{"id":229,"date":"2013-07-20T17:18:48","date_gmt":"2013-07-20T14:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/nikaderungs.com\/nikaderungs.com\/no-8a-juny-1834\/"},"modified":"2019-05-20T15:34:03","modified_gmt":"2019-05-20T13:34:03","slug":"no-8a-juny-1834","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/no-8a-juny-1834\/","title":{"rendered":"no 8a Juny 1834"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Zweiter Brief an Franz H\u00fcrner datiert vom 26 Juny 1834<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Litle Red R. angekommen d 2 September<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obschon ich eigentlich jetzt mit der Arbeit sehr gedr\u00e4ngt bin, so ergreife ich doch die Feder, um wieder einmal mit Dir, m Fr, ein paar Worte zu wechseln, denn unsere gemeinschaftliche Gelegenheit geht Allem vor u diese ist jetzt nach einem Brief zu beurtheilen, welchen D. Oheim letzte Woche erhalten, ihrer Entscheidung nahe. Nach d Schlusse meines letzten Briefes konnte ich Dir den Empfang eines Briefes meines v.4 Hornung d.J. anzeigen, u obschon es nicht derselbe ist welcher den eigentlichen Auftrag z. Besuch des Missouri u m. &#8230; Gesinnungen \u00fcberhaupt in Betreff der Auswanderung enth\u00e4lt, so konnte ich doch daraus entnehmen welches seine Meinung u was seine Stimmung ist. Alle meine Besorgnisse sind nur zu richtig gewesen, denn obschon m. Eltern im Falle Eurer Auswanderung jedenfalls entschlossen scheinen nich zur\u00fcck zu bleiben, so h\u00e4lt m Vater d. politische Lage d. Schweiz u Europas f\u00fcr so, dass ein Verlassen d. Heimath nicht mehr gebietene Nothwendigkeit u nur unter g\u00fcnstigen Aussichten vorzunehmen sei, welch letztere er in meinen Berichten nicht zu finden glaubt. Er ist um sein Fortkommen w Existenz in diesem Lande besorgt u scheint v. d. beschwerden d. Reise u. Ansiedlung zur\u00fcckzuschrecken. Unter diesen Umst\u00e4nden hielt ich es f\u00fcr meine Pflicht ihm d. bestimmten Rath zu geben die Ausf\u00fchrung seines Projekts so lang zu verschieben bis er selbst u die \u00fcbrigen hausgenossen wieder mehr Neigung dazu f\u00fchlen. Ich nahm um so weniger Anstand diesen Rath zu ertheilen, da ich glaubte, auch v. Eurer Seite sei die einzige Hoffnung noch auf g\u00fcnstige Berichte aus d. Missouri gerichtet u da ich fest \u00fcberzeugt bin, sie werden mit <span style=\"text-decoration: underline;\">Wahrheit<\/span> abgefasst Euren Erwartungen nicht entsprechen. Nun sprichst sich d. Brief Deiner Mutter, welche vorige Woche hier ankam, so aus, dass weder sie noch Du durch unsere Schilderungen abgeschreckt seien, u D. Vater die politische Lage des Vaterlandes so ansehe, dass er es rathsam finde, u f\u00fcr das k\u00fcnftige Gl\u00fcck s. Kinder erspriesslich finde den, wenn auch herben Schritt zu thun. Gewiss w\u00fcrde Eure Ankunft in diesem Lande NIemand mehr freuen denn mich, u wohin Ihr Euch auch wenden m\u00f6gt, nach Norden od S\u00fcden, so werde ich bald bei Euch sein, obschon ich, aufrichtig zu gestehen, immer noch sehr wenig Hoffnung habe Euch hier zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass meine Eltern sowohl als Ihr bei den physischen u \u00f6konomischen Kr\u00e4ften, die Jedem zu theil geworden, bei zweckm\u00e4ssiger Administration d. Kapitalien gutes Fortkommen finden werden, davon bin ich \u00fcberzeugt, besonders wenn man von Anfang nicht aus d. Augen verliert dass ein ganzes Verm\u00f6gen in Baarschaft verwandelt mehr scheint als es eigentlich ist, ein Grundsz den Dein Onkel nicht zu begreifen scheint sowie er \u00fcberhaupt d. Welth des Geldes nicht zu sch\u00e4tzen weiss u den letzten Pfennig an den gentleman h\u00e4ngt, eher als dass er ihn f\u00fcr die Nothwendigkeit sparte. Was meine Ansichten \u00fcber die Ansiedlung selbst betrifft, so verweise ich auf meine fr\u00fchern Briefe, denn wenn ich auch