{"id":224,"date":"2013-07-20T13:26:11","date_gmt":"2013-07-20T10:26:11","guid":{"rendered":"http:\/\/nikaderungs.com\/nikaderungs.com\/no-5-3-dez-1833\/"},"modified":"2019-05-20T15:37:32","modified_gmt":"2019-05-20T13:37:32","slug":"no-5-3-dez-1833","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/no-5-3-dez-1833\/","title":{"rendered":"no 5 3. Dez  1833"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">No.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Little Rock 3 December 1833 angek. 28 Jenner 1834<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">beantwortet d. 5 Hornung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine l. Eltern u. Geschwister!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Bericht \u00fcber meine letze Reise durch das hiesige Territorium muss ich diesmal sehr kurz fassen denn die einzige Zeit die ich dazu habe, ist eine Nacht, die ich zuf\u00e4llig in der Stadt zubringen muss. seit der vorigen Woche da Grollmann u. ich zur\u00fcckkamen, haben wir mit dem Einpacken unserer Effekten zugebracht, was den Tag \u00fcber keine Ruhe zum Schreiben liess, u. des Abends konnte dies aus mangelndem Licht nicht geschehen; aus der Stadt war dieses auch nicht zu bringen, weil ein eingetretener Regen die Wasser anschwellen u. den Ort, wo wir waren, von der \u00fcbrigen Welt abschloss. Wie Sie aus meinem letzten Brief wissen, sind wir am 20 vorigen Monat nach Arkansas Pass aufgebrochen, der Weg f\u00fchrte ungef\u00e4hr 80 Meilen weit durch die grosse Prairie zwischen dem Arkansas u. White River.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ansiedler daselbst r\u00fchmen ihre Besitzungen sehr, theils wegen der Leichtigkeit das Land urbar zu machen, u. besonders wegen der Vortheile eines grossen Viehstandes. Einiges wahre mag daran sein, denn ich sah \u00f6fters ziemlich guten Boden, allein im Sommer soll die Hitze in der grossen Pr\u00e4rie sehr gross u. im Winter die K\u00e4lte empfindlich sein, auch zeigen sich die Fliegen sehr b\u00f6se gegen das Vieh, das \u00fcbrigens oft Mangel an Wasser leiden muss, weil bei trockenen Jahren die hin u. wieder sich vorfindenden Teiche austrocknen, u. f\u00fcr den Menschen blos die Ziehbrunnen \u00fcbrig bleiben, die \u00fcberdies oft nur ein sehr schlechtes Getr\u00e4nk liefern. Den wahren Grund, warum die Amerikaner so wenig in die Pr\u00e4rien ansiedeln, konnte ich nicht erfahren, denn \u00fcber solches sind sie sehr verschwiegen, wie denn \u00fcberhaupt allen ihren Berichten der Gesichtspunkt des eigenen Vortheils zu Grunde liegt, u. der Reisende u. neue Ansiedler auf sein eigenes Urtheil beschr\u00e4nkt ist. An den Pr\u00e4rieh\u00fchnern hat man ein k\u00f6stliches Wildpret mit dessen Jagd wir uns morgens u. Abends besch\u00e4ftigten; sie sind etwas st\u00e4rker als das Haushuhn, stellt im Gehen den schwanz wie dieses u. schmeckt ganz vorz\u00fcglich; die Farbe ist fast die der Schnepfen. Grollmans Gesch\u00e4fte hielten uns in Arkansas Pass einige Tage auf, u. am dritten Tag konnten wir erst Abends zwischen 4 &#8211; 5Uhr weg kommen, u. hatten soch 25 Meilen bis zum n\u00e4chsten Haus zu reiten; wir mussten wieder durch die Pr\u00e4rie zur\u00fcck, weil kein Weg dem White River nach hinauff\u00fchrt, u. die Fusspfade durch Swamps u. Nachtlager im Freien bei den ziemlich kalten N\u00e4chten der Gesundheit zu Nachtheil h\u00e4tten ausfallen k\u00f6nnen auch kann ein Unkundiger in den grossen Mor\u00e4sten so verirren dass er keinen Ausweg findet. &#8211; Auf dem R\u00fcckweg bereiteten wir uns das Schauspiel einer Brennenden