossen Mamelle, etwa 20 Meilen oberhalb Little Rock , um das Land daselbst zu besichtigen, ich fand zwei kleine Th\u00e4ler mit allen den Inconvenienzen die ich fr\u00fcher an den nebenth\u00e4lern des Arkansas r\u00fcgte, der Boden auch nicht sonderlich gut u. der Ueberschwemmung des Creek ausgesetzt. Dessen ungeachtet hat sich H\u00fcbsch durch den Kontrast zwischem seinem jetzigen schlechten u. d\u00fcrren Aufenthalt, u durch die Vorspiegelung der Amerikaner verleiten lassen, sich an der kl. Mamelle anzukaufen, v Gollmann aber will erst noch mehreres Land besehen u. wo m\u00f6glich in unserer Nahe ansiedeln, zu diesem Zweck vielleicht noch einen ganzen Sommer warten um sich zu (.iairen). Es w\u00e4re dies eine angenehme Aquisition f\u00fcr unsere Gesellschaflichen Verh\u00e4ltnisse, denn er ist ein junger wohlgebildeter Mann in meinem Alter, u. Liebhaber der Jagd u. naturgeschichte. Mit v. Gollmann werde ich auch in 2-3 Tagen eine neue Reise beginnen, erst nach Arkansas -Pass, dann dem White River nach hinauf nach Batesville, von wo aus ir die Gegend, welche ich f\u00fcher mit H. Zschif kursorisch durchlief, genauer zu berichten. &#8211; H. Zsch. kann die Reise nicht mitmachen, weil die Nachwehen des Fiebers, eine grosse Schw\u00e4che, ihm nicht erlauben die Strapazen einer solchen Reise zu ertragen. &#8211; Mein Bericht \u00fcber diese Reise wird hoffentlich der letzte sein, welchen ich nach Europa zu senden habe, denn ich w\u00fcnsche sehr, dass Ihr meinen Rath wegen fr\u00fcher Abreise befolgt; ich werde zwar meine Correspondenz weiter fortsetzen, aber auf den Fall Eurer Abreise dann immer eine Copie des Briefes nach N.Orl. senden, damit Ihr sie nicht braucht nachkommen zu lassen. Dass meine bisherigen Briefe nicht so fr\u00fch eintrafen, u. nicht so rasch aufeinander folgten, als Ihr erwartet, wird Euch deren Inhalt erkl\u00e4ren, denn nach Natur meiner Berichte konnte ich ohne stete Wiederholungen wohl nicht \u00f6fter schreiben als ich gethan, u. v. Schreiben w\u00e4hrend der Reise kann gar keine Rede sein, weil sich in wenigen H\u00e4usern Platz, u. in noch wenigern die Materialien dazu vorfinden, u. wir uns oft kaum Gelegenheit fanden einige Notizen in in unsern Kalender zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss will ch noch einige Auslassungen nachholen \u00fcber Sachen die Ihr mitzunehmen habt, n\u00e4mlich mehrere lederne Trinkgl\u00e4ser, damit dieses sehr praktische Geschirr nicht entbehrt werden muss, wenn etwa eines verloren gehen werden sollte, Schn\u00fcre, u. Garn zu Stricken, was hier gar nicht zu finden ist; Z\u00fcndh\u00f6lzchen circa 20, 30 100, denn sie stehen hier in sehr hohem Preis (5 thlr d. Tausend) u. sind dabei auserordentlich schlecht. v Grollman hat hier sehr gute \u00fcberschrieben <span style=\"text-decoration: underline;\">Wir kgl. Majest\u00e4t v. Preussen patentierte Z\u00fcndh\u00f6lzchenfabrik von Dreyse u. Hohenbusch in S\u00f6merda bei Erfurth<\/span>, was Ihr in der Karte nachzusehen habt; sie haben den Vortheil, dass die F\u00fcllung mit einem Kupferpl\u00e4ttchen \u00fcberzogen ist, so dass sie nicht herausfallen kann, wie dies bei den gew\u00f6hnlichen durch etwaiges Feuchtwerden od. andereVeranlassung \u00f6fters geschieht, sie werden direkt aus der Fabrik bezogen, etwas \u00fcber einen Gulden das Tausendzu stehen kommen, u. wenn Ihr sie auf der Post kommen l\u00e4sst, wird noch Zeit genug sein, sie zu verschreiben. Da einiges Studium der Naturgeschichte uns in m\u00fcssigen Stunden viel Vergn\u00fcgen verschaffen wird, u. um so mehr Interesse u. Nutzen hat, dass die Amerikaner f\u00fcr den gr\u00f6ssten Theil der vorkommenden Pflanzen u. Thiere keine Benennung wissen, so werden einige Naturhistorische Werke sowie andere Lekture nicht zu vergessen sein &#8211; Sodann lasst Grollman meine Mutter ersuchen, f\u00fcr ihn eine etwas Grosse einschl\u00e4fige Matreatze von sehr guter Qualit\u00e4t Rosshaaren machen zu lassen u. selbe mitzubringen, erwird nat\u00fcrlich alle Kosten der Anschaffung u. des Transportes erstatten, u. neben bey sehr dankbar sein. &#8211; Es w\u00e4re mir lieb, wenn diesem Wunsche entsprochen werden k\u00f6nnte. &#8211; Da ich vor meiner Abreise noch einen Brief an Franz schreiben soll, so schliesse ich hier, hoffentlich seid Ihr alle wohl, habt jetzt einen guten Herbst gehabt, u. k\u00f6nnt Euch den neuen Wein bald schmecken lassen, vermuthlich auf l\u00e4ngere Zeit der letzte. Viele Gr\u00fcsse an Euch Alle meine Theuersten u. gl\u00fcckliches Wiedersehen w\u00fcnscht Euer l. Sohn G. J\u00e4ger<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angekommen d. 14. Jenner 1834<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>no 4 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bei little Rock 13. September 1833 Dazugekommend 14 Januar 1834 THeuerste Eltern u. Geschwister! Eure Briefe v. 8 u 10 April u. 23 Mai sind mir d. 8 &#8230; durch H. Nicolet&#8217;s Vermittlung zugekommen bei dem sie vermuthlich schon einige Zeit gelegen haben, u. so sp\u00e4t versendet wurden weil er erst andere [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[122,127],"tags":[],"class_list":["post-223","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-briefe-aus-amerika-1833-1835-2","category-no-4-13-sept-1833-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=223"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}