Wiederholungen nicht scheuen soll, so mag ich nicht allzu oft dasselbe schreiben u Euch w\u00fcrde das lesen noch mehr erm\u00fcden; auf einen Punkt aber kehrte ich zur\u00fcck, um ihn Dir, mein Freund, dringends ans Herz zu legen, n\u00e4mlich dass Ihr Eure Pl\u00e4ne so einrichtet um gleich v. Anfang Euch dort niederzulassen, wo Ihr zu leben gedenkt u einen provisorischen Aufenthalt nur etwa an einem g\u00fcnstig gelegenen Platz an Eurer Reise-Route f\u00fcr so lange zu w\u00e4hlen, bis Ihr selbst das Land Eurer W\u00fcnsche besichtigt u eine Wahl getroffen habt. Das Wandern ist mit zu grossem Verlust, mit zu vielen M\u00fchseligkeiten verbunden, u ein provisorischer Aufenthalt v. einigen Jahren w\u00e4re in Beziehung auf hauslich Einrichtung, Bequemlichkeit etc reiner Zeitverlust, ein Verlust den unsere Eltern u auch wir nicht ausser Acht lassen d\u00fcrfen, wenn Erstere noch v. den Fr\u00fcchten ihrer Bem\u00fchungen u Aufopferung geniessen sollen. Dass ein s\u00fcdliches Klima Euch anziehen w\u00fcrde, darf ich mit Gewissheit erwarten, denn wer eine Zeit lang hier gewohnt hat, der wird sich eine angenhmere Witterung w\u00fcnschen; kalt sind die Winter gar nicht u m\u00fcssen erst nach Einrichtung ordentlicher Wohnungen kaum f\u00fchlbar sein, die Hitze im Sommer ist zwar gross aber gar nicht dr\u00fcckend, u schhon oft habe ich ohne Beschwerde im Felde gearbeitet, wenn die sonne fast senkrecht \u00fcber meinem Haupte stand, nur unmittelbar vor Gewittern wird es oft schw\u00fcl, ist aber vor\u00fcbergehend, Fr\u00fchjahr ist \u00e4usserst lieblich, Herbst nicht weniger u doch will ich Euch rathen eher den n\u00f6rdlichen Missouri zu Eurem Aufenthalt zu bestimmen, wenn das hiersige Land zu wild scheint, als durch sp\u00e4ters Wandern den lieblichern Himmelstrich zu suchen. Ich weiss nicht, wie mein Vater hier\u00fcber denkt, aber vermuthlich wird er meine Ansicht theilen u sein geringeres Verm\u00f6gen w\u00fcrde einem solchen Vorhaben grosse Schwierigkeiten entgegen setzen. Es liegt mir viel daran, dass Ihr Euch \u00fcber diesen Punkt verst\u00e4ndigt, denn sonst k\u00f6nnte sp\u00e4ter eine Entfernung von einander folgen, die so Gott will niemals erfolgen soll. Ich kann den Wunsch nicht verbergen, dass wenn Euer Vorhaben ausgef\u00fchrt wird, ich Euch am liebsten in der hiesigen Gegend s\u00e4he, denn wenn dieselbe auch nicht frei v. M\u00e4ngeln ist, so sind es doch nur die Leute, welche eigetlich l\u00e4stig fallen u ein Vereinigung v 2-3 Familien k\u00f6nnte sich ganz v ihnen abschliessen. Grollmann u ich haben damit schon begonnen u unterhalten nur h\u00f6chst geringen Verkehr mit den Amerikanern. Geld ist d. Magnet, der sie noch etwas an uns zieht, u da wir dieses nicht mehr zu spenden haben, weichen sie immer mehr zur\u00fcck. Klima ist herrlich, Gesundheit der Gegend besser als ich sie sonst fand, der Boden nicht so gut als er am Missouri zu sein scheint, wenn er aber hier nur 25 &#8211; 30 B\u00fcschels per are bringt u diese zu 50 cents verkauft werden k\u00f6nnen, dort aber 40 &#8211; 50 B\u00fcschels \u00e0 20 cents, so wird der Ertrag sich zml. gleich kommen, im w\u00e4rmeren Klima hat man den Vortheil Baumwolle u tabak pflanzen zu k\u00f6nnen, wenn das Korn durch vermehrte Produktion im Preise f\u00e4llt. Der Norden liefert dieses zwar f\u00fcr den Hausgebrauch, aber nicht als Ausfuhrartikel. Jagd ist hier vorz\u00fcglich, denn wenn ich schon keine Hirsche schiesse, so sind sie doch in Menge vorhanden, u die Turkis sind im Herbst u Winter so zahlreich,dass ich oft mehrere hundert an einem Tage sah; den Fluss habe ich eine Viertelstunde v. Hause weg, u mir fehlt nur die Zeit um Fische im Ueberfluss fangen od schiessen zu k\u00f6nnen, denn noch nie sah ich einen Fisch reichern Fluss als den Little Red. Auch 3 verschiedene Arten Schilkr\u00f6ten haben wir bereits darin gefangen