Pr\u00e4erie, ein angez\u00fcndetes Schwefelholz steckte das D\u00fcrre Gras pl\u00f6tzlich in lodernde Flammen, die 20-30 Fuss hoch aufschlugen, aber schnell \u00fcber den boden weggehen. Bald w\u00e4re uns unsere Freude verdorben worden, denn der Wind drehte sich u. f\u00fchrete das Feuer gerade in der Richtung unseres Weges, so dass wir uns zu Pferde setzten u. eilig davon stellten. Unsere Absicht ging nur dahin den kl. rothen u. den weissen Fluss zu besichtigen, Grollman um \u00fcber seine Ansiedlung, ich um \u00fcber unsere Provisorische u. vermuthlich k\u00fcnftigen festen Aufenthalt zu entscheiden. Der Weg bis Batesville war mir nichts Neues, obschon wir nicht ganz auf der selben Strasse gingen. Der Weg geht \u00fcber ein sehr unebenes Terrain, bald steinige H\u00fcgel, bald Boden von kl. Creeks u. B\u00e4chen, die aber alle der Kultur sp\u00e4terer Zeit aufbehalten sind, weil sich f\u00fcr einstweilen Alles nach den Wasserstrassen zieht. Dem White River hinauf gingen wir so viel m\u00f6glich dem Flusse entlang, mussten aber doch zuweilen die H\u00fcgel bestreichen, weil sich schroffe Felsw\u00e4nde so nah an den Fluss dr\u00e4ngen, dass das Passage gehindert wird, durch die Berg\u00fcberg\u00e4nge auch oft grosse Flusskr\u00fcmmungen abzuschneiden sind. An der Bighardfork machten wir halt, um diesen Creek hinaufzugehen. Die B\u00f6den desselben sind wie amWhite River selbst u. seinen \u00fcbrigen Zufl\u00fcssen nirgens von bedeutender Ausdehnung, sondern meist dr\u00e4ngen sich die Berge bis ganz nahe ans das Wasser u. sind so steil u. steinig, dass die Ansiedler daselbst oft nicht genug Vieh f\u00fcr ihren Hausbedarf haben k\u00f6nnen, weil f\u00fcr die K\u00fche der Weg zur Weide u. zur\u00fcck so beschwerlich ist, dass sie nicht regelm\u00e4ssig zum Melken heimkehren, besonders wenn die K\u00e4lber nicht mehr ganz jung sind. An Big Word Fork liesen wie unsere G\u00e4ule stehen u. gingen zu Fuss weiter dem Whte R. entlang bis zur Buffolo-Fork um diesen Nebenfluss zu besuchen; unterwegs trafen wir einenReisenden der eben von dorther kam, nach seinem Bericht u. demjenigen der Leute, welche an der Buffolofork wohnen, hat dieser Fluss ebenfalls ein sehr enges Thal bis etwa 50 od. 60 Meilen vor seiner M\u00fcndung, wo dann sch\u00f6nes Land u. ziemlich viele Ansiedlungen sein sollen. So weit von einem schiffbaren Fluss zu sein stimmte weder mit meinen noch mit Grollmans Ansichten \u00fcberein, so dass wir unser Vorhaben aufgaben u. auf dem rechten Ufer des White R. hinunter gingen. Wir holten unsere Pferde ab u. gingen auf dem rechten Flussufer wieder etwa 30 Meilen hinunter, fanden es aber \u00fcberall wie auf dem linken Ufer u. schlugen den Weg quer \u00fcber das Gebirge nach dem oberen Theil des Little Red ein. Es that mir sehr leid meine Hoffnungen in Beziehug auf den White R. get\u00e4uscht zu sehen, denn jetzt fast noch mehr als das erstemal hat mich dieser sch\u00f6ne fluss sehr angesprochen, sein klares Wasser sieht so freundlich aus u. dort sah ich die einzige Gegend die ich wirklich sch\u00f6n nennen m\u00f6chte. Dass er dort unges\u00fcnder sei, als anderswo, glaube ich auch nicht, u. dieser schlechte Ruf mag wohl nur von einer Verwechslung der westlichen u. sumpfigen Ufer mit dem \u00f6stlichen h\u00f6her gelegenen herr\u00fchren.An den oberen Theilen des Little Red fanden wir ebenfalls sehr sch\u00f6nes Land u. namentlich 2 fruchtbare Bottems von bedeutender Ausdehnung, eines etwa 3 der andere etwa 5 Meilen lang u. eine Meile breit, zum Theil schon ziemlich angesiedelt. Neben dem dass aber alles Land h\u00f6her am Little R, noch nicht zur Versteigerung angeboten war, so ist es zu weit oben u. der Fluss hat so viel Fall, dass an Herstellung einer Wassercommunikation nicht zu denken ist. Wir zogen daher diesen Fluss hinunter, bis in die Gegend wo derselbe von der Batesville-Strasse durchkreuzt wird, in dieselbe Gegend welche mir schon bei meiner ersten Reise am besten gefallen hatte. Ich k\u00f6nnte hier\u00fcber nur wiederholen, was meine ersten Briefe enthalten u. muss daher der K\u00fcrze wegen auf dieseben verweisen. Das Land ist dort gut, die Weide ebenso, die Jagd nirgends besser, was doch auch zu ber\u00fccksichtigen ist, wenn es doch nur Nebenr\u00fccksicht sein darf. Der Fluss kann mit Kielbooten befahren werden, wenn es nicht gar zu niedrig ist, was nur im Sp\u00e4tsommer geschieht; Grollman entschloss sich sogleich zu Ankauf einer feilgebotenen Farm, u. ich erkundigte mich nach Pachtung einer andern. &#8211; Nach genommener R\u00fccksprache mit Zschif. bin ich nun entschlossen, Euch in dieser Gegend zu erwarten, und ziehe daher mit Grollman dahin, um mich f\u00fcr Euren Empfang vorzubereiten, das N\u00e4here in einem bald nachfolgenden Briefe. &#8211; Die Reise war diesmal angenehmer als das erste mal. Fr\u00fcher Frost hatte alle B\u00e4ume entlaubt, so dass man \u00fcberall bessere Aussicht hatte, die Gew\u00e4sser sind jetzt mit Zugenten belebt, von denen wir viele schossen, auch fanden sich die Turkis in den Bottems sehr h\u00e4ufig vor, was uns nicht nur einige Abwechsung in die Einf\u00f6rmigkeit der Reise durch die W\u00e4lder, sondern auch in das ewige Speckessen brachte. Das Laub machte \u00fcbrigens die Wege sehr unkenntlich, so dass wir auf den Fusspfaden durch das Gebirge, die nur selten betreten sind, oft nur mit H\u00fclfe unserer Pferde den Weg finden konnten, einmal jedoch nur vermittelst der Nothsch\u00fcsse, deren Gebrauch uns Meister Dudens Buch ins Ged\u00e4chtniss rief. Meine Augen mahnen mich abzubrechen, u. da ich keine Gelegenheit voraussehe, meinen Brief fortzusetzen, so will ich den Brief schliessen, mit einer durch Erfahrung erprobten Weisung un Beziehung auf Geldangelegenheit. Eure Gelder m\u00fcsst Ihr durch so wenig H\u00e4nde laufen lassen als m\u00f6glich, weil in jeder etwas , oft nicht wenig h\u00e4ngen bleibt. In N.Orl. da nehmt Ihr Alles baar in Empfang, denn es ist schwierig u. kostspielig solches sp\u00e4ter zu beziehen, und die Kosten betragen mehr als allf\u00e4llige Interessen, die man profitirt. Ohne Grollman&#8217;s Vorsch\u00fcsse w\u00e4ren Tchifeli u. ich in f\u00fcrchterliche Verlegenheit gekommen, denn noch habe ich von H. Nicolet, der meinen Creditbrief hat kein Geld bekommen, und wenn wir nicht zuf\u00e4llige Bekannte hier h\u00e4tten, die gegen einige Thaler Abzug einen Wechsel annehmen, so w\u00e4re ich gezwungen selbst nach N.Orl. zu gehen um Geld zu erheben. &#8211; Nun lebt wohl, gr\u00fcsst mir meine l. Freunde in Aarau, denen ich diesmal nicht selbst schreiben kann. Ich w\u00fcnsche Euch gl\u00fcckliche Reise in diesem Briefe, denn mein folgender k\u00f6nnte Euch vielleicht nicht mehr zu Hause treffen. Wir sind sehr gespannt auf Nachrichten v. Euch u. aus Europa \u00fcberhaupt, die uns g\u00e4nzlich mangeln. Nochmals einen Herzl. Gruss an Euch Alle v. Eurem l. Sohn G. J\u00e4ger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No.5\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Little Rock 3 December 1833 angek. 28 Jenner 1834 beantwortet d. 5 Hornung Meine l. Eltern u. Geschwister! 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