wovon eine Art \u00fcber 100 .. schwer wird u alle schmecken vortrefflich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum mache ich einstweilen alle Anstalten zu meiner Fortsetzung in dieser Gegend, auf den Fall Ihr nicht kommen solltet; ich werde n\u00e4chstens eine Farm kaufen die zwar noch auf Staatseigenthum liegt, mich aber nur 20 -25 Thlr. kostet, also weniger als der diesj\u00e4hrige Pachtzins kosten wird; so kann ich dann mit n\u00e4chstem Herbst anfangen m. eigenes Haus u Feld zu bestellen u werde jede Arbeit mit mehr Lust u Freude verrichten. Meinem Vater habe ich meinen Entschluss noch auf einige Jahr hier zu bleiben mitgetheilt u ihn um Uebersendung m. Sachen, sowie \u00fcberhaupt d. zweckdienlichen Effekten an Kleidern, Kleidungsstoffen, Werkzeugen, Jagdger\u00e4thschaften, S\u00e4mereien u Geld gebeten. Letzeres bedarf ich jedenfallls, auch wenn ich die Reise nach dem Missouri machen soll, da meine Baarschaft fast ganz dahingeschmolzen ist, was Du meinem Vater bemerken magst, da ich es zu sagen vergass. Ueber die andern Sachen werden meine Brefe Aufschluss geben, denn aus dem was ich Euch mitzubringen rieth, werden meine Eltern wohl das Diminutiv entnehmen k\u00f6nne, was f\u00fcr eine einzelne Person n\u00f6thig ist, u ich habe meinem Vater ohnedies einige Andeutungen gegeben. Da unser Besuch des Missouri durch die Versp\u00e4tung d. Briefe fast um ein g. Jahr versp\u00e4tet wurde, so kann jetzt jedenfalls keine Rede mehr davon sein, dass Ihr noch in diesem Jahr d. Heimath verl\u00e4sst, u sollte vielleicht ein anderer Grund auch im n\u00e4chsten Jahr ein sp\u00e4te Abreise veranlassen, so sage meinen Eltern, dass ich die Uebersendung von einigen Effekten u Subsidien jedenfalls bed\u00fcrfe, denn ich bin an Allem sehr entl\u00f6sst, u meine Hoffnung v. d. Kornernte einiges zu verkaufen wurde auch vernichtet, da ich gerade z. Zeit m\u00f6thigsten Arbeiten im Felde wegen d. Fieber u der darauf folgenden Schw\u00e4che nicht arbeiten konnte u wenn ich auch jetzt die Arbeit nachhole so ist dies mehr um m. Kr\u00e4fte zu \u00fcben u zu lernen, als weil ich einige Hoffnung auf Ertrag habe. Alle Amerikaner in der Nachbarschaft wussten, dass ich in der hiesigen Feldkultur unbekannt , sie wussten, dass ich nicht selbst arbeiten konnte, u dass mit einer Auslage v. wenigen Tagl\u00f6hnern das Korn in Ordnung, sonst aber d. ganze Erndte verloren w\u00e4re, keiner, auch die nicht, welche mehrere Gef\u00e4lligkeiten u Dienstleistungen v. mir genossen, \u00e4usserten sich dar\u00fcber belehrend od ermahnend, u jetzt ist d. Schaden nicht mehr gut zu machen. Wenn die hoffen, ich werde nun v. ihnen Korn kaufen, so irren sie, denn ich habe gelernt, auch ohne dasselbe zu wirthschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dein Oheim hofft nun bald Geld zu erhalten um die reise nach d. Missouri antreten zu k\u00f6nnen, ich w\u00fcnsche dass seine Hoffnung erf\u00fcllt werde, denn es bef\u00f6rdert die allgemeine Angelegenheit u erl\u00f6st uns einen v. d. Andern, die wir doch nicht zusammen passen, f\u00fcr ihn aber ist es besonders w\u00fcnschenswerth, da er sich sehr beengt f\u00fchlen muss etc etc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweiter Brief an Franz H\u00fcrner datiert vom 26 Juny 1834 Litle Red R. angekommen d 2 September Obschon ich eigentlich jetzt mit der Arbeit sehr gedr\u00e4ngt bin, so ergreife ich doch die Feder, um wieder einmal mit Dir, m Fr, ein paar Worte zu wechseln, denn unsere gemeinschaftliche Gelegenheit geht Allem vor u diese ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[122,133],"tags":[],"class_list":["post-229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-briefe-aus-amerika-1833-1835-2","category-no-8a-juny-1834-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nikaderungs.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}